Pressemitteilungen 2016


Zeitungstexte stammen von der PNP - Passauer Neuen Presse

PNP 05.08.2016
Riesentrubel bei einem ruhigen Fest

Der große Tag für Pichelsteinerkoch Günther Prinz: Über 3000 Portionen wurden gekocht
Regen. "Jetzt hod da Woesch a Loch in d‘Wolken g’schossen", meinte ein Pichelsteinergast am Mittwochabend. Mit dem Kopf im Nacken verfolgte er vom Festplatz aus, was Feuerwerker Friedrich Woesch Buntes in den Himmel zeichnete. Kurz nach den ersten Knallern fing es leicht zu regnen an, hörte aber gleich wieder auf. Das Feuerwerk war ein brillanter Schlusspunkt eines brillanten sechstägigen Pichelsteinerfests.

Pichelsteinerpräsident Walter Fritz ist jetzt nicht unbedingt der Mann, der zu überschäumender Euphorie neigt, aber er bilanziert am Donnerstagvormittag: "Ein Paradefest." Eine kleine Einschränkung schiebt er noch nach: "Wenn man sich den Regen beim Festzug wegdenkt." Allerdings haben da die Pichelsteiner an der grandiosen Zuschauerkulisse gemerkt, dass die Anziehungskraft des Festzugs auch von Dauerregen nicht geschmälert wird. Von einer "kurzen Negativliste" spricht der Pichelsteinerpräsident. Und dass die Pichelsteiner auch Details verbessern, zeigt ein Beitrag auf dieser Negativliste. Auf den Marken des Seniorentags fehlt der Vermerk, dass das Bedienungsgeld nicht enthalten ist. So mussten die Bedienungen viel erklären. "Wird im nächsten Jahr sicher geändert", sagt Fritz, der insbesondere auch mit den beiden Kundgebungen hochzufrieden war. "Kompetente und absolut interessante Referenten", sagt er. In den kommenden Wochen wird er sich den vielen Rechnungen widmen, die jetzt eintrudeln, im September dann zur Kritiksitzung laden.

Der Festbräu Sepp Falter sagt "ruhig, gemütlich, schön" zum Pichelsteinerfest 2016. (Fast) nichts sagt er, und das ist ebenso traditionell wie das Pichelsteineressen, über den Bierabsatz, nur so viel: Sonntag und Dienstag waren wegen des Regens natürlich schwächere Tage. Allzu traurig muss er darüber aber nicht sein, "denn die Regentage werden von den anderen Tagen wieder ausgeglichen". Wie zum Beispiel vom grandiosen Mittwoch, wo man schon am sehr frühen Abend erhebliche Mühe hatte, einen Platz zu ergattern. "Am Donnerstagabend sieht man vom Fest nichts mehr, das Zusammenräumen läuft heuer sehr gut", sagt Falter noch. Am Wochenende warten schon die nächsten Feste, unter anderem die Weißensteiner Kirwa und das Motorradtreffen des Motorradclubs Ruhmannsfelden.

Aus einer anderen Perspektive, der der Sicherheit, betrachtet Regens Polizeichef Manfred Buchinger das Fest, und er zieht eine "absolut erfreuliche Bilanz" angesichts des riesigen Besucherandrangs und der Massen an getrunkenem Festbier sei die Zahl der Delikte nicht hoch. Ganz ruhig war es natürlich doch nicht: Vier Körperverletzungen, zwei davon schwer, zwei Sachbeschädigungen, drei Betrunkene in Gewahrsam, zwei Trunkenheitsfahrten und vier verhinderte Trunkenheitsfahrten, ein Diebstahl und eine Unfallflucht stehen in Buchingers Statistik. "Möglich, dass die eine oder andere Sache noch gemeldet wird", meint Buchinger.

Die BRK-Bereitschaft Regen, die für den Sanitätsdienst sorgte, hatte auch einigermaßen ruhige Abende, wie die Verantwortlichen Wolfgang Stoiber, Franz-Josef Hock und Henry Muggenthaler sagen. "Es waren ingesamt 116 Versorgungen", sagt BRK-Bereitschaftsleiter Wolfgang Stoiber. Abtransporte durch den Rettungsdienst gab es vier. Stoiber spricht davon, dass das Pichelsteinerfest 2016 für die BRK-Helfer ruhiger als in den Vorjahren war. Warum? "Zufall", meint er. Das Problem des "Vorglühens", das etliche Jugendliche praktizieren, gebe es immer noch, und immer noch seien jeden Abend sehr viele sehr betrunkene junge Menschen zu sehen.

Richtig ins Schwärmen kommt Regens Bürgermeisterin Ilse Oswald, die meint, dass "das Pichelsteinerfest 2016 in der Reihe der sehr guten Feste eines der besten war". Sie war traditionell am Pichelsteinermittwoch noch auf eine Runde in der Tierzuchthalle und schaute auch noch im Faltersaal vorbei, wo Trixi und die Partylöwen für Stimmung sorgten. "Es hat bei diesem Fest einfach alles gepasst, die Kundgebungen, Gondelfahrt, Wasserspiele und der Festzug", wie sie sagt. Und auch der Regen habe dem Festzug nicht schaden können, "es war einfach ein Traum, der auch Kraft schenkt für die Zukunft".

Erstmals betreute Wolfgang Stoiber mit seinem Catering-Unternehmen beide Festküchen, "schon eine Umstellung", wie er nach den sechs Tagen sagt. Vor der "jungen" Tierzuchthalle sei zu 80 Prozent Finger-Food gefragt, Würstlsemmeln oder Currywurst. Vor der Festhalle sind rund 90 Prozent dessen, was aus der Festküche rausgeht, Tellergerichte. Überrascht hat ihn am Sonntagmittag der große Ansturm. Wegen des Regens gingen viele Festzugbesucher vor dem Festzug schon mal in die Halle, "wir haben unheimlich nachordern müssen", so Stoiber, der auch stolz darauf ist, dass er sich bei den Bestellungen auf regionale Erzeuger verlassen konnte. Fleisch und Wurst in seinen Festküchen kommen ausschließlich aus Regener Metzgereien.


PNP 04.08.2016
Markerl und Musik garantieren gute Laune

Der große Tag für Pichelsteinerkoch Günther Prinz: Über 3000 Portionen wurden gekocht
Regen. Mittwochmittag, kurz vor 12 Uhr: Kurt Fiederling und Helmuth Pfeffer sitzen hinter einem Biertisch vor dem Eingang zur Falter-Festhalle. Die beiden, altgediente Mitglieder der Pichelsteiner-Komitees, haben momentan alle Hände voll zu tun. Fiederling und Pfeffer verteilen die Bier- und Essensmarkerl für das Seniorentreffen, den traditionellen Auftakt am Schlusstag des Pichelsteinerfestes.

Ein paar Schritte weiter werden die Gäste begrüßt von Stadtpfarrer Prälat Ludwig Limbrunner und dem evangelischen Pfarrer Matthias Schricker, die viele Hände schütteln und den Senioren einen guten Appetit und viel Spaß beim Pichelsteinerfest wünschen. Dazu gibt es für jeden älteren Besucher noch eine süße Aufmerksamkeit, die die beiden Pfarreien gespendet haben. In der Halle dreht derweil Bürgermeisterin Ilse Oswald ihre Runde. Trotz eines vollen Terminkalenders ist die Rathauschefin wieder zum Seniorentag gekommen. "Du schaust ja besser aus als vor zeha Johr", versichert die Bürgermeisterin bei einem kurzen Ratsch einem älteren Herrn, der das Kompliment sofort zurückgibt: "Du oba a".

Inzwischen ist es halb eins, in der Festhalle herrscht Hochbetrieb, aber bei der Markerl-Ausgabe ist der größte Andrang vorüber. Kurt Fiederling und Helmuth Pfeffer können durchschnaufen und prosten sich zu – mit einer frischen "Hoibe", nachdem beim Seniorentag Festbier und Radler sowohl in Maß- als auch in Halbe-Krügen ausgeschenkt werden.

Kurt Fiederling öffnet seinen Aktenkoffer und zieht eine erste Bilanz. "Ins Caritas-Altenheim sind 120 Portionen geliefert worden. Wir beide haben Gutscheine an rund 700 Personen über 70 Jahre ausgeteilt – genauso viele wie in den vergangenen drei, vier Jahren. Bei den Pichelsteinern legen wir großen Wert darauf, dass möglichst viele ältere Leute persönlich erscheinen, dass sie von zu Hause raus kommen, dass sie dezent unterhalten werden und dass sie sich angenehm unterhalten können", bekräftigt Fiederling mit Nachdruck.

Für die Unterhaltung in der Festhalle sorgt der "Noigerl-Express", der vor allem Schlager und volkstümliche Musik zum Besten gibt und die Seniorinnen und Senioren zum Mitsingen und Mitschunkeln animiert. Bis in den frühen Nachmittag hinein herrscht fröhliche Stimmung beim Seniorentreffen am Pichelsteinerfest, das wieder die Stadt Regen, die Pichelsteiner und die Brauerei Falter zu gleichen Anteilen finanziert haben
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PNP 03.08.2016
Mehr Markt als Weg aus der Milchkrise

Tag der Landwirtschaft am Pichelsteinerfest: MdEP Herbert Dorfmann plädiert für weniger Agrar-Direktzahlungen
Regen. Besser könnte das Wetter kaum sein für den Tag der Landwirtschaft am Pichelsteinerfest. Es sieht nach Regen aus. "Ist kein Tag zum Silieren", meint Florian Graf, der bei der Organisation mithilft, "da müssten die Bauern eigentlich hierher strömen." Das Thema des Tages dürfte auch kaum einen Landwirt kalt lassen: die Krise der europäischen Milchwirtschaft, unter die Lupe genommen von einem Agrarfachmann und Europa-Abgeordneten aus Südtirol. Und tatsächlich füllt sich der Faltersaal noch recht ordentlich, bevor Christian Loibl zum Rednerpult geht.

Für Loibl ist es eine Premiere: Der neue Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat heuer zum ersten Mal die Kundgebung organisiert, zusammen mit dem Pichelsteinerkomitee und dem Kreisverband des Bayerischen Bauernverbandes. Und traditionell obliegt dem AELF-Chef die Begrüßung einer imposanten Zahl von Ehrengästen aus der Landwirtschaft und darüber hinaus. So ist neben Regens stellv. Landrat Willi Killinger auch der Freyunger Landrat Sebastian Gruber gekommen, aus Deggendorf der stellv. Landrat Josef Färber.

Ist den Kunden die Milch mehr wert?
Ganz plakativ steigt Regens Bürgermeisterin Ilse Oswald in ihr Grußwort ein: Sie hat zwei Milchflaschen mitgebracht, eine moderne und eine, wie sie vor 60 Jahren im Geschäft ihrer Eltern in Gebrauch war. "Auch damals war es für die Milchbauern nicht leicht", betont sie, Melken, Transport, Kühlung, alles sei viel mühsamer gewesen als heute. Der Liter habe aber damals um die 40 Pfennig eingebracht, enorm viel im Vergleich zu heute.

Auch Willi Killinger zog diesen Vergleich. Die Zahl der Landwirte habe sich innerhalb weniger Jahrzehnte halbiert, die Arbeit sei zwar heute körperlich weniger anstrengend, dafür gingen Bürokratie und PC-Arbeit den Bauern an die Substanz. "Und wer in den Supermarkt geht, sieht sofort, dass da etwas nicht stimmen kann." Dr. Olaf Heinrich erinnerte an diverse landwirtschaftliche Einrichtungen des Bezirks, etwa in Landshut-Schönbrunn. Gerhard Stadler, BBV-Bezirkspräsident, ließ die Aktivitäten des BBV in dieser Sache Revue passieren, etwa den Agrargipfel bei Ministerpräsident Seehofer und den Verstoß, den gesamten Bayerwald als Berggebiet einzustufen. In einem Punkt musste Stadler der Bürgermeisterin widersprechen: Es habe sich immer wieder gezeigt, dass neun von zehn Kunden zur 49-Cent-Milch griffen, auch wenn daneben die 69-Cent-Bauernmilch im Regal steht. Allein übers Bewusstsein der Käufer komme also kein Wandel zustande. "Lebensmittel sind in allen anderen Ländern teurer als bei uns", klagte Stadler. Letztlich helfe nur eine Senkung der erzeugten Milchmenge, davon zeigte sich auch BBV-Kreisobmann Roland Graf überzeugt.

GAP: Viele Erfolge, schlechtes Image
Der Hauptredner des Tages, Herbert Dorfmann, Europaparlamentarier aus Südtirol, näherte sich dem Thema erst einmal global. Mit einem Lob auf die gemeinsame europäische Agrarpolitik (GAP) nämlich. Die sei vor 50 Jahren vor allem mit einem Ziel ins Leben gerufen worden: Die Ernährung der Europäer sicherzustellen. Das Ziel wurde erreicht, bei heute 520 Millionen Einwohnern ist Europa der größte Lebensmittelexporteur der Welt. "Es ist enorm wichtig, keine Abhängigkeiten von Importen zu haben, das sehen wir am Energiebereich."

Angesichts dessen wundere es ihn, so Dorfmann, dass die Agrarpolitik in Europa so ein schlechtes Image habe – trotz so vieler Erfolge, etwa auch in Sachen Tierwohl. In die verbreitete Klage über zu niedrige Preise wollte Dorfmann nicht uneingeschränkt einstimmen: "Ein Ziel der GAP müssen auch preiswerte Lebensmittel sein, nicht jeder in Europa ist wohlhabend." Er sieht vielmehr als Problem, dass von dem, was die Konsumenten zahlen, immer weniger beim Erzeuger ankomme. Überhaupt brauche es eine grundlegende Reform der GAP: Sie betreibe heute kaum mehr, wie ursprünglich vorgesehen, Marktsteuerung – statt dessen gingen fast die kompletten 55 Milliarden Euro pro Jahr als Direktzahlungen an die Landwirte.

Was sich Dorfmann stattdessen wünscht? Der Südtiroler plädiert für einen offeneren Umgang mit Handelsabkommen, die europäischen Bauern Zugang zu auswärtigen Märkten verschaffen. Denn der Lebensmittelkonsum in der EU werde nicht mehr wachsen, der in anderen Regionen etwa in Asien sehr wohl. Und in den USA liege beispielsweise der Butterpreis um ein Drittel über dem deutschen Niveau, selbst hier würde sich also Export rechnen.

Was in Dorfmanns Augen ebenfalls für Reform der GAP spricht: Fehlentwicklungen wie das so genannte "land grabbing". Das gebe es mittlerweile auch in Europa, warnt Dorfmann: Investmentgesellschaften kaufen große landwirtschaftliche Flächen und kassieren die flächenbezogenen Direktzahlungen, ohne Landwirtschaft zu betreiben. "Zwei bis drei Prozent Rendite garantiert, das ist heute eine gute Anlage – dieses Modell aber sollten wir nicht zulassen."

Das Milch-Problem hat MdEP Dorfmann schnell analysiert: Da war der Wegfall der Quote vor eineinhalb Jahren, woraufhin beispielsweise in Irland die Milchmenge nach oben schnellte; da war der Wegfall des Import-Partners Russland, der die Milch der Osteuropäer in Richtung EU lenkte. Die Folge in Zahlen: Im Jahr 2015 hat die EU rund 155 Millionen Tonnen Milch produziert, nur 140 Millionen Tonnen kann Europa selbst verbrauchen. Einlagerung durch die EU, im Jahr 2009 noch erfolgreich, sei keine Lösung mehr, dazu dauere die Tiefpreisphase schon zu lang.

Dorfmann sieht einen Silberstreif am Horizont, "diese Krise wird enden", sagt er. Aber auch dann müsse man eine Mengenreduzierung über den Markt hinbekommen, brauche man eine Rückkopplung vom Verarbeiter hin zum Erzeuger. Und gerade in Gegenden wie Südtirol oder dem Bayerischen Wald, wo es zur Milcherzeugung keine Alternative gebe, hänge ganz viel am Erfolg der Verarbeiter. "Aus sochen Regionen darf kein billiges Milchpulver kommen."


PNP 03.08.2016
DAnsturm auf die Zuckerl und die Freifahrt-Chips

Der Tag der jungen Volksfest-Fans: Kindernachmittag auf dem Pichelsteinerfest
Regen. Und raus mit Schwung – wieder saust eine Hand voll Zuckerl vom Korb der Regener Feuerwehr-Drehleiter auf den Pichelsteinerfestplatz. Und die Kinder stürzen sich auf die Bonbons, die über den Asphalt spritzen. Bonbonregen auf dem Festplatz, das gehört zum Pichelsteinerfest wie das Festbier. Pichelsteiner-Komitee-Mitglied Christine Limböck ist gestern Nachmittag wieder in den Drehleiter-Korb geklettert, um die süße Fracht unters junge Volk zu bringen. Insgesamt 40 Kilogramm Zuckerl regneten auf den Festplatz. Und wurden dort auch mit Hilfe von umgedrehten Schirmen aufgefangen.

Pichelsteiner-Platzmeister Willy Schicker blieb ein Stück weiter unten. Vom Drehleiter-Fahrzeug aus verteilte er Freifahrtscheine, die die Schausteller spendiert hatten. Dutzende Hände reckten sich ihm erwartungsvoll entgegen.

Traditionell gibt es beim Kindernachmittag am Pichelsteinerfest auch ein Kasperltheaterstück. Beate Welsch aus Erding spielte "Die abenteuerliche Reise zur Zauberinsel" und hatte dabei viele junge Zuschauer in der Festhalle.


PNP 02.08.2016
Das große Schmausen

Der große Tag für Pichelsteinerkoch Günther Prinz: Über 3000 Portionen wurden gekocht
Regen. "Ja, des war’s gwesen", meinte Max Pletl gestern kurz vor 12 Uhr und schaute in einen weiß-blauen Himmel, der glatt von den Arberland-Touristikern hätte entworfen sein können, so schön war er. Für den Festzug am Sonntag hätte ihn sich Max Pletl gewünscht, aber egal. Der Ausmarsch zum Pichelsteineressen war, wieder in Marsch gesetzt um Zug-Organisator Pletl, eine kleine Wiedergutmachung für den verregneten Sonntag. Freude übers Wetter, Vorfreude aufs Pichelsteiner, dazu zwei sehr schneidige Blaskapellen, der Falter-Bierwagen, dieses Mal gefahren von Sepp Falter, Festkoch mit Gefolge und den kleinen Köchen waren die Zutaten für den gelungenen Ausmarsch.

Festkoch Günther Prinz war nicht anzusehen, dass er schon einen ausgefüllten Arbeitstag hinter sich hatte. Ab 6 Uhr morgens stand er in der Küche, briet das Fleisch an, schichtete Kartoffeln, Gelbe Rüben, Lauch in die großen Dampftöpfe, rührte mit Kochlöffeln, die groß wie Paddel sind, wieder und wieder um, würzte und schmeckte, würzte nach, bis es schließlich passte. Gut 3000 Portionen gingen wieder weg – und die Esser zitierten die kleinen Köche: "Es schmeckt guad!"


PNP 02.08.2016
Unternehmer unter dem Diktat der Beschleunigung

Johann Weber (Zollner AG) und der Bauunternehmer Alexander Penzkofer sprechen beim Tag der Wirtschaft auf dem Pichelsteinerfest
Regen. Der eine erfolgreiche und sehr innovative Unternehmer produziert mit seinen 220 Mitarbeitern Dinge, die man ansehen, anfassen, bewohnen kann, er baut Handfestes, nämlich Häuser. Der andere, Vorstandsvorsitzender eines Weltunternehmens, tut sich ein wenig schwerer, zu beschreiben, was die über 10000 Menschen des Konzerns produzieren. Als er die "elektronischen Bauelemente" erwähnt, die sowohl in der Medizintechnik als auch in Automobilen oder in der "weißen Ware" stecken, wird es nur unwesentlich klarer und man sieht förmlich die Fragezeichen über den Köpfen der Zuhörer im Faltersaal schweben. Aber dann sieht Johann Weber, so heißt der Vorstandsvorsitzende, dass einer der Sponsoren der Veranstaltung die Sparkasse Regen-Viechtach ist. "Das Banknoten-identifikationsgerät, das von der Sparkasse verwendet wird, kommt von Giesecke & Devrient, aber die Technik, die im Gerät steckt, die ist von uns", sagt er. "Uns" ist die Zollner AG in Zandt (Landkreis Cham), und das Identifikationsgerät ist eines von rund 16000 Produkten des Unternehmens. Ein anderes Produkt, das es auf größere Bekanntheit gebracht hat, ist der Drache Tradinno des Further Drachenstichs, gebaut von der Firma Zollner und laut Guinness-Buch der Rekorde "der größte vierbeinige Schreitroboter der Welt".

Die Zollner AG ist Marktführer auf dem Gebiet der elektronischen Bauelemente in Deutschland und Europa, weltweit die Nummer 14 in dieser Branche, vor über 50 Jahren als Ein-Mann-Betrieb gestartet, heute über 10000 Mitarbeiter, 18 Produktionsstandorte, außer in Deutschland auch in der Schweiz, in Ungarn, Rumänien, China, USA, Tunesien, Costa Rica und Hongkong, 2015 lag der Jahresumsatz bei 1,18 Milliarden Euro, zurzeit hat das Unternehmen 233 Azubis.

Ein Unternehmen dieses Kalibers hatte sich beim Tag der Wirtschaft des Pichelsteinerfests noch nicht präsentiert, Pichelsteinerpräsident und Organisator des Tags der Wirtschaft, Walter Fritz, war entsprechend stolz darauf, dass der Vorstandsvorsitzende eines derartigen Wirtschafts-Schwergewichts ans Rednerpult im Faltersaal trat.

Innovation bedeutet für Zollner auch, in einem Jahr 4659 Neuprodukte auf den Markt zu bringen, so wie es 2015 der Fall war; dazu kamen 12133 Produktänderungen. Und dann kommt das große Thema: "Industrie 4.0", die nächste industrielle Revolution. Die totale Vernetzung, das Internet der Dinge. Die Produktion tauscht Infos mit der Logistik aus, mit der Entwicklung – "der Produktionsablauf wird flexibler, es gibt viele individualisierte Produkte", erläuterte Weber und nannte als Beispiel das Automobil. Es ist zwar ein Massenprodukt, aber auch höchst individuell.

Bei dieser industriellen Revolution dabei zu sein, das sei überlebensnotwendig, wie Weber sagte. "Wenn man diese industrielle Revolution verschläft, dann hat man als Unternehmen keine Zukunft", meinte er.

Ein Unternehmen, das Zukunft hat, repräsentierte der Mann, der Handfestes produziert, Häuser. Alexander Penzkofer hat als Maurer- und Zimmerermeister in den vergangenen 19 Jahren ein florierendes Unternehmen aufgebaut. Über 2000 Häuser hat er in den knapp zwei Jahrzehnten gebaut, hat aus einem Drei-Mann-Betrieb ein Unternehmen mit über 200 Mitarbeitern gemacht, hat mit Redbloc ein Tochterunternehmen gegründet, in dem er Roboter mauern lässt, auf der Baustelle werden dann die Mauern, die Decken und der Dachstuhl zu einem Haus zusammengesetzt. Die eine Produktionslinie im Redbloc-Werk in Plattling soll 2017 durch eine zweite ergänzt werden. Eine Investition von rund fünf Millionen Euro, wie Penzkofer sagte. Auf diese robotergestützte Fertigung zu setzen, dazu sei man auch gezwungen, weil es immer schwieriger wird, Fachkräfte zu finden.

Penzkofer baut, daneben ist Penzkofer auch noch im Bauträgergeschäft aktiv. Wie zurzeit in Regen zu sehen, wo die Wohnanlage am Kirchplatz entsteht, demnächst wird Penzkofer auch ein Baugebiet zwischen Grubhügel und Bärndorf auf eigene Kosten erschließen und bebauen – und dann die Immobilien möglichst zügig verkaufen. "Das Geschäft ist nicht ohne Risiko", wie er sagte.

Ein Faktor – und da trifft sich Penzkofer mit der Zollner AG – ist die Zeit. Schnell und immer schneller müsse es gehen, weshalb bei Penzkofer so viel wie möglich in Hallen vorgefertigt wird. Unabhängig vom Wetter, mit höherer Produktivität als bei der Bauarbeit auf der Baustelle. Den Jahresumsatz der Firmengruppe (Bauunternehmen, Bauträgergeschäft, Redbloc) bezifferte Penzkofer auf rund 50 Millionen Euro.

"Zwei herausragende Unternehmer, schön, dass wir sie haben", meinte Bürgermeisterin Ilse Oswald in ihrem Grußwort, und MdL Alexander Muthmann, der auch für seinen CSU-Kollegen Max Gibis sprach, bedankte sich bei den erfolgreichen Unternehmern. "Sie verdienen das Geld, das wir brauchen, um in Stadt und Land gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen", meinte er. Stellvertretender Landrat Willi Killinger betonte, dass die Städte und die Gemeinden und der Landkreis die Rahmenbedingungen für die erfolgreichen Unternehmen schaffen würden.

Dank straffer Organisation durch Walter Fritz, der sich auch bei der Stadt Regen für die Unterstützung bedankte, konnten die Gäste pünktlich zum Pichelsteiner-Ausmarsch aufbrechen und dann das Pichelsteiner genießen. Das verweigert sich dem Trend zur Beschleunigung, denn damit es so schmeckt, wie es schmeckt, muss Pichelsteinerkoch Günther Prinz immer noch morgens um 6 Uhr anfangen zu kochen.


PNP 01.08.2016
Ein Festzug mit Königin und Engeln

Der Regen tut der Stimmung keinen Abbruch – Eine Stunde Vergnügen rund ums Thema "500 Jahre Reinheitsgebot"
Regen. Der Pichelsteinerfestzug 2016 hatte mit dem Motto "500 Jahre Reinheitsgebot – Tradition, Kultur und Genuss" durchaus ein feuchtes Thema – aber ganz so feucht hätte es gestern dann doch nicht sein müssen: Dauerregen begleitete den Zug. Ein Vergnügen war er trotzdem. Für Akteure und Zuschauer. Die waren trotz des Sauwetters in Scharen gekommen.

Lebendig machten den Zug die vielen Fußgruppen, die zehn Musikgruppen, eine Bierkönigin, die sich gänzlich unbeeindruckt vom Wetter zeigte und mit königlicher Herzlichkeit von dem von Manfred Homolka gestalteten Wagen winkte. Homolka hatte sich eine Paraderolle für diesen Festzug auf den barocken Leib geschrieben: Als Münchner im Himmel war er dabei und beschwerte sich zum Gaudium des Publikums ebenso lautstark wie ausdauernd über das " Manna" im Himmel – aber auch der heilige Petrus (Pfarrvikar Andreas Artinger) verlangte energisch nach Festbier.

Großen Jubel gab es auf dem Stadtplatz für eine Premiere. Erstmals hatte Thomas Falter die Leinen des Zehnerzugs der Brauerei Falter in der Hand, meisterte die Fahrt und die Stadtplatzrunde souverän. "I bin nervöser als wia beim Selberfahrn", bekannte Baptist Falter, der den Zehnerzug 25 Jahre kutschiert hatte und der den langen Zug zu Fuß begleitete.

Gut eine vergnügliche und kurzweilige Stunde verging, bis alle 23 Wagen, zwei Kutschen, 26 Fußgruppen, sechs Kapellen und vier Spielmannszüge die Runde um den Stadtplatz gedreht hatten. Und auch Pichelsteinerpräsident Walter Fritz nahm die Unbill des Wetters mit einem Lachen hin.


PNP 01.08.2016
Der perfekte Gondlerabend

Die Pichelsteiner-Gondelfahrt verzeichnet so viele Zuschauer wie schon lange nicht mehr
Regen. Eine kurze Schrecksekunde hat es für Gondelfahrt-Macher Edwin Stoletzky am Samstagabend gegeben. Der Ruderer des Begrüßungsboots war kurzfristig ausgefallen. Woher einen Ruderer nehmen? Ein auswärtiges Mitglied des Kanu-Clubs sprang schließlich ein. Dem verzieh man auch, dass er zu Beginn die falsche Richtung einschlug und linksseitig flussabwärts ruderte. Er korrigierte schnell und schipperte seine Besatzung schließlich auf dem richtigen Weg Richtung Pichelsteinersteg. Stoletzky war erleichtert und konnte in der Gondel mit den Marinekameraden Platz nehmen – und die Fahrt genießen.

Und auch um das Wetter musste man sich an diesem Samstagabend keine Sorgen machen. Ein lauer Abend war es, und so verfolgten so viele Zuschauer wie schon lange nicht mehr die Gondelfahrt. Ideal war auch der Wasserstand, so dass die Helfer der Wasserwacht nicht gefordert waren, festgefahrene Gondeln wieder flott zu bekommen.

Zu sehr gefühliger Musik – dem Motto "Romantische Flussfahrt" geschuldet – kommentierte Günther Arend die verschiedenen Gondeln und würdigte die Leistung der Gestalter. Bestens in Szene gesetzt wurden auch die Wasserspiele, die für die vorbeigleitenden Motivboote einen perfekten Hintergrund bildeten.

Traditioneller und feuriger Abschluss: Der Weißensteiner Drache, befeuert von Hans Eisner und seiner Mannschaft
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PNP 30.07.2016
Kleines Jubiläum – großer Rekord

Bürgermeisterin Ilse Oswald zapft zum zehnte Mal beim Pichelsteinerfest an und braucht dazu nur einen Schlag
Regen. "Nein, wirklich nix manipuliert, alles ganz normal, das Fassl hat der Braumeister Andreas Zacher hergerichtet", beteuert Festbräu Sepp Falter gestern in der Pichelsteiner-Festhalle. Ein paar Minuten vorher hat Regens Bürgermeisterin Ilse Oswald hart zugeschlagen, und präzise. Ein Schlag nur, und der Wechsel saß bombenfest im Fass. Rekord mit Ankündigung, denn vorher hatte sie schon gesagt, dass sie dieses Mal mit einem Schlag anzapfen wolle. War ja gestern auch ein kleines Jubiläum für die Bürgermeisterin. Zum zehnten Mal waltete sie ihres Amtes zum Festbeginn, und der Applaus war groß nach der treffsicheren Aktion.

Das war dann wohl das Tüpfelchen auf dem I eines perfekten Pichelsteinerfest-Auftakts. Pünktlich eine gute halbe Stunde vor dem Ausmarsch kam die Sonne raus, und als Willi Ertl mit dem Böllerschuss um 16 Uhr das Signal gab, da passierte erst mal: nichts. Erst als Zug-Chef Max Pletl mit einem energischen "Auf geht‘s" den Befehl gab, setzte sich der Zug mit der Neuen Stadtkapelle Regen an der Spitze in Bewegung.

Thomas Falter hatte die Leinen des Brauereigespanns fest in der Hand. Er hat morgen, Sonntag, beim Festzug Premiere, zum ersten Mal wird er den Zehnerzug der Brauerei Falter kutschieren. Baptist Falter hat das 25 Jahre lang gemacht und jetzt die Leinen übergeben.

Dass der Spielmannszug und die Köchekinder, Festkoch Günther Prinz und sein Gefolge, dass das Komitee und der Stadtrat, die Burgfreunde und die Regener Schützen dabei waren, das machte den Ausmarsch nicht nur lang, sondern auch bunt und lebendig. Mit die besten Plätze hatten Manfred Homolka, Karlheinz Stern, Otto Pfeffer und Kurt Fiederling. Die Ehrenmitglieder der Pichelsteiner, beziehungsweise der Ehrenpräsident Stern durften in der Kutsche von Egon Probst mitfahren, gezogen von zwei schneidigen Rappen. Die zeigten ihr Temperament, als ihnen auf dem Stadtplatz der laut trommelnde und pfeifende Spielmannszug entgegenkam.

Für die meisten Mitglieder des Komitees war gestern nur kurz Zeit, das Fest zu genießen. Die Gondler sind heute gefordert, die Festzügler morgen, die Betreuer der Wasserspiele müssen sich auch um die komplizierte Anlage kümmern. Und besonders eifrig gewerkelt wird heute in den Hallen der Pichelsteiner in Oleumhütte. Die Festwagen werden mit dem Blumenschmuck versehen.


PNP 28.07.2016
Aufbau mit Grusel-Faktor

Hochbetrieb auf den beiden Pichelsteinerfestplätzen
Regen. Dass es ein Klassiker ist, verrät schon das Alter. 70 Jahre alt sind die ältesten Elemente der Geisterhöhle, die beim Pichelsteinerfest auf dem Festplatz 1 steht, wie Franz Zinnecker sagt, Chef der Geisterbahn. "Aber die wenigsten Teile sind noch die ursprünglichen, es wird laufend getauscht und erneuert", wie er sagt. Und LED-Technik zur Beleuchtung war vor 70 Jahren auch noch nicht bekannt. Zinnecker stellt gerade einen ziemlich übel aussehenden Mann mit Werwolf-Antlitz in eine dunkle Ecke der Geisterbahn. Aufbauzeit auf den beiden Festplätzen. "So an die zwei Tage brauchen wir", sagt Zinnecker zum Aufwand. Montag hat er in Zwiesel am Grenzlandfestplatz abgebaut und ist die zehn Kilometer nach Regen weitergereist. Zum dritten Mal ist er mit der Geisterbahn auf dem Pichelsteinerfest vertreten. "Ein Fest mit einem ganz besonderem Flair", sagt er, "wegen der zwei Festplätze, aber auch wegen der netten Menschen in Regen." Pichelsteinererfahrung hat er, Zinneckers Vater war über 20 Jahre lang mit einem Fahrgeschäft auf dem Pichelsteinerfest. Immer dabei: der junge Franz Zinnecker.

Vor der Geisterhöhle steht jetzt gerade Willy Schicker, Platzmeister der Pichelsteiner. Er schaut auf den Asphalt, auf dem eine weiße Sprühmarkierung zu sehen ist. Die Geisterhöhle bleibt deutlich hinter dieser Grenze. Schicker schaut zufrieden. "Die Geisterbahn hat schon eine ganz schöne Tiefe, da muss man schauen, dass sie nicht zu weit hereinragt und genügend Platz bleibt", sagt Schicker. So viel Platz, dass am Dienstag auch die Feuerwehr-Drehleiter noch hineinfahren kann, von der es Schicker und Christine Limböck Zuckerl auf die Kinder regnen lassen.

"Der Aufbau ist fast abgeschlossen", sagt Schicker, und jetzt muss er mit Alois Kreuzer noch besprechen, wo die letzten Wohnwagen der Schausteller noch Platz finden. Kreuzer ist "Lehrbua" von Schicker, der seit 1993 als Platzmeister bei den Pichelsteinern für Ordnung auf den beiden Plätzen sorgt, der sich um den Wachdienst für die Nachtstunden kümmert und auch um die Müllentsorgung auf den beiden Plätzen. Eine Neuerung gibt es beim Abwasser. Bisher hatten die Wohnwagen-Stellplätze auf dem Festplatz 1 keine geordnete Entsorgung. Jetzt fließt das Wasser in Container, deren Inhalt dann abgepumpt und in die Kläranlage gebracht wird, wie Schicker erläutert. Viel zu tun auf den beiden Festplätzen gibt es für zwei weitere Pichelsteiner-Mitglieder, für Hermann Keilhofer und Christoph Maier. Sie sorgen dafür, dass alle Schausteller auch genügend Strom für ihre Anlagen haben und dass die Spannung stimmt.

Die Spannung in der Geisterhöhle von Franz Zinnecker hat weniger mit dem Strom als mit den gruseligen Figuren zu tun. Aber er hat auch festgestellt, dass die jüngeren Besucher immer hartgesottener werden und sich partout nicht gruseln wollen. Ein Gegenmittel hat er, und das hilft immer, wie er weiß. "Einen Live-Erschrecker haben wir", sagt er. Der taucht unverhofft auf, und mit dem kann der Werwolfartige in der Zwangsjacke nicht mithalten.


PNP 26.07.2016
Die Romantiker des Pichelsteinerfests

Die Gondelfahrt ist in diesem Jahr eine "Romantische Flussfahrt" – Vorbereitung im Zeitplan
Regen. Renate Hanke ist jetzt gerade sehr begeistert. Einen ganz großen Strauß aus rosa Rosen hält sie im Arm. Idealer Schmuck für eine Hochzeitskutsche. Besorgt hat die Rosen eine Schaustellerin des Pichelsteinerfests. Und weil der die Pichelsteiner-Gondelfahrt so gut gefällt, hat sie die Blumen-Deko den Gondelfahrt-Machern einfach so geschenkt. "Super, oder?", sagt Renate Hanke und probiert gleich mal, wie die Rosen am besten an der Hochzeitskutsche befestigt werden können.

Es ist jetzt noch gut eine Woche hin bis zum großen Tag der Gondler, dem Pichelsteinersamstag. Die Festzuggestalter sind fertig, "mia no ned ganz", sagt Gondler-Chef Edwin Stoletzky. Aber das bringt den großen Mann nicht aus der Ruhe. Er dreht sich erst mal eine Zigarette, bevor er wieder zur Spraydose greift und den Styropor-Teilen noch die richtige Farbe verpasst.

"Romantische Flussfahrt" ist in diesem Jahr das Thema für die Gondelfahrt – und romantisch kann ja vieles sein: Eine Fahrt mit der Eisenbahn – fliegen – eine Seefahrt – oder auch eine Fahrt mit der Hochzeitskutsche – oder auch der Gläserne Wald in Weißenstein. Alles Motive, die am kommenden Samstag vor den staunenden Zuschauern am Regenfluss vorbeiziehen werden, moderiert von Günther Arend mit Musik unterlegt, die Roland Pongratz aussucht. Begleitet werden die Motiv-Gondeln wieder von beleuchteten Kajaks der TSV-Kanufahrer, für die Sicherheit auf dem Wasser sorgt die Wasserwacht, die auch helfend eingreift, sollten die schweren Gondeln auf den Bundeswehr-Schlauchbooten in einer Untiefe im Regenfluss hängenbleiben.

Genauso ist natürlich wieder die große Gondel mit dem Styropor-Zehnerzug dabei, "der Hinweis auf den Festzug", wie Stoletzky sagt. Dass es in diesem Jahr zeitlich ein wenig enger ist für ihn, dafür ist auch eine Bandscheibe verantwortlich, die heftig auf einen Nerv in Stoletzkys breitem Rücken drückte. Eine OP musste ihn wieder fit machen für die Arbeit in der Gondler-Halle in der Oleumhütte. In der stapeln sich mittlerweile über die Höhe von zwei Stockwerken die Arbeiten der vergangenen Jahre. Weggeschmissen wird nichts, könnte man ja für einen späteren Festzug nochmal brauche. So wie die Dampflok, Typenschild: "08/15", die schon mal bei der Gondelfahrt dabei war und die dieses Mal für die romantische Eisenbahnfahrt aufs Wasser geht. Neben der Lok ragt ein Signalmast auf, beleuchtet, auf diese kleinen Feinheiten legt Stoletzky wert.

Alex Sommer und Franz Freudenstein sind Stoletzkys Edelhelfer, die Handwerker, die für den stabilen Unterbau sorgen, auf den Stoletzky dann seine Styropor-Aufbauten zaubert, die Deko, für den Feinschliff, für die Kostüme der Gondel-Besatzungen sind dann Renate Hanke und Elisabeth Ertl zuständig.

Abhängig sind die Gondelfahrer entscheidend vom Wetter. Aber im Unterschied zu den Festzugmachern können sie mit einem Alternativtermin aufwarten. Sollte das Wetter am Samstagabend zu schlecht sein, wird die Gondelfahrt auf den Montagabend verschoben.


PNP 20.07.2016
Festzug mit dem Pichelsteinfest-Treibstoff

Thema: Bier – Die Festzug-Macher haben flott gearbeitet – Die große Bavaria von der Landesausstellung ist dabei
Regen. Dass die Pichelsteiner eine gewisse Nähe zum Thema des diesjährigen Pichelsteinerfestzugs haben, das leugnen sie nicht. "Das Thema ist schon sehr gut – und auch mir nicht ganz fremd", sagt Manfred Homolka, der seit 1974 (!) beim Pichelsteinerfest für den Festzug verantwortlich ist. Es geht in diesem Jahr beim Festzug ums Bier, "500 Jahre Reinheitsgebot – Tradition, Kultur und Genuss" lautet das Thema.

Homolka ist jetzt ganz entspannt, als er in der Halle in der Oleumhütte von Festwagen zu Festwagen geht. Grund für die entspannte Haltung: Die Festzugmacher haben in diesem Jahr richtig Tempo gemacht. Drei Wochen vor dem Pichelsteinerfest haben sie (fast) alles fertig. Gut, der Blumenschmuck geht noch ab, aber der wird erst am Samstag vor dem Festzug angebracht.

Etwas streng schaut Herzog Wilhelm IV. von Bayern – der Vater des Reinheitsgebots – auf einem Bild den Betrachter an. "Das geht auf einen Nachmittag", sagt Homolka zu dem mannsgroßen Porträt, das er nach einer Vorlage gemalt hat. Die Erfahrung von Jahrzehnten, gepaart mit dem Können eines (Glas)-Künstlers – dann funktioniert es wohl, dass dieses große Bild in so kurzer Zeit entstehen kann. Und wer Homolkas meisterhafte Glasgravurarbeiten kennt, der weiß, dass er auch quasi als Bildhauer arbeiten kann. Für den Festzug hat er eine ganze Landschaft gestaltet, eine Weide, bevölkert von einer ganzen Herde der schweren Falter-Rösser, geschnitzt aus Styropor, dem bevorzugten Material der Festzuggestalter um Manfred Homolka.
Seine rechte Hand und sein Top-Handwerker, das ist Erwin Ertl, zuständig dafür, dass der ganze Zug – er ist 23 Wagen lang – auch Stabilität besitzt, dass die Aufbauten passen, dass nichts wackelt oder gar bricht. Seit 1993 ist Ertl dabei, und Beziehung zu den Pichelsteinern hatte er schon über seinen Onkel Hans Ertl, der war lange Jahre Pichelsteinerkoch, ist 1979 gestorben.

Hopfen und Malz sind beim Festzug ein Thema, genauso wie eine Klosterbrauerei oder auch die Ägypter, die sich ja auch schon der Bierherstellung verschrieben hatten. Auf dem Ägypter-Wagen sind die Pyramiden zu sehen, und das zeigt wiederum die gute Zusammenarbeit zwischen den Gondelfahrt-Gestaltern und den Festzüglern. In der Gondelfahrt im vergangenen Jahr wurden die sieben Weltwunder dargestellt, darunter die Pyramiden. Und damit man diese exakte Arbeit von Gondelzug-Gestalter Edwin Stoletzky auch einmal bei Tageslicht betrachten kann, fahren die Pyramiden jetzt beim Festzug mit.

Damit der Festzug richtig ins Rollen kommt, müssen Pferde her, viele Pferde, und viele Rosserer. 26 Pferdebesitzer stellen ihre Zugkraft zur Verfügung. Max Pletl ist im Pichelsteinerkomitee der Mann, der den Einsatz der Pferde koordiniert. Der auch weiß, welche Rösser er vor welchen Wagen spannen kann. Und der auch auf Unvorhergesehenes reagieren kann. Vor kurzem kam es auf einer Koppel zu einem Zusammenstoß zwischen Eseln und Rössern. Die kleinen, aber robusten Esel lieferten sich mit den deutlich größeren Rösser eine Keilerei – und gewannen. Seitdem reagieren die Pferde auf den Anblick von Eseln etwas nervös. Und beim Festzug hätten sie laut Plan direkt hinter den Eseln des Pyramiden-Wagens hergehen sollen. Das wollten die Festzügler lieber nicht riskieren und stellten die Reihenfolge um.

Alois Kraus und Herbert Ganserer, Franziska Ulrich und Diana Arz gehören jetzt auch schon seit Jahren zur Mannschaft der Festzugmacher. Sie wissen alle, was zu tun ist. "Eingespielt", sagt Homolka zu der Mannschaft.Sehr zufrieden ist Pichelsteinerpräsident Walter Fritz in diesem Jahr wieder mit der Beteiligung von Fußgruppen. Die Postkellerfreunde auf dem Wagen mit dem Bierkeller sind beispielsweise dabei, die Burgfreunde, die Trachtler und die Dorfgemeinschaft Oberneumais, genauso wie die Schmankerlbühne Sohl, die eine Mönchsgruppe darstellen wird.

Und natürlich hat auch Manfred Homolka eine Rolle beim Festzug, sozusagen eine Paraderolle. Er wird den Münchner im Himmel verkörpern, den ja ein unbandiger Durst plagt. Mit auf diesem Wagen: Pfarrvikar Andreas Artinger als Petrus.

Die Ehrengäste haben in diesem Jahr auch eine besondere Mitfahrerin, die bayerische Landesmutter Bavaria. Die eigens für die Landesausstellung "Bier in Bayern" geschnitzte Großfigur steht normalerweise in Aldersbach vor dem Ausstellungsgebäude. Aber eigens für den Pichelsteinerfestzug geht sie auf Reisen, wird nach Regen geliefert. "Da hat sich Walter Fritz drum gekümmert", sagt Homolka und kann den Präsidenten nur loben für die gute Zusammenarbeit mit den Festzugmachern. Und natürlich muss bei den beiden Festzugs-Chefs Homolka und Ertl, die schon so lange dabei sind, wieder die Frage gestellt werden, wie lange sie noch Kreativität beweisen wollen. Manfred Homolka ganz trocken: "I sog dazua nix mehr." Und Erwin Ertl sagt: "Für mi is des der letzte Festzug", um nach einer kurzen Pause noch anzufügen: "Für heuer."


PNP 08.07.2016
Die Bavaria der Landesausstellung kommt zum Pichelsteiner-Festzug

Erfolgreiche Besprechung mit Vereinen und Institutionen für den Festzug
Regen. In zahlreichen Besprechungen, vielen Terminen und Telefonaten laufen derzeit die Vorbereitungen für das 142. Pichelsteinerfest, das in drei Wochen beginnt. Präsident Walter Fritz koordiniert alle Sitzungen, Termine und Maßnahmen. Der Festzug widmet sich in diesem Jahr dem Jubiläum des Reinheitsgebots. Der Wagen mit der überdimensionalen Bavaria, der zurzeit in Aldersbach bei der Landesausstellung zu sehen ist, wird am Pichelsteinersonntag beim Festzug durch Regen rollen. Außerdem ist auch die Bayerische Bierkönigin beim Festzug dabei.
Vergangenen Montag fand mit den Vertretern der Vereine und Institutionen, die Begleitgruppen für die Motivwägen stellen, eine Besprechung des Festzuges statt. Walter Fritz wies in seinen einleitenden Worten auf die überregionale Bedeutung des Pichelsteinerfestes hin und gab Informationen über das heurige Fest mit seinen Themenschwerpunkten.Vor der Sitzung gab es für die Teilnehmer die Möglichkeit, sich über den Stand der Vorbereitungen zu informieren. Alle waren überrascht, was da von der Arbeitsgruppe Festzug unter der Leitung von Manfred Homolka schon geschaffen wurde. Auch Motive der Gondelfahrt konnte man im Entstehen bewundern. Das Thema des Festzugs 2016: "500 Jahre Reinheitsgebot – Tradition, Kultur und Genuss".