Pressemitteilungen 2012


Zeitungstexte stammen von der PNP - Passauer Neuen Presse

PNP 03.08.2012
Die Fest-Bilanz: Es war bunt und glänzend

Das Pichelsteinerfest 2012 war außergewöhnlich ruhig, harmonisch und vom Wetterglück geprägt
Regen. Man spürte das zufriedene Lächeln von Pichelsteiner-Präsident Walter Fritz fast durch den Telefonhörer, als er gestern aus seiner Sicht die Bilanz des Pichelsteinerfests 2012 zog: "Ich bin froh, glücklich und stolz, es war hervorragend." Alles habe geklappt, alles, was man sich vorgenommen habe, konnte umgesetzt werden. Der persönliche Höhepunkt war für Fritz der Festzug. Anfangs fast der Untergang im Wolkenbruch, dann das schöne Finale auf dem Stadtplatz. "Es war am Stadtplatz eine ganz besondere Stimmung, alle haben auf den Zug gewartet, alle haben sich gefreut, als wir gekommen sind", sagt Fritz. der auch auf dem Festplatz Ausdauer bewiesen hat. An sechs Tagen war er auf dem Fest, nur am Dienstagabend hat er eine Pause eingelegt, dafür aber in der Nacht auf Donnerstag bis um 2 Uhr morgens durchgehalten - im Falter-Saal. Den Schwung aus diesem Fest will Fritz in die Vorbereitung des Fests 2013 mitnehmen, wie er sagt. Die Kritiksitzung des Komitees soll noch im August sein, "da sind die Eindrücke noch frisch. Kritik wird es allerdings kaum geben; aber man kann bei einer solchen Sitzung ja auch mal loben", wie er meint.

"Ein hervorragendes Fest", sagt einer, der damit weder den Bierkonsum noch den Besuch der Veranstaltungen beschreibt, sondern die Abwesenheit von Ärger und Reibereien. Manfred Buchinger, Chef der Polizeiinspektion Regen, war in dieser Hinsicht sehr zufrieden mit dem Pichelsteinerfest 2012. Nur ein paar kleine Hakeleien, keine große Klopperei. "Wir waren personell gut vertreten auf dem Fest", sagt Buchinger, die Polizeiinspektion Regen ist für die Festzeit personell verstärkt worden. Möglicherweise habe auch die Security in der Tierzuchthalle das nötige Fingerspitzengefühl gezeigt.
Traditionell Pichelsteiner-Pause macht Festwirt Sepp Falter am letzen Pichelsteiner-Tag. Denn er muss am Donnerstag fit sein für den Abbau. Auch er hat das Fest als "sehr angenehm" empfunden, als "sehr gut und friedlich". Das Tüpfelchen auf dem i war der Samstagnachmittag mit Uli Hoeneß, den Sepp Falter und die Pichelsteiner dem Landwirtschaftsminister und CSU-Kreisvorsitzenden Helmut Brunner zu verdanken hatten.
Das Attribut "sehr gut" gilt auch für den Festbier-Absatz, dessen genaue Höhe Betriebsgeheimnis ist. "Er ist sehr konstant, schwankt ungefähr um fünf bis sechs Hektoliter", sagt Falter, der bis allerspätestens Samstag alles wieder aufgeräumt haben will. Denn die nächsten Feste stehen am Wochenende an: Weißensteiner Kirchweih, Motorradtreffen Ruhmannsfelden . . .
Enorme Ausdauer hat Bürgermeister Ilse Oswald bewiesen: Jeden Tag auf dem Fest, jeden Tag bis spätabends. Der gute Vorsatz, doch einmal etwas eher nach Hause zu gehen, ist allerspätestens an der TSV-Bar zerschellt. "Es hat bei diesem Fest überhaupt keinen Ärger gegeben", sagt die Bürgermeisterin, die die sechs Tage als "ruhig, sicher, bunt, spritzig, gastfreundlich und sehr kommunikativ" bezeichnet. Ein Wunsch wird der Bürgermeisterin wohl so schnell nicht erfüllt werden: Längere Ausschankzeiten an der TSV-Bar.
Gestern Vormittag haben sich die beiden Festplätze schnell geleert, einige Schausteller waren noch in der Nacht abgereist, mussten gestern Abend schon in Waldkirchen wieder alles aufgebaut haben. Mittendrin im Abbau war auch Pichelsteiner-Elektriker Hermann Keilhofer. Der war auch froh: Nach dem Vandalismus an den Lichterketten am ersten Tag des Fests verlief der Rest schadensfrei.

PNP 02.08.2012
Der Durst eint junge und alte Senioren

Rund 650 Regener über 70 Jahre ließen sich gestern gratis Bier, Gickerl und Würstl in der Festhalle schmecken
Regen. Eigentlich ist Kurt Fiederling ja ein Mann von preußischer Strenge. Aber an so einem Pichelsteiner-Mittwoch, so gegen 13 Uhr, geht ihm dann doch das Herz auf. "Schaut doch gut aus, oder?" fragt das Ehrenmitglied des Pichelsteiner-Komitees und zeigt in die volle Festhalle hinein. Wenn da bei herrlichstem Sommerwetter über 1000 Menschen friedlich bei Bier und Brotzeit sitzen, dann sind alle Mühen der Vorarbeit vergessen.

Die beiden Stunden zuvor hatte Fiederling neben Komitee-Kollegen Helmuth Pfeffer an einem Biertisch am Halleneingang gesessen. Der Mittwoch ist auf dem Fest der Tag der Senioren, und seit mittlerweile zehn Jahren übernimmt hier der Pensionist Fiederling die Organisation. Was beim Pichelsteinerfest keine kleine Aufgabe ist. In Zahlen: Über den Tisch am Halleneingang gingen gestern rund 2000 Markerl, denn jeder Regener Bürger über 70 Jahre hat Anspruch auf zwei Getränke- und einen Essensgutschein. Dazu wurden gestern 115 Bewohner des Regener Altenheims mit Gickerl, Bratwürstl und Getränken versorgt. Die Kosten für den Seniorentag, rund 9000 Euro, teilen sich die Pichelsteiner, die Stadt und die Brauerei Falter. Auch die Stadtpfarrei und die evangelische Gemeinde machen mit, die beiden Pfarrer Josef Ederer und Matthias Schricker, Rupert Betz und Maria Dachs vom Pfarrgemeinderat überreichten jedem Ankömmling eine Tafel Schokolade. Das Bavaria-Duo, erweitert zum Quartett, sorgte für musikalische Unterhaltung.
Dass die Pichelsteinerhalle so gut gefüllt ist, das schreibt Kurt Fiederling auch ein bisschen den strengen Regeln bei der Vergabe der Marken zu. "Unser Ziel war immer, dass die Leute in die Halle kommen", stellt er klar. Deshalb können die Gutscheine auch nur persönlich vor der Halle abgeholt werden. Pfeffer und Fiederling schauen sich durchaus auch mal genau den Personalausweis an. Legt ein Endvierziger den Ausweis seiner Mutter vor, dann muss er mit Nachfragen rechnen. "Aber wenn jemand wirklich nicht aus dem Haus gehen kann, dann können natürlich auch Angehörige die Marken abholen", sagt Fiederling, "wir finden da schon den Mittelweg." Die Getränkegutscheine sind mittlerweile unbefristet gültig, damit könnten die Senioren also auch mal den Enkel belohnen, wenn der für den Opa den Taxifahrer macht. Die Essensmarken aber können nur bis um 15 Uhr eingelöst werden.
Und so kann Fiederling beim Blick in die Halle befriedigt feststellen: "Da sitzen nicht nur Senioren drin." Alle Generationen lassen sich hier Bier und Gickerl schmecken. Der 100-jährige Rudolf Obermeier aus Weißenstein ist da - aber es wird auch der eine oder andere Urenkel im Kinderwagen durch die Tischreihen geschoben
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PNP 01.08.2012
Gnadenloser Einsatz für die Bauern

Walter Heidl war schon oft beim Landwirte-Tag auf dem Pichelsteinerfest - jetzt erstmals als BBV-Präsident und Festredner
Regen. Es war für ihn ein "Heimspiel", wie er selbst sagte: Walter Heidl, neuer Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, hat reichlich Erfahrung mit der Bauernkundgebung auf dem Pichelsteinerfest. Zehn Jahre lang war Heidl BBV-Bezirksvorsitzender, und in dieser Zeit war er immer am Pichelsteiner-Dienstag im Faltersaal präsent, wie er sich gestern erinnerte. Diesmal war alles anders, der Vilstaler war Festredner beim Tag der Land- und Forstwirtschaft.
Als "hemdsärmelig", manchmal "detailversessen", mitunter "gnadenlos" charakterisierte Josef Steinhuber den diesjährigen Festredner. Der Leiter des Regener Landwirtschaftsamtes übernahm die Begrüßung und die Moderation des Nachmittages zusammen mit BBV-Kreisobmann Roland Graf. Steinhuber zitierte diese Attribute aus einem Bericht der PNP zur Wahl Heidls im Frühjahr. Der Vertreter von 156 000 Verbandsmitgliedern wiederum fand sich recht gut getroffen - natürlich nur insofern, als es um seinen Einsatz für den Berufsstand geht.
Weil er in seinem neuen Amt erstmals in Regen war, trug sich Walter Heidl ins goldene Buch der Stadt ein, assistiert von (von links) Josef Steinhuber (Amt für Landwirtschaft), Bürgermeisterin Ilse Oswald, stellv. Landrat Heinrich Schmidt, Kreisbäuerin Katharina Zellner, BBV-Bezirksvorsitzender Gerhard Stadler, Bezirksbäuerin Maria Biermeier, Pichelsteinerpräsident Walter Fritz, MdB Ernst Hinsken, Bezirksrätin Rita Röhrl und BBV- Kreisobmann Roland Graf. - Fotos: Fuchs
Bevor Heidl ans Rednerpult treten konnte, nannte Steinhuber erst einmal zahlreiche Anwesende der mittelmäßig besuchten Kundgebung namentlich: Politiker, Geistlichkeit, BBV-Vertreter aus ganz Niederbayern, Vertreter von Behörden und Schulen, aus Wirtschaft, Sport und Bundeswehr. In seinem neuen Amt durfte sich Heidl ins goldene Buch der Stadt Regen eintragen, das Bürgermeisterin Ilse Oswald in den Faltersaal mitgebracht hatte. Oswald sprach ein Grußwort, MdB Ernst Hinsken und stellv. Landrat Heinrich Schmidt ebenfalls.
Verdienstmedaille für Pletl und Seidl Nicht alltäglich war die Ehrung, die die BBV-Vertreter aufs Programm gesetzt hatten. Für zwei altgediente Männer vom Amt für Landwirtschaft gab es die Verdienstmedaille des BBV in Bronze, für Georg Pletl und für Xaver Seidl. Pletl arbeitet seit 1976 am Regener Amt, ist heute für den Bereich Pflanzenbau zuständig und hat nicht zuletzt unzählige Winterversammlungen für die Bauern mitorganisiert. Franz Xaver Seidl hatte 1972 am Amt seinen Dienst angetreten, Ende 2011 war er als Chef der Förderungsabteilung in den Ruhestand gegangen.
Unter der Überschrift "Gemeinsam stark - Zukunft gestalten" schnitt Festredner Heidl zahlreiche Themen rund um die Landwirtschaft an. Der Bauernpräsident sieht durchaus Gründe, warum die Bauern selbstbewusst auftreten können. In der deutschen Landwirtschaft arbeiteten drei Mal so viel Menschen wie in der Auto-Branche, "wir sind der wirtschaftliche Motor im ländlichen Raum". Hatte man früher zeitweise verächtlich von Überproduktion und "Getreideberg" gesprochen, so höre man heute ganz andere Töne, sagte Heidl. So habe etwa Kanzlerin Merkel laut darüber nachgedacht, ähnlich wie beim Benzin eine Art nationaler Getreide-Grundreserve anzulegen.
Dass jeder vierte Euro in der deutschen Landwirtschaft im Export verdient wird, damit hat Heidl überhaupt kein Problem. "Wir sind nicht auf einer Insel", stellte er klar, "der Exporterfolg zeigt, wie hoch auswärts die Qualität unserer Produkte geschätzt wird." Die Forderung nach höheren Preisen - derzeit wieder bei Milch und Ferkeln laut geworden - stützt der Bauernpräsident, aber er stellt auch klar: "Nur über den Preis geht’s nicht." Denn von höheren Preisen profitierten immer die begünstigten Regionen überproportional - und in benachteiligten Gebieten blieben viele Betriebe auf der Strecke. "Ihr müsst das realistisch sehen, wir brauchen den Werkzeugkasten der staatlichen Mittel"so Heidl.
Bei den derzeitigen Plänen für eine neue EU-Agrarpolitik sieht Heidl noch viel Verbesserungsbedarf. "Greening ja - aber nicht im Sinne von Ciolos", meinte er zu den Vorstellungen des EU-Agrarkommissars. Denn dessen Auflagen - Stillegung von sieben Prozent der Fläche, Fruchtwechsel und Umbruchverbot für Grünland - treffe gerade die Grünlandregionen, die ohnehin relativ "grün", also wenig intensiv wirtschafteten. Deshalb will Heidl diese pauschale Regelung verhindern. Von den "Greening"-Auflagen müssten nicht nur Bio-Betriebe ausgenommen werden, wie es Ciolos plant, sondern generell Höfe mit sehr viel Grünland und Kleinbetriebe. "Und es muss anerkannt werden, wenn ein Bauern ohnehin schon sehr naturnah wirtschaftet."
"Wir haben 0,0 Prozent Fläche zu vergeben" Von Flächenstillegung hält Heidl ebenfalls nichts. "Wir haben 0,0 Prozent Fläche übrig, um sie stillzulegen." Das gelte übrigens auch für den Wald. "Wir wollen keinen Schutz per Käseglocke", so Heidl. "Schützen durch nützen" müsse die Devise lauten. Deshalb hält Heidl auch die derzeitige Ausgleichsflächen-Regelung für völlig abwegig. "Dass sogar für Projekte im Rahmen der Energiewende, etwa für Windparks, Ausgleichsflächen gefordert werden, das ist einfach pervers."
Eine drohende Konfrontation zwischen Nahrungsmittel- und Energiepflanzenanbau sieht Heidl nicht, im Gegenteil. "Es gibt Synergieeffekte, wer auf Energieerzeugung umsteigt, macht auf dem Markt Platz für die Nahrungsmittelerzeuger." Die Landwirtschaft heute brauche diese Alternative. "Es ist nicht unethisch, Energiepflanzen zu erzeugen", stellte der BBV-Chef klar. Schließlich habe man das bis vor 70 Jahren genau so gemacht: Auf 30 Prozent der Felder wurde sozusagen Bio-Treibstoff angebaut, nämlich Futter für die Zugtiere.

PNP 31.07.2012
Arbeit ist da, aber der Arbeiter wird knapp

Der Tag der Wirtschaft beim Pichelsteinerfest widmete sich dem demografischen Wandel und dessen Auswirkungen auf die Betriebe
Regen. Die Prognosen sind richtig düster: Rasant schwindende Einwohnerzahl, Wegzug junger Menschen, Arbeitskräftemangel. Das alles soll Regionen wie Ostbayern wegen des demografischen Mangels blühen. "Aber Prognosen sind dazu da, um sie zu verändern", sagte Oberstleutnant Heiko Diehl, Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 112 in Regen. Er war einer der Redner beim "Tag der Wirtschaft" im Rahmen des Pichelsteinerfests, der auch ein bisschen ein Mutmacher-Vormittag war, ein Vormittag, der durchaus ein paar Besucher mehr verdient hätte.

Die hätten dann hören können, dass sich die Unternehmen durchaus schon etwas einfallen lassen, um Mitarbeiter zu binden, um auch neue Mitarbeiter in die Region zu locken. Pichelsteiner-Präsident Walter Fritz, der mit der Stadt Regen für die Organisation des Tags der Wirtschaft sorgt, hatte neben Diehl Dr. Josef Dachs, Präsident der IHK Niederbayern und Präsident der MAN Diesel&Turbo SE in Deggendorf, sowie Dr. Robert Hartel, Vorstandsvorsitzender der Zwiesel Kristallglas AG, als Referenten gewinnen können. Hartel brachte gleich ein konkretes Beispiel, wie sich Betriebe um ihre Mitarbeiter kümmern können. Indem sie beispielsweise mit anderen Betrieben zusammenarbeiten und gemeinsam eine Kindertagesstätte einrichten. Die Zwiesel Kristallglas projektiert eine solche KiTa gerade gemeinsam mit dem Kreiskrankenhaus.
Überhaupt: Die Arbeitnehmer, sie können profitieren, sie werden umworben von den Unternehmen. "Landrat, mach was", das höre er oft, wie Michael Adam in seinem Grußwort sagte. "Der Landkreis arbeitet gerade an einem Konzept, junge Menschen aus dem Ausland anzuwerben, sie hier zu schulen und in den Arbeitsmarkt zu integrieren", wie Adam berichtete. Gleichzeitig müsse sich der Landkreis besser positionieren, sich als Standort mit hochwertigen Arbeitsplätzen und hoher Lebensqualität vermarkten, damit man die Abwanderung junger Leute abmildert.
Die Auswirkungen seien schon heute zu beobachten, es gebe Fälle, in denen freie Stellen nicht zu besetzen sind, berichtete Josef Dachs in seinem Vortrag. Gegenmittel: Schwächere qualifizieren, die Quote der berufstätigen Frauen erhöhen, selber ausbilden, Kräfte an die Region binden. Da gibt es dann Programme, die unter dem schönen Namen "Study and stay in Bavaria" laufen. Beim Gegensteuern eilt es, so Dachs, "es ist drei Minuten vor zwölf."
Gar nicht 20 Jahre nach vorn schauen will Dr. Robert Hartel, schon die nächsten fünf Jahre seinen sehr wichtig, wie er meinte. Mit den Fachhochschul-Ausgründungen habe man politisch den richtigen Schritt gemacht. Rund um die Hochschulen würden sich Betriebe ansiedeln, die hätten wieder Anziehungskraft, so gelinge es auch leichter, Menschen in die Region zu ziehen. Und es müsse auch gelingen, die älteren Mitarbeiter zu halten. "Früher hat man die 58-Jährigen dazu überredet, in den Vorruhestand zu gehen, das ist lange vorbei", so Hartel. Hier muss noch ein Potenzial schlummern. Im Landkreis Regen arbeiten nur noch 30,7 Prozent der Menschen, die zwischen 55 und 65 Jahre alt sind. Im gesamten Bayern sind es 56,3 Prozent.
Den Kontakt zwischen den älteren und den jüngeren Mitarbeitern fördern, das könne auch dazu führen, dass sich die älteren Mitarbeiter weiter wohlfühlen; und so könne man auch dafür sorgen, dass das Wissen und die Erfahrung von den älteren Mitarbeitern weitergegeben wird und im Unternehmen bleibt.
Bis vor ein paar Jahren dachte man, dass die Bundeswehr wohl keine Probleme hat, Stellen zu besetzen. Die Wehrpflicht spülte Menschen in die Kasernen. Viele, die anfangs nie daran dachten, bei der Bundeswehr zu bleiben, verpflichteten sich oder wurden Berufssoldat. Nach dem Wegfall der Wehrpflicht muss sich die Bundeswehr aktiv darum kümmern, junge Männer und Frauen in die Kaserne zu bekommen, die sich für den Beruf des Soldaten begeistern. Der Regener Kommandeur Heiko Diehl ackert auf diesem Gebiet. Jugendfußballer werden für ein Wochenende in die Kaserne eingeladen, in der kommenden Woche gibt es für Jugendliche ein paar Tage Schnupper-Wehrdienst, bei den Divisionsskimeisterschaften wurden mehrere hundert Schüler über das Angebot der Bundeswehr informiert. Der Erfolg ist bisher nicht berauschend. Gegenwärtig kommen nur rund 20 Prozent der Soldaten, die in der Bayerwald-Kaserne stationiert sind, aus einem Umkreis von 50 Kilometern. Ende der 1970er Jahre, als Oberstleutnant Speidel Kommandeur in Regen war, der gestern im Publikum saß, kamen 50 Prozent der Soldaten aus der Region. "Das ist ein Wert, zu dem wir wieder hin wollen", so Diehl, der aber auch feststellte, dass die bisherigen Werbebemühungen noch keinen greifbaren Erfolg hatten.
Dem Publikum beim Tag der Wirtschaft konnte er vermitteln, dass die Bundeswehr ein durchaus attraktiver Arbeitgeber ist. Allerdings war es nicht unbedingt das richtige Zielpublikum, bei den meisten lag die Zeit des Wehrdiensts schon ein paar Jahre zurück. Das Ziel, Leute aus der Region und auch darüber hinaus für den Dienst bei der Bundeswehr zu begeistern, nütze der gesamten Region, so Diehl: Mehr Menschen, Nachfrage nach Immobilien - und nach dem Ausscheiden seien Soldaten auch gut ausgebildete Fachleute, die die Betriebe der Region stärken können.
"Interessante Beiträge", war das Urteil vieler Besucher beim Tag der Wirtschaft. Dass er nicht ganz so gut besucht war, war das vielleicht auch schon eine Auswirkung des demografischen Wandels?

PNP 31.07.2012
Das Pichelsteiner-Jubiläum schmeckt dem Chefkoch

Zum zehnten Mal war Günther Prinz heuer Festkoch - 3000 Portionen Eintopf für den Festmontag
Regen. Es dampft gehörig am Pichelsteinermontag. Vormittags hat sich in den Räumen über der Falter-Abfüllhalle ein intensiver Geruch nach gebratenem Fleisch, Gewürzen und Lauch ausgebreitet. Durch den Dampf zieht der frische Kochduft noch intensiver in die Nase von Günther Prinz. "Fast wie eine Sauna mit Geschmack", sagt er und lacht.
Prinz trägt eine weiße Kochmütze, dazu ein weißes Hemd und eine rote Schürze. Auf dem braun gefliesten Boden liegen gut 20 Kisten voll mit geschnittenen Karotten, Lauch und Sellerie. In den silbergrauen Tanks, die bis zu 400 Liter fassen, köcheln gewürfelte Fleischstückchen vor sich hin. "Etwas nervös bin ich schon", gibt der Chefkoch mit Blick auf 1700 Liter kochendes Pichelsteiner zu. Seine 3000 Portionen Pichelsteiner wollen schließlich zur Mittagszeit verkauft sein.
1700 Liter reichen für 3000 Portionen Seit sechs Uhr Morgen kochen die drei Fleischsorten bei 100 Grad. Rind, Schwein und Kalb, alles anderes lehnt Prinz ab. Insgesamt sind es knapp 400 Kilo Fleisch, die er für seinen Rieseneintopf braucht. Wie auch das Gemüse kommt das Fleisch von regionalen Anbietern, die Qualität muss passen, sagt der Pichelsteiner-Chefkoch. Seine diesjährigen Bemühungen um die kulinarische Gunst der Besucher sind ein kleines Jubiläum. Zum zehnten Mal ist er hauptverantwortlich für das Pichelsteiner. Das Schönste daran? "Wenn man mittags durch die Halle gehen kann und hört, den Leuten hat’s geschmeckt", sagt Prinz.
Knapp fünf Stunden kochen die Zutaten in den großen Behältern. Schritt für Schritt werden Fleisch und Gemüse nacheinander hinzugegeben. Dazu eine geheime Gewürzmischung. Immer wieder rührt Prinz die kochende Mischung um, überprüft die Härte der Kartoffeln und den Geschmack der wässrigen Kombination, die Zutat für Zutat dicker wird. Obwohl er dieses Jahr zum ersten Mal einen funktionierenden Ventilator im Obergeschoss installieren konnte, schwitzt er im aufsteigenden Dampf, der sich beim Öffnen eines Tanks kurzzeitig dicht über die gesamte Kochfläche verbreitet.
Zusammen mit sechs Helfern hat er in den Tagen zuvor die eigentliche Arbeit geleistet. Mehrere hundert Kilo Gemüse wurden maschinell geschnitten, die Kartoffeln sogar per Hand geschält. Bei knapp über null Grad wurden die Zutaten dann bis zum Montag gelagert. Karotten, Sellerie und Petersilie kommen erst spät in die Tanks und sollen den eigentlichen Geschmack ins Pichelsteiner bringen.
Geklappt hat das bisher immer noch, meint Prinz zuversichtlich. Unter dem Jahr kocht er Pichelsteiner hin und wieder in kleineren Mengen daheim. Der Aufwand ist zu den Arbeiten heute nicht vergleichbar. Bevor er seine letzten Zutaten hinzugibt, verrät der Chefkoch noch seine eigenen Anforderungen an ein richtig gutes Pichelsteiner. "Die einzelnen Zutaten müssen sichtbar sein aber trotzdem ein Ganzes ergeben. Der Geschmack muss ausgeglichen und würzig sein", lautet der Hinweis an alle Köche, die auch außerhalb des Festes auf gutes Pichelsteiner nicht verzichten wollen.

PNP 31.07.2012
1000 Menschen, ein Ziel: Pichelsteiner

Nach dem großen Ausmarsch ist die Halle ganz schnell ganz voll
Regen. Er ist der kleine Bruder des Festzugs, der Pichelsteiner-Ausmarsch am Montag, zu dem Max Pletl um Punkt 12 Uhr mit einem lauten "So, auf geht’s" lädt. Angeführt von der Blaskapelle Rabenstein-Möckenlohe, die zum fünften Mal den Ausmarsch anführte, marschierten die Ehrengäste der Stadt und der Pichelsteiner und die Bürger Richtung Festgelände. Für einen, für Festkoch Günther Prinz, ist der Ausmarsch eine kleine Erholung, die aber fünf Meter vor der Festhalle endet. Prinz eilt unter seinem Baldachin hervor, sprintet ums Halleneck, schnappt sich die Schöpfkelle und teilt Pichelsteiner-Eintopf aus, bis wirklich alle 3000 Portionen weg sind - das dauer keine Stunde.

PNP 30.07.2012
Der wohltönende Wettstreit

Fanfarenzug und Spielmannszug auf dem Stadtplatz
Regen. Wer eine Vorstellung davon haben will, wie sich die Trompeten von Jericho angehört haben müssen, der kann sich an den Fanfarenzug Eschwege wenden. Die Bläser und Trommler aus der Regener Freundesstadt haben an diesem Pichelsteinerwochenende groß aufgespielt - ebenso exakt wie dynamisch und lautstark. Als besondere Überraschung traten sie in der Halbzeitpause des Bezirksligaspiels des TSV Regen gegen Salzweg im Bayerwald-Stadion an. Bekamen für ihren Auftritt auf dem grünen Rasen großen Applaus und bliesen die Regener Kicker zu einem 2:0-Erfolg.
Auf dem Stadtplatz trafen sich die Eschweger Musiker mit dem Regener Spielmannszug, wechselten sich im Spiel ab - und dann hatten sie auch noch genügend Luft, um am Sonntag beim Pichelsteiner-Festzug mit dabei zu sein.

PNP 30.07.2012
Nach Blitz und Donner eine perfekte Runde

Trotz des Platzregens zu Beginn: Der Pichelsteiner-Festzug wird eine grandiose Sache
Regen. Es war nicht zitierfähig, was Max Pletl, Verantwortlicher für die Festzug-Organisation bei den Pichelsteinern, von sich gab, als sich gestern pünktlich zum Abmarsch des Festzugs ein Wolkenbruch über Regen entlud. Aber aufgeben? "Nein, mir gehma", sagte Pletl, und der Festzug pflügte durch das Wasser, das zentimeterhoch auf der Zwieseler Straße stand.
Belohnung für das Durchhaltevermögen: Es hörte zu regnen auf, sogar die Sonne ließ sich blicken, sie strahlte auf einen Festzug, der unter dem Motto "Regen hat Freunde" stand. Weswegen die Rother und die Eschweger, die Hildesheimer und die Freunde aus Mirebeau einen Schwerpunkt bildeten. Und bewundern konnten, wie Festzuggestalter Manfred Homolka ihre Städte in Szene gesetzt hatte. Mehr oder weniger nass waren die Akteure, als sie in der Stadtmitte angekommen waren. Die Fahnenschwinger des Spielmannzugs mussten Schwerstarbeit leisten mit den vollgesogenen Fahnen, die kleine Köche hatten sich in transparente Umhänge gehüllt.
Der Herold Franz Kreuzer, zwei Spielmannszüge, fünf Musikkapellen, 20 Festwagen, 27 Fußgruppen und drei Kutschen mit den Ehrengästen und Pichelsteiner-Ehrenmitgliedern rollten an den Zuschauern vorbei. Die standen am Stadtplatz dann schon richtig dicht und warteten auf den Höhepunkt: Die Zehnerzug-Premiere auf dem umgebauten Stadtplatz. Ohne Probleme lenkte Baptist Falter die zehn Percheron-Rösser um den Platz, erntete viel Applaus, der nicht nur ihm galt, sondern allen Pichelsteinern und ihren Helfern, die diesen grandiosen Festzug 2012 auf die Räder gestellt haben.

PNP 30.07.2012
Gondler mit dem Wetter-Glück der Tüchtigen

Die Pichelsteiner-Gondelfahrt war am Samstagabend auf dem Weg rund um die Welt
Regen. So am frühen Samstagabend waren die Mienen sehr ernst bei den Gondlern. Wenn der Wetterdienst eine Unwetterwarnung herausgibt, und wenn sich eine Niederschlagsfront im Regen-Radar in Richtung Bayerwald schiebt, dann ist Alarmstufe Rot. Gondelfahrt in Gefahr. Aber ein paar Stunden später: lauter glückliche Gesichter. Das Unwetter löste sich auf, ein perfekter lauer Abend für eine perfekte Gondelfahrt, die unter dem Motto "Auf dem Regen um die Welt" stand.
Edwin Stoletzky, er ist der kreative Kopf der Gondeltruppe, musste schwitzen. Das hatte mit der Rolle zu tun, die er sich selber gegeben hatte. Er stand auf der Antarktis-Gondel, dick eingepackt wie es sich gehört, wenn man Angehöriger der ersten Bayerwäldler-Südpol-Expedition ist. Die hat natürlich auch zwei Fässchen Falter-Bier auf dem Schlitten, wie Radio-Pichelsteiner-Moderator Günther Arend die Zuschauer informierte.
Richtig heiß dagegen die Afrika-Gondel, auf der ein Stammeshäuptling über den Regen schipperte. Auf dem Häuptlings-Thron saß Johannes Kronschnabl. Weil der wirklich aus Afrika stammt, brauchte es keinerlei Tricks oder Make-up.
Die Wasserspieler sorgen für die Kulisse der Gondelfahrt, die wieder tausende Zuschauer hatte.
Anders beim "tätowierten" Erwin Ertl, der einen Maori-Krieger mimte. Die Kringel waren ihm kunstvoll ins Gesicht gemalt worden. Ein bisschen Angst musste man als Zuschauer um die Besatzung des schwimmenden Bierkellers haben, der mit seiner Schieflage im Wasser darstellte, wie man die Welt nach mehreren Maß Festbier wahrnimmt.
Weil die Flachwasserzonen markiert waren, blieb keine Gondel stecken, die Wasserwachtler brauchten auch nicht einzugreifen. Nach gut einer Stunde war sie vorbei, die Weltreise. Und Edwin Stoletzky war so glücklich, als hätte er soeben als erster Mensch den Südpol erreicht.

PNP 30.07.2012
Die Pichelsteiner-Festhalle wird Hochburg der Roten

FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß unterhält die Fans bestens - 2013 kommt der FC Bayern München in den Bayerischen Wald
Regen. "Kann der Jupp Heynckes mit dem Arjen Robben nicht mal richtig gut Elfmeterschießen trainieren?" fragte der neunjährige Tobias Sixt. Tobias ist vom Fach, er steht in der E-Jugend des TSV Regen im Tor. Und der Adressat der Frage ist auch vom Fach, FC-Bayern-München-Präsident Uli Hoeneß. Er ist sogar ein richtiger Fachmann in Sachen verschossener Elfmeter. Hoeneß hat im EM-Finale 1976 in Belgrad einen Elfmeter so hoch übers Tor geschossen, "die haben den Ball bis heute noch nicht gefunden", witzelt er und erklärt noch ganz ernsthaft, in welch besonderer Situation man als Elfmeterschütze nach einer Verlängerung ist; und dass man das nicht trainieren könne. Richtig großen Jubel erntete Hoeneß in der Pichelsteiner-Festhalle dann mit der Ankündigung, dass der FC Bayern München im kommenden Jahr zu einem Fußballspiel in den Bayerischen Wald kommen würde.
Gut aufgelegt und locker war Hoeneß, den Landwirtschaftminister Helmut Brunner nach Regen eingeladen hatte zum Sportgespräch mit den Fans. Die nutzten das, die Festhalle war voll, als Uli Hoeneß’ dunkle Limousine um Punkt 14 Uhr vor die Halle rollte. Hoeneß war nicht nur erfolgreicher Fußball-Profi erfolgreicher Fußball-Manager, sondern auch erfolgreicher Unternehmer. Er hat eine Wurstfabrik aufgebaut, die mittlerweile sein Sohn Florian führt. Franz Kagerbauer, der die Pichelsteiner-Festküche führt, hatte am Samstag Hoeneß-Würstl im Angebot, Uli Hoeneß testete sogleich, stärkte sich fürs Autogrammeschreiben, denn da war voller Einsatz verlangt, so bestürmt wurde er.
Wie ein Triumphmarsch gestaltete sich der Einzug vo Uli Hoeneß, den der CSU-Kreisvorsitzende Helmut Brunner eingeladen hatte.
Der Einzug in die Halle ähnelte einem Triumphzug, und es dauerte, bis er das Podium erklommen hatte, auf dem schon Martin Freund wartete, Leiter der PNP-Sportredaktion, der das muntere Frage-Antwort-Spiel moderierte.
Aufmerksam war das Publikum, in dem auch MdB Ernst Hinsken und Bürgermeisterin Ilse Oswald saßen, und auch Pichelsteinerpräsident Walter Fritz, der sich darüber freute, dass das Pichelsteinerfest mit dem Hoeneß-Nachmittag eine weitere Attraktion erfahren hatte. Für die Helfer vor Ort des BRK wurden noch FC-Bayern-Devotionalien verlost, VdK-Kreisgeschäftsführer Helmut Plenk ließ Hoeneß Bären signieren, die an Behinderte verschenkt werden sollen, und mit einer Schmankerl-Kiste bedankte sich Helmut Brunner bei Hoeneß. Von der Brauerei Falter bekamen Hoeneß und Brunner noch je eine Magnum-Flasche Festbier mit einem besonderen Etikett. Die Flaschen zieren Porträts der Beschenkten.

PNP 28.07.2012
So schnell wie nie zum Anzapfen

Kurzer Ausmarsch wegen der Baustelle - Mit vier Schlägen zapfte Bürgermeisterin Ilse Oswald das erste Fass an
Regen. "Naja, oan hätt er schon no vadrogn", meinte Sepp Falter, als er prüfend am Zapfhahn ruckelte. Aber nach dem vierten Schlag befand Regens Bürgermeisterin Ilse Oswald, dass es genug ist, dass der Hahn fest genug im Spundloch sitzt. Also für die Statistik: Vier Schläge, und dann war es offiziell eröffnet, das Pichelsteinerfest, das es jetzt seit 138 Jahren gibt. Und das gestern Nachmittag den vermutlich schnellsten Auszug seiner Geschichte erlebt hat. Während der normal auf der Rathausauffahrt beginnt und auf dem Stadtplatz noch eine Runde dreht, musste er gestern in der Bachgasse starten. Rathausauffahrt ist Baustelle. Von der Bachgasse ging es auf dem direktesten Weg in die Festhalle.

Akribisch hatte Max Pletl die Positionen der Kutsche und des Brauereigespanns bestimmt, und um Punkt 16 Uhr setzte sich die Neue Stadtkapelle nach dem dritten Böllerschuss in Marsch. Pichelsteinerkomitee und Stadtrat, Spielmannszug und Schützen, Freunde aus Eschwege und Ortsfischereiverein, Burgfreunde, Moizerlitzer Eisschütze und die Köchekinder bildeten einen langen Zug. In der Festhalle bildete sich um das erste Fass eine große Traube. Wastl Weinberger band Bürgermeisterin Ilse Oswald die Schürze um, prüfend wog sie den Schlegel in der Hand, setzte an -
Schützenkönig Heinz Pfeffer marschierte mit seinem kleinen Prinzen mit, der Rest ist bekannt.
Als Pichelsteinerpräsident Walter Fritz und Bürgermeisterin die Gäste in der Festhalle begrüßten, war diese schon gut gefüllt, und während die Ausmarschierer gemütlich sitzen konnten, begann für die Bedienungen der harte Teil des Fests.

PNP 28.07.2012
Randale vor dem Fest: Lichterketten zerstört

Regen. Hermann Keilhofer ist das Mitglied im Pichelsteinerkomitee, dessen Arbeit als erstes sichtbar wird vor dem Fest. Der Elektrikermeister montiert mit Sohn Christoph die Lichterketten in der Stadt, auf der Ludwigsbrücke und entlang der Regenpromenade. Wenn das erledigt ist und die ersten Fieranten und Schausteller anrücken, dann sorgt er dafür, dass die auch den richtigen Strom bekommen und die Anschlüsse in Ordnung sind.

Einen Sondereinsatz musste Keilhofer gestern fahren, denn in der Nacht zum Freitag hatten Vandalen die Lichterkette an der Regenpromenade auf Höhe des Restaurants "La Gondola" zerstört. Sie haben die Masten, an denen die Ketten hängen, umgebogen, die Lichterketten heruntergerissen und die Glühbirnen zertreten. Keilhofer flickte und reparierte, und am Abend brannten die Pichelsteiner-Lichter als ob nichts geschehen wäre. "Nur dort, wie die Stangen mit Stacheldraht gesichert waren, ist nichts passiert", erzählte Keilhofer. Immer wieder hat es auch auf der Ruselstraße Schäden an der Beleuchtung gegeben. Dort seien, so Keilhofer, die Lampen vermutlich mit einer Luftdruckwaffe zerschossen worden. "Die Illumination ist zeitlich sehr aufwendig und wir sind froh, dass Hermann Keilhofer mit seinem Sohn Christoph das so reibungslos und zuverlässig abwickelt", sagt Pichelsteinerpräsident Walter Fritz.

PNP 27.07.2012
Festauftakt mit viel Schwung, aber ohne Sonne

Regen.Er kam kräftig ins Schwitzen gestern Abend, der Dirigent des Blasorchesters der Stadt Regen. Ein Zeichen dafür, dass Andreas Kroner und seine Musiker sich über eine gelungene Pichelsteiner-Serenade freuen durften. Obwohl der Kurpark vom vorhergehenden Wolkenbruch gut durchnässt war, obwohl es sogar zu Beginn des abendlichen Konzerts noch einmal kurz regnete: Nach einer halben Stunde waren alle Biertische vor dem Kurpark-Pavillon gut besetzt. Und bei tropisch-feuchter Wärme musste auch kein Zuhörer (und kein Musiker) frieren. Der kraftvoll dirigierende Kroner schon gar nicht.

Das Wetter-Thema zog sich nicht nur durch die kurzen Begrüßungsreden des Dirigenten und des Orchester-Vorsitzenden Florian Senninger. Kroner hatte auch, wie er sagte, spontan das Programm umgestellt und als Auftakt einen Marsch gewählt. Um die drohende dunkle Wolke zu vertreiben. Klappte nur bedingt, und so schwelgten dann die Musiker erst einmal ausgiebig in der konzertanten Blasmusik. In Stücken wie "The Masters of Hollywood" oder einem Ausschnitt aus dem Musical "Starlight Express" erklangen allerhand bekannte Melodien. Die hohe Kunst des Filmmusik-Komponierens konnten die Zuhörer in "Mancini Magic" und in "Villa Kunterbunt" bewundern - hier waren etwa der rosarote Panther, Pippi Langstrumpf oder die Biene Maja zu entdecken. Als Hommage an den unlängst gestorbenen Deep-Purple-Keyboarder Jon Lord deuten wir an dieser Stelle "Smoke on the Water", im Bläser-Arrangement eine echte Neuentdeckung. Noch etwas härter ging es im "New Age Rock" zu, bevor Dirigent Anderl Kroner musikalisch die Kurve hin zu den kommenden sechs Pichelsteinerfest-Tagen ankündigte. Und die Serenade mit eher traditioneller Blasmusik zu Ende ging.

PNP 26.07.2012
Noch ein Tag: Gondler haben elefantöse Arbeit hinter sich

Regen. Noch ein Tag, dann wird es angezapft, das erste Fass Pichelsteiner-Festbier. Und noch zwei Tage, bis die Gestalter der Gondelfahrt auf dem Regenfluss ihren großen Auftritt haben. Am Samstag um 20.45 Uhr werden die Gondeln von der Kurparkinsel ablegen und flussabwärts treiben. "Auf dem Regen rund um die Welt", lautet das Motto, was auch erklärt, warum Gondler-Chef Edwin Stoletzky (links) und seine Helfer vor einem Elefanten posieren. Der fährt auf der Afrika-Gondel mit. Ein Eisbär auf der Arktis-Gondel, der Stier mit Europa auf der Europa-Gondel und der australische Ayers Rock sind weitere Motive, die seit Mai in den Hallen in Metten entstanden sind. Sollte das Wetter am Samstagabend überhaupt nicht mitspielen, gibt es einen Ersatztermin: Montagabend.

PNP 25.07.2012
Noch zwei Tage: Der Festzug kann rollen

Regen. Noch stehen sie in den Hallen in Metten, die 20 Festwägen mit den Aufbauten und den Motiven. Am Freitag wird das Pichelsteinerfest eröffnet, der wichtigste Tag für die Festzugmacher ist aber der Sonntag, an dem ab 13.30 Uhr die Wägen durch die Stadt rollen werden, begleitet von zwei Spielmannszügen, fünf Musikkapellen, dem Zehnerzug, 27 Fußgruppen und drei Kutschen mit Ehrengästen. Am Samstag vorher gibt es noch den Feinschliff: Blumenschmuck. "Regen hat Freunde" haben die Pichelsteiner in diesem Jahr als Motto ausgegeben. Festzuggestalter Manfred Homolka musste nicht lange überlegen: Freundesstädte, Gemeinden im Landkreis und natürlich der Landkreis selbst sind Freunde der Stadt Regen. Und dass der Landkreis Regen heißt und nicht irgendwie anders, darauf legt Homolka großen Wert. Seit Mai waren die Festzugmacher in den Hallen in Metten aktiv.

PNP 28.06.2012
AUS STADT UND LAND

Regen. Seine Auflage: 11 000 Stück; sein Wert: hoch. Denn es bietet Orientierung beim größten Volksfest des Bayerischen Waldes. Am 27. Juli beginnt das 138. Pichelsteinerfest in Regen, Pichelsteiner-Komiteemitglied Willy Schicker hat jetzt das Programmheft vorgestellt. Mit neuem Titelbild und der bewährten Programmübersicht. Von der Gondelfahrt am Samstag (Motto "Auf dem Regen rund um die Welt") bis zur Landwirtschaftskundgebung am Dienstag (der Präsident des Bayerischen Bauernverbands Walter Heidl: "Gemeinsam stark- Zukunft gestalten") ist alles Wichtige enthalten.

PNP 25.06.2012
Die Pichelsteiner arbeiten schon fleißig für das große Ereignis

Regen. In der jüngsten Komiteesitzung der Pichelsteiner hat Präsident Walter Fritz mit den einzelnen Arbeitsgruppen eine Zwischenbilanz über den Stand der Vorbereitungen gezogen. "Wir sind im Plan und können bei guter und straffer Organisation das schaffen, was wir uns für heuer vorgenommen haben", stellte am Schluss der Sitzung der Präsident erfreut fest.
Es gibt aber dennoch noch viel zu tun und die einzelnen Arbeitsgruppen für den Festzug, die Gondelfahrt, Wasserspiele, Illumination arbeiten zielstrebig ihren Aufgabenkatalog ab. Auch die Vorbereitung für den Tag der Wirtschaft sowie Tag der Land- und Forstwirtschaft laufen zeitgerecht. Die Vergabe der einzelnen Plätze für die Schausteller und Fieranten nimmt Form an und die Details sind in Verträgen bereits festgezurrt.
Die Betreuerinnen üben mit den Köchekindern ab Anfang Juli für ihre großen Auftritte mit dem Festkoch bei den Umzügen. Besprochen wurden auch die Punkte Sicherheit, Einhaltung der Auflagen der Behörden sowie das Abschlussfeuerwerk. Ferner sind die Absprachen mit der Bundeswehr schon im Detail getätigt. Die Aufstellung für den Ausmarsch am Freitag bei Festbeginn sowie am Pichelsteiner- Montag zur Einnahme des Pichelsteinermahls wird nicht am Rathaus, sondern in der Bachgasse wegen der derzeit laufenden Stadtplatzsanierung stattfinden.

PNP 02.03.2012
Pichelsteiner bauen neue Wasserspiele

Regen. Die Pichelsteiner sind dabei, die Wasserspiele zu erneuern, rund 60 000 Euro soll die neue Anlage, die die Fontänen über den Regenfluss in den Himmel schießt, kosten. Die Pichelsteiner haben einen Zuschussantrag an die Stadt Regen gestellt. Wunsch: Die Stadt möge acht Prozent der Kosten übernehmen, das wären bei einer Investition von 60 000 Euro 4800 Euro.

"Der Hauptverwaltungsausschuss hat in seiner Beschlussempfehlung aufgenommen, beim Beschluss von 2011 zu bleiben und nur einen Zuschuss in Höhe von fünf Prozent der nachgewiesenen Investitionskosten zu gewähren", sagte Bürgermeisterin Ilse Oswald, die den Stadtrat bat, dieser Linie zu folgen, "auch wenn ich Pichelsteiner-Mitglied bin", wie sie ergänzte. Der Beschluss, fünf Prozent Zuschuss für die neuen Wasserspiele zu geben, fiel einstimmig. Der Zuschuss wurde außerdem gedeckelt, es gibt maximal 3000 Euro für die Pichelsteiner.