Pressemitteilungen 2011


Zeitungstexte stammen von der PNP - Passauer Neuen Presse

PNP 24.09.2011
Pichelsteiner in Bayerns Norden

Dreitägiger Ausflug des Komitees nach Oberfranken
Regen. Nach dem gelungenen 137. Pichelsteinerfest gönnten sich die Mitglieder des Komitees auch heuer einen dreitägigen Jahresausflug als Dank für die engagierte Mitarbeit. Mit dabei waren die Mitglieder des Komitees, deren Ehepartner und Mitglieder der einzelnen Arbeitsgruppen. Auch 1. Bürgermeisterin Ilse Oswald nahm sich Zeit, um ihre Pichelsteiner zu begleiten. Kurt Fiederling fungiert seit Jahren als bewährter Reiseleiter, unterstützt von Martin Vanek.
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Kurt Fiederling als Reiseleiter
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Die 35-köpfige Reisegruppe steuerte zunächst den Kellerwald in Forchheim an, wo sie am östlichen Stadtrand historische Bierkeller erkundete. Die alte Bischofsstadt Bamberg war nächstes Reiseziel, wo der historische Dom , die Residenz und die mannigfaltigen historischen Schätze beeindruckten. Mit ihrer reichen Geschichte zählt die Stadt seit 1953 zum Weltkulturerbe. Beim Besuch der Altstadt mit Klein-Venedig und der Fußgängerzone präsentierte sich eines der größten vollständig erhaltenen Altstadtensembles in Europa. Die tausendjährige Stadt überzeugt als Kunst- und Kulturstadt genauso wie als traditionsreiche Bierstadt.

Dann ging es weiter ins Quartier nach Neustadt bei Coburg. Am zweiten Reisetag stand Coburg auf dem Programm, wo die Pichelsteiner die Fußgängerzone mit historischen Bauten genauso bewunderten wie das Schloss Ehrenburg und das Münzmeisterhaus. Ferner besichtigte man die Feste Coburg. Der herrliche Blick auf die Stadt und das Umland rundeten dieses Ereignis ab. Die Gruppe fuhr an diesem Tag auch die Deutsche Korbstadt Lichtenfels an, wo gerade das traditionsreiche Korbfest gefeiert wurde wurde. Tausende Festbesuchern waren auf den Beinen und bewunderten die schönen Korbflechtereien der Händler aus Oberfranken und Thüringen.
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Tausende Besucher beim Korbfest
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Am Samstag war Geselligkeit angesagt, als Otto Pfeffer, Wastl Weinberger, Günther Prinz und Walter Fritz mit Musik und Gesang den Abend umrahmten. Präsident Walter Fritz bedankte sich bei Annerl und Willy Schicker, Helmuth Pfeffer sowie Günther Prinz für ihre Mitarbeit in der Gesamtorganisation und überreichte ihnen ein von Künstler Manfred Homolka graviertes Erinnerungsglas.

Am letzten Reisetag besuchte die Gruppe einen Festgottesdienst in der Basilika Vierzehnheiligen, anschließend stand die Klosterkirche Banz auf dem Programm, wo ebenfalls eine große Basilika mit historischer Klosteranlage erbaut wurde. Die Reiseteilnehmer waren sehr beeindruckt von diesen zwei Schmuckstücken oberfränkischen Barocks. In seinen Dankesworten an Organisator Kurt Fiederling stellte Präsident Walter Fritz fest, "dass dieser Ausflug bei allen unvergessliche Eindrücke hinterlässt und dabei auch Gemütlichkeit und Fröhlichkeit nicht zu kurz kamen. Das gibt Kraft und Inspiration für das nächste Jahr".


PNP 17.09.2011
Pichelsteiner: Kritiksitzung nur mit einem Hauch Kritik

Abschlusssitzung des Komitees: Beim Fest wurden alle Erwartungen erfüllt
Regen. Um zeitnah Bilanz für das diesjährige Pichelsteinerfest zu ziehen hatte Präsident Walter Fritz die Pichelsteiner traditionsgemäß zur Abschluss- und Kritiksitzung in den Brauereigasthof Falter/Weghofer eingeladen. Zum Beginn der Sitzung legte man eine Gedenkminute für das Komiteemitglied Heinz Wölfl ein.
"Das Fest hat in allen Programmpunkten die Erwartungen erfüllt und wir können feststellen, dass relativ wenige Kritikpunkte gemeldet wurden", so der Präsident in seinen einführenden Worten. Der Auftakt am Donnerstag mit der Serenade, musikalisch gestaltet vom Blasorchester der Stadt Regen, war eine gediegene Einstimmung zu den kommenden Festtagen. Anschließend trugen die Verantwortlichen der Arbeitsgruppen ihre Feststellungen und Anregungen vor, wobei auch Vorschläge für das Fest 2012 aufgegriffen wurden.
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Hohe Messlatte für nächstes Jahr
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Fritz ließ die einzelnen Festtage mit den Programmpunkten nochmals Revue passieren. Die Illumination, gestaltet durch Hermann Keilhofer und seinem Team, sowie die bezaubernden Wasserspiele, aufgebaut von der Arbeitsgruppe des THW mit Helmut Pfeffer sowie Uwe Resch und weiteren Helfern, waren wieder ein wichtiger optischer Beitrag für das Gesamterscheinungsbild und die Feststimmung. Der Gedenkgottesdienst am Sonntag für die verstorbenen Pichelsteiner, musikalisch umrahmt vom Poschetsrieder Dreigesang, sowie der einfühlsamen Predigt von Stadtpfarrer Dekan Josef Ederer war für die Pichelsteiner ein nachdenklicher Rückblick.

Der Festzug am Sonntag unter dem Motto " Schee is im Woid herin" zog wieder Tausende von Zuschauern in ihren Bann und diese bewunderten einen grandiosen Festzug mit etwa 1000 Teilnehmer, vielen Pferdegespannen, dem attraktiven Zehnerzug der Privatbrauerei Falter, dem Festkoch und Köchekindern und den vielen mitwirkenden Vereinen. Sie begleiteten die unter der Leitung des Künstlers Manfred Homolka mühevoll gestalteten Festwägen. Fünf Musikkapellen und drei Spielmannszüge gaben den musikalischen Ton an.

Die Gondelfahrt, die wegen des Schlechtwetters von Samstag auf Montag abend verschoben wurde, bezauberte bei bestem Wetter ebenfalls Tausende von Zuschauern mit künstlerisch gestalteten Gondeln zum Thema "1000 und 1 Nacht". Edwin Stoletzki und seinem Team gelang die Umsetzung des Themas in hervorragender Weise. Umrahmt wurde die Gondelfahrt von den Wasserspielen sowie Erläuterungen mit Musik durch Günther Arend.

Am "Tag der Wirtschaft" referierten heuer MdB Ernst Hinsken und Ministerialdirigent Dr. Josef Neiß zum Atomausstieg und den notwendigen Konsequenzen seitens der Wirtschaft und Energieversorger. Der Tag der Landwirtschaft, organisiert von LtdLDir. Josef Steinhuber, befasste sich heuer mit aufkommenden Fragen und Problemen zur Agrarpolitik nach 2013, Referent war der parlamentarische Staatssekretär Peter Bleser. Beide Veranstaltungen waren gut besucht.
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Festzug lockte Tausende Besucher an
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Positive Rückmeldungen gab es von Kurt Fiederling, Organisator des Altentags sowie von Christine Limböck, die den Kindertag betreute. Lob erhielt auch Platzmeister Willy Schicker mit der guten Platzeinteilung der beiden Festplätze. Festplatz I konnte mit Einwilligung der Familie Holz-Schiller doch wesentlich erweitert werden, um dort auch das 40-Meter Riesenrad zu platzieren, das große Anziehungskraft ausübte. Anerkennung erhielten sowohl Festbräu Josef Falter für das hervorragende Festbier als auch der Festkoch Günther Prinz, der am traditionellen Pichelsteinermontag ein schmackhaftes Pichelsteiner aufkochte.

Die Polizei war mit dem Festverlauf zufrieden, gab es doch keine größeren Vorkommnisse. Der ehrenamtliche Einsatz der BRK-Kräfte fand im Komitee besondere Wertschätzung. Großes Lob gab es vom Vorsitzenden auch für die interessante Aufbereitung der Sonderausgabe im Bayerwald-Boten zum Fest. Martin Vanek, der die Homepage professionell betreut, berichtete von etwa 40 000 Zugriffen und erhielt dafür Applaus. Abschließend stellte Präsident Walter Fritz fest, "dass auch das Fest 2011 dem hohen Anspruch gerecht geworden ist und damit gleichzeitig für das Fest 2012 wieder ein hohes Niveau vorgegeben ist". Er bedankte sich bei allen, die ihren Beitrag zum Gelingen geleistet haben und stellte die gute Zusammenarbeit mit der Brauerei Falter, der Stadt Regen mit Bürgermeisterin Ilse Oswald sowie der Bundeswehr mit Kommandeur Major Heiko Diehl besonders heraus.


PNP 04.08.2011
Nüchtern im Fest-Rausch

Mit dem BRK beim Pichelsteinerfest: Während andere feiern, halten sich die Ehrenamtlichen für den Notfall bereit
Regen. Es ist nur ein kurzer Schwall: „Disco-Pogo, ringelingeling und alle Atzen singen...“ - schon geht die Tür wieder zu. Nur noch gedämpft dringt die kurzzeitig dröhnend laute Musik jetzt in das kleine Kämmerchen. Schwül ist es hier und stickig. Acht Menschen sitzen dicht gedrängt auf Bürostühlen und auf zwei Holzbänken. Sie warten, während draußen in der Tierzuchthalle das pralle Leben des Pichelsteinerfestes tobt. Sie warten darauf, dass jemandem etwas passiert an diesem lauen Sommerabend.

Es sind zwei Parallelwelten, die um kurz nach 22 Uhr nur durch eine Tür voneinander getrennt sind. Hier die rauschhafte und oft rauschige Welt des größten Volksfests im Bayerischen Wald, dort das einfache, ziemlich triste Kämmerchen, gefüllt mit ehrenamtlichen BRK-Kräften, die einen Job zu erledigen haben. Geht die Tür auf, dann vermischen sich die Welten für einen kurzen Zeitraum. Rausch trifft auf größtmögliche Nüchternheit.
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Auffallend viele Junge sind beim BRK dabei
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Es sind auffallend viele junge Erwachsene, die an diesem Dienstagabend in der Kammer direkt am Eingang zur Tierzuchthalle sitzen. Es ist der fünfte Tag des Pichelsteinerfestes. Endspurt. Die meisten hier haben schon mehrere Nachtschichten hinter sich. Manchen Gesichtern merkt man das durchaus an. Von 20 Uhr bis 1 Uhr geht die Schicht. Offiziell.
Denn meistens kommen gerade kurz vor Schichtende noch Einsätze rein. Dann wenn sich die Halle leert und die auf den Bänken zurück bleiben, bei denen von alleine nicht mehr viel geht. „Um 2 Uhr bin ich normalerweise im Bett“, erzählt Wolfgang Stoiber. Der 42-Jährige ist Bereitschaftsleiter beim BRK Regen. „Und um 6 Uhr muss ich wieder aufstehen. Da wartet dann meine richtige Arbeit.“ Stoiber hat ein Lächeln im Gesicht, als er das sagt. „Auch wenn es anstrengend ist, das Fest ist trotzdem schön.“
20.45 Uhr: Wolfgang Stoiber sitzt in dem kleinen, weißen Container an der Einfahrt zum Tierzuchthallenparkplatz. Er werkelt an einer mächtigen Schweinshaxe. Seine Stärkung für eine lange Nacht. Thomas Hödl (28) und Stefan Billmeier (19) sitzen neben ihm. Thomas ist seit zehn Jahren als Ehrenamtlicher beim BRK , Stefan seit drei. Die beiden unterhalten sich darüber, was sie am Nachmittag schon alles zu tun hatten. „Mit den Insektenstichen war es heute krass“, meint Thomas. Stefan nickt: „Ja, die Wespen sind diesmal besonders aggressiv.


PNP 04.08.2011
Hier wird mit viel Erfahrung gefeiert

Regen. „So voll war es noch nie“, sagt Kurt Fiederling und schaut von seinem Platz am Eingang in die Pichelsteiner-Festhalle hinein. So gegen 12.30 Uhr ist es, da hat Fiederling allmählich Zeit, sich umzuschauen, denn die meisten Gäste haben mittlerweile ihre Plätze in der Halle gefunden. Fiederling zieht eine erste Bilanz für die traditionelle Senioren-Bewirtung auf dem Pichelsteinerfest: Rund 600 Liter Bier, 575 Portionen Gickerl und 225 Mal Bratwürstl haben bis dahin in Gutscheinform seinen Lederkoffer verlassen.
Seit 11 Uhr saßen Fiederling und Helmuth Pfeffer, beide aktiv im Pichelsteiner-Komitee, an einem Tisch vor der Halle. Davor zeitweise eine lange Schlange von Gästen, allesamt Regener jenseits der 70, die sich ihre Marken abholen wollten. „Bratwürstl oder Gickerl?“ fragen die beiden Pichelsteiner mehrere hundert Mal. Dazu gab es ein Biermarkerl. Bürgermeisterin Ilse Oswald schüttelte jedem Gast die Hand, das gleiche tat einige Meter entfernt 2. Bürgermeister Robert Sommer. Und dann gab es noch für jeden Neuankömmling eine Tafel Schokolade, überreicht von den Pfarrern Josef Ederer und Matthias Schricker, von Pfarrgemeinderats-Vorsitzendem Rupert Betz und Pfarrsekretärin Maria Dachs. Die Senioren-Bewirtung ist eine Gemeinschaftsaktion: Stadt, Pichelsteiner und Brauerei Falter teilen sich die Kosten
Komitee-Mitglied Georg Wenig sorgte dafür, dass auch die Bewohner des Regener Altenheims ihr ganz persönliches Pichelsteinerfest im Heim-Saal feiern konnten: 50 halbe Gickerl und 70 Portionen Würstl mit Brot brachte er dort vorbei, dazu sechs Tragl Bier. Aber sonst ist Kurt Fiederling konsequent: Höchstens 25 betagte Regener bekommen ihre Markerl vorab nach Hause, die Pichelsteiner legen größten Wert darauf, dass die Senioren persönlich aufs Fest kommen. Denn das gemeinsame Feiern ist schließlich die Hauptsache.

PNP 03.08.2011
Eifel und Bayerwald - die Sorgen der Bauern sind die gleichen

Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, sprach gestern bei der Bauernkundgebung am Pichelsteinerfest
Gar so sonnig hätte es gestern gar nicht sein müssen - zumindest aus Sicht der Organisatoren des Tages der Land- und Forstwirtschaft am Pichelsteinerfest. Denn es herrschte erstmals seit Tagen wieder ideales Wetter zum Mähen. Da war der ganz große Andrang bei der Kundgebung im Faltersaal nicht zu erwarten. Aber den Tag der Wirtschaft tags zuvor stachen die Bauern mit rund 250 Besuchern allemal aus.
Der Festredner sprach den Landwirten in Vielem aus dem Herzen. Peter Bleser, Bundestagsabgeordneter und Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner, befasst sich derzeit intensiv damit, was die EU-Kommission für die EU-Agrarpolitik ab dem Jahr 2013 plant. Und in Regen konnte er sich bei seiner Kritik an vielen Ideen der Kommission des Beifalles sicher sein. Völlig unverständlich nannte er etwa die „Greening“-Pläne, wonach in der ersten Säule der Agrarförderung die Zuschüsse für die Produktion stark an pauschale Umweltauflagen geknüpft würden. Öko-Maßnahmen und -Auflagen gehörten in die zweite Förder-Säule, und zwar mit regionaler Ko-Finanzierung.
Hier verfolge das EU-Parlament, anders als die Kommission, den richtigen Kurs. „Bayern weiß doch viel besser als Brüssel, wie die Almen erhalten werden können“, nannte Bleser ein Beispiel. Weitere Gängelung beim Tierschutz bräuchten die Bauern nicht. Ebensowenig wie die Forstwirte eine Zehn-Prozent- Quote akzeptieren könnten, mit der Naturschutzverbände und die Grünen zusätzliche Wälder aus der Nutzung nehmen wollen. Hier griff Bleser das schon von Pletl genannte Motto auf: Schützen und Nützen müsse die Devise lauten.
Am Beispiel der Hungersnot in Somalia machte Bleser deutlich, dass die Landwirtschaft bei aller Nachhaltigkeit leistungsfähig sein müsse. Bis 2050 müsse man mit über neun Milliarden Erdbewohnern rechnen. „Wer da von flächendeckender Bio-Landwirtschaft spricht, der riskiert global gesehen eine Fehlentwicklung.“
Die von der Kommission ins Spiel gebrachte Kappung der Zuschüsse für Großbetriebe lehnt Bleser ebenso ab wie das neue Konstrukt des „aktiven Landwirts“. Denn der Nebenerwerbsbauer müsse weiterhin genau so unterstützt werden wie der Voll-Erwerbler.
Freilich hatte Regens BBV-Kreisobmann Josef Pletl in seiner Vorrede durchaus auch Kritik an Aktionen des Landwirtschaftsministeriums geübt. Etwa im Zusammenhang mit dem Dioxin-Skandal: Den hätten einige wenige Kriminelle ausgelöst, da sei es ein reines Ablenkungsmanöver, wenn Ministerin Aigner in der Folge mit einem neuen Tierschutz-Siegel daherkomme. Bleser wollte das nicht auf sich sitzen lassen: Aigner und ihr Team habe die Dioxin- und die Ehec-Krise im Wesentlichen gut gemeistert. So sei mit dem Zehn-Punkte-Programm nach dem Dioxinskandal bei der Futtermittelerzeugung ein weitgehend wasserdichtes System geschaffen worden, um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern. Und schließlich plädierte der CDU-Landwirtschaftspolitiker nach den diversen Skandalen für einen Ausgleich: Die konventionelle und die biologische Landwirtschaft sollten sich künftig gegenseitig respektieren, statt sich zu bekriegen.
Die Begrüßung der Gäste hatte zuvor Josef Steinhuber vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten übernommen. Grußworte kamen von Bürgermeisterin Ilse Oswald und MdB Ernst Hinsken.

PNP 03.08.2011
Ein Fest lässt sich verzaubern

Die verschobene Gondelfahrt war am Montagabend ein großes Spektakel - Tausende Besucher tauchen ein in 1001 Nacht
Regen. Die Entscheidung war dem Pichelsteinerkomitee nicht leicht gefallen. Erst gegen 20 Uhr gab man am Samstag bekannt, dass die Gondelfahrt wegen des kalten und regnerischen Wetters auf den Montag verlegt werden würde. Im Nachhinein kann man sagen: Es war die richtige Entscheidung.
Bereits lang vor dem eigentlichen Beginn der Gondelfahrt gegen 21 Uhr sind die besten Plätze am Ufer des Regen besetzt. Auch an diesem ungewöhnlichen Termin - das Spektakel will sich niemand entgehen lassen. Noch liegt der Regen ruhig da. Ein paar Enten schnattern am Ufer, die farbig beleuchteten Wasserspiele speien Fontänen in die Luft - es ist die Ruhe vor dem Zauber.
Und zwar dem Zauber aus 1001 Nacht. Das ist in diesem Jahr das Motto der Gondelfahrt. Orientalische Musik ertönt aus den Lautsprechern, als gegen 21 Uhr die ersten Gondeln auf die Freiluftbühne zwischen Sparkasseninsel und Pichelsteinersteg gleiten. Edwin Stoletzky hat zusammen mit Franz Freudenstein, Alex Sommer und Renate Hanke und weiteren Helfern wieder die Motive für die Gondeln entworfen und in mühevoller Kleinarbeit umgesetzt. Seit Anfang Mai arbeitet das Team für diesen Tag. Und als nach einer guten dreiviertel Stunde alles vorbei ist, kann man guten Gewissens sagen: Es hat sich gelohnt.
Es sind elf Motivgondeln, die die magische Welt aus 1001 Nacht an diesem lauen Abend einfangen sollen. Aladin, das Taj Mahal, Sindbad der Seefahrer, das „Sesam öffne dich“ oder ein Haremsboot mit „Sultan“ Manfred Homolka (bei den Pichelsteinern verantwortlich für den Festzug) - der Fantasie und der Lust am Exotischen sind bei diesem Motto keine Grenzen gesetzt. „Oh, das war aber schön!“ Es ist eine ältere Frau - eine Touristin aus dem Norden, wenn man ihrer Sprachfärbung Glauben schenken mag - die diese Worte zu ihrem Mann sagt. Die letzte Gondel ist da gerade in Richtung Ablegestelle verschwunden. Die Frau sieht der Gondel verträumt hinterher. Keine Frage, sie hat sich von dem orientalischen Zauber auf dem Regen gefangen nehmen lassen. Und wenn man in die vielen strahlenden Gesichter nach der Show sieht, dann weiß man: Es ging vielen so.
Es ist eine einmalige Kombination aus Licht, Wasser, Musik und Fantasie, die die traditionelle Gondelfahrt immer wieder zu einem Ereignis macht. Und die sie damit auch viel zu schade macht, für einen regnerischen, kalten Abend wie den diesjährigen Pichelsteiner-Samstag.

PNP 03.08.2011
Die Hände zum Himmel

Regen. Bewegung in die Menge kommt, als Willy Schicker und Christine Limböck die 70 Kilogramm Zuckerl unter das junge Volk gebracht haben; und Schicker zu den richtig begehrten Teilen greift: Freifahrt-Gutscheine und Chips für die Fahrgeschäfte. Da ist ein Drängen und Springen und Hechten, als die Tickets in die Menge segeln. „Passts hoid auf, da sand doch Kinder“, ruft eine Frau, als die Masse gar zu rabiat um die Freifahrtscheine rangelt.
Gestern Nachmittag war Kindernachmittag auf dem Pichelsteinerfest. Vergünstigte Preise, Kasperltheater in der Festhalle - und eben die Zuckerl und Ticket-Verteilung auf dem Festplatz. Eine Premiere gab es auch: Zum ersten Mal kam die neue Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr beim Kindernachmittag zum Einsatz, aus dem Drehleiterkorb verteilte Christine Limböck die Zuckerl, vom Aufbau warf Willy Schicker das Süße in die Menge.

PNP 02.08.2011
„Wir brauchen Gaskraftwerke, Speicher und den Netzausbau“

Der Atomausstieg war beim „Tag der Wirtschaft“ Thema von Prof. Dr. Josef Neiß vom Bayerischen Wirtschaftsministerium und MdB Ernst Hinsken
Regen. „Wenn’s einer schafft, dann Deutschland“ - die Herausforderungen nach dem beschlossenen Atomausstieg zu schultern, das traut Prof. Dr. Josef Neiß vom Bayerischen Wirtschaftsministerium am ehesten der deutschen Wirtschaft zu. Welche Folgen der Ausstieg für Industrie, Mittelstand und private Haushalte haben wird, darüber sprachen der Ministerialdirigent und MdB Ernst Hinsken gestern auf dem „Tag der Wirtschaft“ des Pichelsteinerfestes. Der Besuch war mager, der Faltersaal nur etwa zur Hälfte besetzt.
Hinsken war als Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Technik des Bundestags an den Diskussionen um den Atomausstieg beteiligt - und hat dem Gesetz „nur unter größten Bedenken zugestimmt“. Die Neuausrichtung der Energieerzeugung nennt er „das größte Projekt seit dem Wiederaufbau“. Richtig angepackt biete die Energiewende aber mehr Chancen als Risiken, auch wenn die Kostenfrage nur sehr vage beantwortet sei. Die Schätzungen liegen laut Hinsken zwischen 96 und 335 Milliarden Euro. Das Thema müsse im internationalen, zumindest europäischen Rahmen angegangen werden - schließlich seien rund um Deutschland 37 Kernkraftwerke in Planung oder im Bau. Ein Aspekt hat für Hinsken Priorität: „Der Industriestandort Deutschland braucht eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“. Zentraler Baustein dafür sei der zügige Ausbau erneuerbarer Energien - „aus einem Nischen- muss ein Volumenmarkt werden“, sagte der MdB.
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Vom „Nischen- zum Volumenmarkt“
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Dazu will die Bundesregierung die Vergütung dort verbessern, wo sie bislang nicht ausreicht, wie bei Windoffshore-Anlagen, Wasserkraft und Geothermie. Bundesweit soll der Strom-Anteil aus erneuerbaren Energien bis 2020 von heute 17 auf 35 Prozent verdoppelt werden. Dazu müssten der Netzausbau beschleunigt und verstärkt Speicher genutzt werden. Das Energiekonzept sieht vor, den Stromverbrauch um zehn Prozent zu senken - auch ein Beitrag zur Versorgungssicherheit.
Für stromintensive Unternehmen stellt die Regierung einen Fonds in Höhe von bis zu 500 Millionen Euro bereit, um Strompreiserhöhungen auszugleichen. Mit einer Novelle des Bauplanungsrechts werde die Möglichkeit verbessert, alte Windanlagen durch leistungsfähigere zu ersetzen. Für den Ausbau der Strom- und Gasnetze gibt es zehnjährige Entwicklungspläne. „Es wird teuer werden“, steht für Hinsken außer Frage. Im Schnitt werde mit 55 Milliarden Euro kalkuliert. „Besonders teuer wird es, wenn neue Gaskraftwerke gebaut werden“, sagte der Abgeordnete. Einen Großteil der Kosten werde der Staat zahlen müssen - aber auch auf die Bürger kommen höhere Belastungen zu: Laut Hinsken wird die Stromrechnung pro Haushalt um etwa 35 Euro im Jahr steigen. Teuer werde die Energiewende vor allem für energieintensive Industriebranchen, Hinsken nannte unter anderem die Papier-, Auto- und Glasindustrie. Positive Auswirkungen prognostiziert er dem Handwerk. Die Sanierungsprogramme dürften deren Auftragslage verbessern.

PNP 02.08.2011
Der geschmackvolle Montag

3000 Portionen Pichelsteiner waren gestern ganz schnell aufgegessen
Regen. „Und? Geht no oa Schüssel?“ Freilich geht noch eine! Und so stemmt die Bedienung ein Tablett mit 13 Schüsseln, um an den nächsten Tisch zu eilen. Es ist hektisch in den Hallen am Pichelsteinermontag kurz nach zwölf. Im Akkord schöpft Festkoch Günther Prinz den Pichelsteiner-Eintopf aus den großen Kesseln, nach dem Ausmarsch füllen sich die Hallen und der Biergarten und tausende Besucher lassen sich die Speise schmecken, um die sich das große Heimatfest dreht. „Pikant, sehr würzig“, war eines der Urteile über das Mahl. Den Hunger ein bisschen befördert hat der Ausmarsch vom Rathaus zum Festplatz, angeführt von der Blaskapelle Rabenstein-Möckenlohe, die gleich das Podium in der Festhalle besetzte. Und die das Podium für geraume Zeit freigeben musste, weil Bürgermeisterin Ilse Oswald viele, viele, viele Ehrengäste begrüßen musste.

Wenige Stunden vorher: Günther Prinz und Wolfgang Stoiber läuft der Schweiß über die Stirn. Kein Wunder, die Luftfeuchtigkeit in der Festküche ist enorm. Das Kondenswasser tropft munter von der Decke und lässt die Küche mit den großen Bottichen voller Pichelsteiner eher wie eine Höhle wirken.
Endspurt für Günther Prinz und Wolfgang Stoiber - zusammen hieven sie riesige Wannen geschnipselter Kartoffeln zu den Bottichen hoch. Nochmal? Aber gern. Schließlich soll das Kamerateam des Bayerischen Rundfunks, das alles mitfilmt, mit den richtigen Bildern in den Schneideraum gehen. Endlich ist alles geschafft - 3000 Portionen Pichelsteiner warten auf die Festgäste...

PNP 01.08.2011
Der lange Zug des Heimatstolzes

Pichelsteiner-Festzug unter dem Motto „Schee is im Woid herin“
Regen. Die Zuschauer merkten nichts, gar nichts - sicher wie immer und auch wieder in einem Zug steuerte Baptist Falter den Zehnerzug um die Stadtplatzkurve, als würden die zehn Rösser jahrein jahraus nichts anderes machen. Dabei hatte es bei der Aufstellung noch eine kurze Aufregung gegeben. Ein Ross aus dem Zehnerzug bekam ein Kolik, der Tierarzt kam, der Rappe musste ausgespannt werden. Vom Brauwagen wurde Ersatz geholt, und das neue Pferd passte sich ohne Probleme ein in das lange Gespann.
Das war das erste Glück des Festzugs, das zweite betraf das Wetter. So wenige Tropfen fielen, dass sich das Aufspannen des Regenschirms schon gar nicht lohnte. „Schee is im Woid herin“ hatte das Pichelsteinerkomitee als Motto ausgegeben, und Manfred Homolka mit seinen Helfern hatte es grandios umgesetzt. Weißenstein und die Kapelle St. Hermann, der Gläserne Wald und der Urwald unterm Falkenstein, Frauenbrünnl und der Osterritt waren unter anderem auf den Motivwägen zu sehen.
Natürlich waren die alle wieder von Rössern gezogen. Max Pletl ist im Komitee dafür zuständig, dass genügend Rosserer zur Verfügung stehen. Auch Pletl musste improvisieren. Pferde wurden in der vergangenen Woche krank, auf die Schnelle musste Pletl für Ersatz sorgen - was ihm natürlich gelang.
Trotz der etwas unsommerlichen Witterung hatte der Festzug unheimlich viele Zuschauer - und wenn man eines bekritteln will, dann deren Zurückhaltung; denn mit Applaus hielten sich die allermeisten ganz vornehm zurück
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PNP 01.08.2011
Die Gondelfahrt legt erst heute heute Abend ab

Kapitulation vor dem Regen
Regen. Kurz nach 20 Uhr kam am Samstagabend das, was viele Schaulustige wohl schon befürchtet hatten: Die traditionelle Gondelfahrt beim Pichelsteinerfest wurde auf Grund des lausigen Wetters abgesagt. Per Lautsprecher wurde die schlechte Nachricht den Festgästen mitgeteilt. Es gab allerdings auch gleich eine gute Nachricht dazu: Die prachtvolle Gondelfahrt wird nachgeholt, und zwar heute Abend bei Anbruch der Dunkelheit, um 20.45 Uhr sollen die Gondeln von der Kurpark-Insel ablegen.

Nur knapp über zehn Grad hatte es am Samstagabend, bei mal stärkerem, mal schwächerem Regen. Besonders für die vielen Kinder, die bei der Gondelfahrt teilnehmen, seien das keine geeigneten Bedingungen, so die Entscheidung des Pichelsteinerkomitees. Außerdem war die Zuschauermenge entlang des Regenflusses um 20 Uhr recht überschaubar. Es bleibt zu hoffen, dass das Wetter wenigstens heute Abend einigermaßen mitspielt. Immerhin sind zwischen 16 und 18 Grad prognostiziert - und es soll trocken bleiben.
Vergebens angereist war das Team des Bayerischen Fernsehens. Das wollte, nachdem es schon bei den Vorbereitungen gefilmt hatte, die Gondelfahrt begleiten und aufnehmen. Gestern noch war es unsicher, ob die TV-Leute heute Abend Zeit finden, nach Regen zu kommen.
Die Verschiebung hat den Gondlern Überstunden beschert. Denn die am Kurpark-Insel-Ufer vertäuten Boote müssen rund um die Uhr bewacht werden, damit keine übermütigen Festgäste Schabernack mit den empfindlichen Aufbauten treiben. In der Nacht auf Sonntag hielt Hans Eisner Wache, gestern wurde er von Alex Sommer abgelöst.

PNP 30.07.2011
Vier Schläge - und das Fest(-bier) läuft

Großer Auszug zum Pichelsteinerfest - Der Regen hörte pünktlich auf
Regen. Eine leichte Nervosität konnte Bürgermeisterin Ilse Oswald nicht verhehlen. Im vergangenen Jahr war das Anzapfen des ersten Fasses Pichelsteiner-Festbiers zu einer feuchten Angelegenheit geworden. Und in diesem Jahr? Perfekt. Vier Schläge - „aber der vierte Schlag war nur noch ein Sicherheitsschlag“, sagte eine erleichterte Bürgermeisterin nach dem wichtigen Akt.
Kurz vor vier gestern Nachmittag gab es noch besorgte Blicke nach oben; es regnete. Aber als Willy Ertl mit dem dritten Böllerschuss die lange Ausmarsch-Karawane in Marsch setzte, hatte es aufgehört, Pichelsteinerstimmung machte sich breit. Die Stadtkapelle war auf den Weg, gefolgt vom Brauereigespann, Sepp Falter und den Bedienungen. Egon Probst kutschierte Pichelsteiner-Ehrenpräsident Karlheinz Stern und die Ehrenmitglieder Kurt Fiederling und Manfred Homolka.
Nach den Komitee-Mitgliedern folgte der Stadtrat, sichtlich lockerer als in der vergangenen Sitzung. Spielmannszug und Schützen, kleine Köche und Festkoch Günther Prinz, Fischer und Moizerlitzer, Burgfreunde und Postkellerfreunde bildeten einen langen Zug zur Festhalle, in der Ilse Oswald dann das Fest richtig beginnen ließ.

PNP 29.07.2011
Die Klänge vor dem Pichelsteinerfest

Gutbesuchte Serenade des Blasorchesters der Stadt Regen
Regen. Die wichtigste Nachricht zuerst: Dieses Mal musste niemand vor Regengüssen flüchten, kein feiner Ton wurde vom tosenden Regen verschluckt. Sie blieb trocken, die Serenade vor dem Pichelsteinerfest, zu der das Blasorchester der Stadt Regen gestern Abend in den Kurpark geladen hatte. Vorsichtshalber hatten die Organisatoren des Blasorchesters Schirme organisiert, wie Vorsitzender Florian Senninger in der Begrüßung erwähnte. Sie konnten eingeklappt bleiben.
Märsche, Melodien aus Kinofilmen und Fernsehserien, ein bisschen Bayerisches und auch poppig-rockige Stücke hatte Matthias Köckeis, Leiter des Blasorchesters, ausgesucht und damit den Besuchern einen musikalisch feinen Abend bereitet. Nur ein paar hundert Meter weiter war schon die nächste Freiluft-Veranstaltung. Auf dem Stadtplatz hatte Kolpinghaus-Wirt Michael Köckeis sein „Urig auf dem Stadtplatz“ angerichtet. Und auch diese Pichelsteiner-Vorveranstaltung hatte viele Besucher. Die hatten viel Platz, denn die Kanal-Großbaustelle ist seit gestern wirklich schon ganz vom Stadtplatz verschwunden.

PNP 29.07.2011
Pichelsteinerfest: Heute beginnen die sechs tollen Tage in Regen

Regen. Wie viele Schläge wird es brauchen, bis der Wechsel im ersten Fass Pichelsteiner-Festbier sitzt? Und wird es wieder so spritzen wie im vergangenen Jahr? Das sind die ersten entscheidenden Fragen vor dem Beginn des Regener Pichelsteinerfests. Heute, Freitag, beginnt das sechstägige Volksfest um 16 Uhr mit dem Auszug in die Festhalle, in der Bürgermeisterin Ilse Oswald das erste Fass anzapfen wird.
Höhepunkte im Programm werden Gondelfahrt (Samstag, 21 Uhr), Festzug (Sonntag 13.30 Uhr), Tag der Wirtschaft (Montag, 9.30 Uhr, Faltersaal), Landwirtschaftskundgebung (Dienstag, 13.30 Uhr, Faltersaal) sein. Und natürlich: Am Montag das Pichelsteinermahl (ab 12 Uhr), für das Festkoch Günther Prinz mit seinen Helfern rund 1700 Liter Pichelsteinereintopf bereiten wird, der nicht nur von den kleinen Köchen (Bild) bejubelt wird.

PNP 29.07.2011
Drei Spielmannszüge spielen auf

RRegen. Der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Regen, der Spielmannszug Sarstedt und der Ehemaligenzug des Spielmannszugs Eschwege werden am Sonntag, 31. Juli, gemeinsam auf dem Regener Stadtplatz aufspielen. Anlässlich des Pichelsteinerfests wird aus dem Stadtplatz ein großer Biergarten. Der musikalische Frühschoppen mit den drei Spielmannszügen beginnt um 10.30 Uhr. Vorher wird in der Stadtpfarrkirche der Gedächtnisgottesdienst für die verstorbenen Pichelsteiner-Mitglieder gefeiert. Der Gottesdienst, den Stadtpfarrer Josef Ederer zelebriert, beginnt um 10 Uhr.

PNP 28.07.2011
TSV-Bar am Pichelsteiner muss früher Schluss machen

Um Mitternacht ist Ende mit dem Ausschank
Regen. Im vergangenen Jahr durfte die TSV-Fußballer-Bar am Pichelsteinerfest, der beliebte Treffpunkt nach Schließung der Hallen, an bestimmten Tagen noch länger offen haben. Das ist bei diesem Fest nicht mehr der Fall. Um Mitternacht ist auch an der TSV-Bar an den sechs Festtagen Ausschankschluss.
Das ist bereits im vergangenen Jahr in der Vereinbarung zwischen einem Anlieger und der Stadt so vereinbart worden. Sollte für die TSV-Bar kein anderer Standort als der Brauerei-Innenhof gefunden werden, muss beim Pichelsteinerfest 2011 um Mitternacht Schluss sein.
„Wir haben keinen anderen Standort“, sagt Siegfried Oswald, der beim Barbetrieb mitorganisiert. Seine Befürchtung: Der Umsatz wird deutlich unter dem der vergangenen Jahre liegen. Denn das meiste Geschäft an der Bar wurde erst dann gemacht, wenn die Besucher aus den Hallen strömten und an der TSV-Bar noch einen Absacker zu sich nahmen. „Diese Kundschaft gibt es nicht mehr“, so Oswald.
Eine zusätzliche Sanitätsstation gibt es am Festplatz 2 an der Festplatzzufahrt von der Badstraße her. „Es war eine Anregung der Notärzte“, sagt Martin Wisbauer von der Stadtverwaltung dazu. Die Sanitätsstation wird in einem Container untergebracht sein.

PNP 27.07.2011
Das Quartett für tausendundeine Nacht

Die Pichelsteiner-Gondler mit einem exotischen Motto: Geschichten aus tausendundeiner Nacht
Regen. Edwin Stoletzky grinst, als er mit dem Fuß auf das Brett tritt und es nach vorne schiebt. Denn er weiß, dass der Beobachter jetzt gleich staunen wird. Wie von Geisterhand öffnet sich eine Tür in dem Gebilde, das wie ein Sandsteinfelsen aussieht. Stoletzky, kräftige Figur, Falter-Käppi auf dem Kopf, sieht jetzt nicht gerade aus wie Scheherazade, die Tochter des Wesirs. Scheherazade erzählt dem König die Geschichten aus tausendundeiner Nacht. Beim Pichelsteinerfest übernimmt Stoletzky die Rolle von Scheherazade, die Gondelfahrt steht in diesem Jahr unter dem Motto „Geschichten aus tausendundeiner Nacht“. Und Stoletzky ist der Chef der Pichelsteiner-Gondler.

Die Apparatur mit dem Brett und der Scherenmechanik, die die Felstür öffnet, hat sich Stoletzky ausgedacht. „Sesam öffne dich“ heißt es, wenn die Brett-Mechanik bedient wird. Und der Schatz hinter der Tür wird natürlich geheimnisvoll beleuchtet sein.
Seit Anfang Mai werkt Stoletzky mit seinen Helfern Franz Freudenstein, Alex Sommer und Renate Hanke an der Gondelfahrt. Zum Quartett sind die Gondelmacher geschrumpft, auch wenn sich in der Endphase weitere Helfer einfinden. Und um den Drachen, der wie immer das Schlussboot bildet, kümmert sich sowieso Johann Eisner. Der Drache muss mit, auch wenn er in keiner der Geschichten aus tausendundeiner Nacht vorkommt.

„15 Turbane haben wir schon“, sagt Renate Hanke, die sich vor allem um die Gewänder der Darsteller auf den Gondeln kümmert. Durchaus reizvoll könnte das sein, schließlich stellt eine der elf Motivgondeln auch einen Sultan mit seinem Harem dar. Wer ist der Sultan? „Der Manfred Homolka“, sagt Stoletzky und grinst jetzt wieder. Homolka ist bei den Pichelsteinern der Verantwortliche für den Festzug. Und es macht ihm immer großen Spaß, auch auf einer der Gondeln mit dabei zu sein. Den Spaß wird er auch dieses Mal haben: Wenn Bauchtänzerinnen vor ihm ihren anmutigen Tanz aufführen. Damit sie auf den schwankenden Gondeln nicht aus dem Tritt und ins Stolpern kommen, ist auf diesem Boot eigens ein Laminat-Boden verlegt worden.

Franz Freudenstein schraubt gerade ein Geländer an einer der Brücken an, die später auf die großen Schlauchboote gesetzt werden. Gleich zwei der großen Schlauchboote braucht es, um ein Boot zu tragen, auf dem Sindbad der Seefahrer am Pichelsteinersamstag in See stechen wird. „Do ham scho mehra hi’glangt“, sagt Stoletzky, als er das prüfende Tasten sieht. Die Planken des Boots sehen aus, als wären sie aus echtem Holz. Sind sie aber nicht. Raffiniert ist Sindbads Boot. Der fünf Meter hohe Schiffsmast kann umgelegt werden. Anders käme das große Wasserfahrzeug nicht unter der Ludwigsbrücke durch. Auch Edwin Stoletzky hat sich eine Rolle für die Gondelfahrt zugedacht. Er wird als Sindbad der Seefahrer auf diesem großen Schiff schippern.

„Werd scho’ wer’n“, sagt er zum Zeitplan. Jetzt, eine Woche vor der Fahrt, ist noch Einiges zu tun, aber Aufregung ist den Gondlern fremd. Fast meditativ sieht es aus, wie Alex Sommer vor der Brunnen-Nachbildung sitzt und Linie um Linie nachzieht. Dabei hat es vor ein paar Tagen keine kleine Aufregung gegeben. Ein Team des Bayerischen Rundfunks hat die Vorbereitungen gefilmt, hat Stoletzky kreuz und quer durch die Gondler-Halle gejagt, ein ganzer Tag wurde gedreht. Voraussichtlich am 11. August wird der Beitrag in der Sendung „La Vita“ gesendet.
Jetzt geht es an den Feinschliff: am fliegenden Teppich, am Taj Mahal, am Boot mit dem Flaschengeist, am Harems-Boot.


PNP 26.07.2011
Dieses Rad ist riesig

Regen. Wenn’s pressiert, dann ist dieses Teil, das 120 Tonnen schwer ist, innerhalb von 14 Stunden aufgestellt. „Wenn wir um sechs Uhr morgens mit dem Aufbau anfangen, dann sind wir so um acht Uhr abends fertig“, sagt Thorben Jost, der Herr über das höchste Fahrgeschäft beim diesjährigen Pichelsteinerfest. 40 Meter hoch ist das Riesenrad, das auf dem Festplatz 1 steht, direkt am Firmengelände von Holz-Schiller.
Vor dem Pichelsteinerfest eilt es aber nicht so, ein Aufbau innerhalb von 14 Stunden muss nicht sein. Und deswegen widmeten sich die Mitarbeiter von Jost gestern mit viel Wasser und viel Reinigungsmittel jeder einzelnen Strebe des Riesenrads. Gestern Vormittag ging dem Rad noch ein Segment ab, erst wenn es per Kran eingehoben und befestigt ist, können die 36 Gondeln eingehängt werden.
80 Kilowatt Anschlussleistung hat das Riesenrad, das auf einer Grundfläche von knapp 400 Quadratmetern steht. Beleuchtet wird das Fahrgeschäft von rund 10 000 Leuchten, und für den Transport der gesamten Anlage bedarf es sieben Transporter.Gestern sind die Aufbauarbeiten der Schausteller für das Pichelsteinerfest voll angelaufen. Am Freitag, wenn das Fest beginnt, muss alles passen.
Für Pichelsteiner-Platzmeister Willy Schicker sind das stressige Tage, an denen es auf den Zentimeter ankommt. Denn die beiden Festplätze sind eng. Besonders eng wird es auf Platz 2. Vor der Tierzuchthalle wird das Fahrgeschäft „Happy Monster“ aufgebaut. Es hat eine Tiefe von 23 Metern, ein Fahrgeschäft dieser Dimension ist an dieser Stelle noch nicht gestanden.

PNP 20.07.2011
„Der Festzug, der wird schee, schee, schee“

Festzug am Pichelsteinersonntag: Die Festzugmacher sind sehr gut in der Zeit
Regen. Die Ansage kommt mit einer solchen Klarheit, dass Widerspruch zwecklos ist. „40 Zentimeter miassn weg“, sagt Manfred Homolka, greift sich den Meterstab und reißt die 40 Zentimeter an. Mit einem Ratsch entfernt er das Störende von einer grünen Styropor-Hecke. Die 40 Zentimeter hätten den Pichelsteiner-Festzug-Zuschauern die Sicht genommen, die Sicht auf die Burgruine Weißenstein und auf die Weißensteiner Kapelle. Und das kann Manfred Homolka natürlich nicht durchgehen lassen. Mit der Gelassenheit eines Mannes, der weiß, dass die meiste Arbeit getan ist, dass der Festzug schon fast fertig ist, geht er durch die Halle in der Oleumhütte. „Do Frauenbrünnl, do St. Hermann, des wird der Wagen mit dem Arber, da kommen noch Wanderer vom Wald-Verein drauf“, erklärt er dem Besucher. „Schee is’ im Woid herin“ hat das Pichelsteiner-Komitee in diesem Jahr als Festzug-Motto gewählt. Und zu dieser Schönheit gehört auch der Urwald im Nationalpark. In das Gestrüpp aus Styropor und vielen Naturmaterialien hat Homolka auch ausgestopfte Tiere platziert. Als künstlerische Freiheit geht da der Fasan durch, der im Nationalpark eher nicht zu finden ist. Das Landwirtschaftsmuseum, den Lusen mit der Glas-Arche, den Regener Osterritt und die Postkeller hat Homolka mit viel Styropor, Glas, Holz und Farbe für den Festzug gebastelt - und regt so vielleicht die Zuschauer an, sich diese Bayerwald-Spezialitäten auch einmal anzusehen.
Homolka ist der kreative Kopf der Festzugmacher, den stabilen Unterbau liefert Erwin Ertl, der genau weiß, wie stabil alles auf den Wägen verankert sein muss. Als neuen Mitarbeiter konnten die Festzugmacher in diesem Jahr Max Pletl begrüßen. Der Pichelsteiner, der seit 40 Jahren dafür sorgt, dass die Festzug-Wägen auch die richtigen Rösser vorgespannt bekommen, hat in diesem Jahr intensiv mitgearbeitet.Wie großartig die kreative Mannschaft gearbeitet hat, davon überzeugt sich an diesem Abend auch Pichelsteiner-Präsident Walter Fritz. Ein Dutzend Fußgruppen, wie er sagt, werden beim Festzug am Pichelsteinersonntag dabei sein, drei Spielmannszüge, fünf Blaskapellen.

PNP 18.07.2011
Luftige Wasserspiele

Einbau der Wasserspiele: Heiße Phase der Festvorbereitung beginnt
Regen. Über sechs Tonnen sind sie schwer, die Wasserspiele des Pichelsteinerfests. Für den Kran der Zimmerei Schiller (Kirchberg) ist dieses Gewicht überhaupt kein Problem. Die stählernen Ungetüme am Haken, hebt sie der Kran über die Bäume am Ufer und setzt sie ganz sanft aufs Wasser. Und dann wird es für die Männer des Technischen Hilfswerks anstrengend. Denn mit Muskelkraft werden die schwimmenden Metallkonstruktionen an die richtige Stelle im Fluss gezogen. „Passt alles ganz gut“, sagt Helmuth Pfeffer, der im Pichelsteinerkomitee mitverantwortlich ist für die Wasserspiele, zum reibungslosen Einbau.
Seit wenigen Tagen sind die Wasserspieler ein bisschen stärker vertreten im Komitee, denn Andreas Pledl wurde von den Pichelsteinern in das Gremium aufgenommen. Schon seit zehn Jahren arbeitet er ehrenamtlich beim Team der Wasserspiele mit. Und vor allem mit seinen Schweiß-Künsten hat der gelernte Polizist Pledl großen Anteil daran, dass die Fontänen auch dieses Jahr wieder großartig wirken werden. Rund 200 Kilo Stahl, so Pfeffer, habe Pledl in eine der Anlagen geschweißt, um sie fit fürs Fest zu machen. „Wenn wir ihn nicht gehabt hätten, dann wäre es mit diesem Teil der Anlage nichts mehr geworden“, so Pfeffer.
Im kommenden Jahr soll diese marode Anlage durch ein neues Teil ersetzt sein. „Wir rechnen mit Kosten von mindestens 40 000 Euro“, sagt Pichelsteinerpräsident Walter Fritz. Die Pichelsteiner überlegen, eine Spendenaktion zu starten für die Wasserspiele.
Aber in den nächsten Tagen geht es für die Wasserspieler erst darum, die Anlage abzustimmen, die Kabel, die insgesamt eine Länge von 2190 Metern haben, richtig anzuschließen, was vor allem Pichelsteinermitglied und Elektromeister Georg Wenig fordert. Insgesamt hat die Anlage eine Leistung von 123 Kilowatt und verbraucht während des Fests und der Vorbereitung rund 4000 Kilowattstunden Strom.

PNP 12.07.2011
Noch nicht ganz Kommandeur, aber schon ein Pichelsteiner

Noch vor der Kommandoübergabe wurde der neue Kommandeur Heiko Diehl herzlich im Komitee begrüßt
Regen. Kaum in Regen eingetroffen, wurde der neue Kommandeur Major Heiko Diehl in das Pichelsteiner-Komitee aufgenommen. Und zwar schon vor der Kommandoübergabe, denn unmittelbar nach der Übergabe rückte Diehl mit dem Bataillon auf den Truppenübungsplatz Bergen ab.
Präsident Walter Fritz überreichte Diehl in der Komiteesitzung als äußeres Zeichen der Aufnahme das Pichelsteiner-Abzeichen. Er verwies auf die Jahrzehnte langen Beziehungen und auch Freundschaften, die sich zwischen den Kommandeuren, den Soldaten und Mitarbeitern des Bataillons und den Pichelsteinern entwickelt haben und auch gut gepflegt werden. „Großartige Unterstützung hat man von dieser Seite immer erfahren, und wir bitten auch den neuen Kommandeur, diese vertrauensvolle Zusammenarbeit weiter zu praktizieren“, so Fritz. Major Diehl sagte zu, den Belangen der Pichelsteiner besonderes Gehör zu schenken. Er wolle gerne diese Tradition und Unterstützung im Rahmen seiner Möglichkeiten fortführen, das gab Major Diehl in seiner Ansprache bei den Pichelsteinern zu erkennen.

PNP 08.04.2011
Pichelsteiner bestätigen Vorstand
Jahreshauptversammlung bestätigt Führungsspitze - Festzug- und Gondelfahrt-Motto stehen

Regen. In ihrer Jahreshauptversammlung im Brauereigasthof Falter/Weghofer, bei der auch Neuwahlen auf dem Programm standen, haben die Pichelsteiner ihre bisherige Führung wiedergewählt. Auch über das Motto von Gondelfahrt und Festzug ist man sich schon einig. Im Festzug werden die Trümpfe des Bayerischen Waldes präsentiert. „Der genaue Titel steht noch nicht fest“, so Präsident Walter Fritz, „aber es wird darum gehen, warum die Einheimischen und die Gäste so begeistert vom Bayerischen Wald sind.“ Die Gondelfahrt wird unter dem Motto „1001 Nacht“ stehen.

Zunächst begrüßte Präsident Walter Fritz die Mitglieder des Komitees, insbesondere 1. Bürgermeisterin Ilse Oswald. Anschließend gedachte man der im abgelaufenen Vereinsjahr verstorbenen Mitglieder Josef Falter sen. und Alfons Limböck. „Der Verlust der beiden Mitglieder Falter und Limböck hat in die Gemeinschaft der Pichelsteiner eine große Lücke gerissen“, so Präsident Walter Fritz. Zugleich gedachte man der drei Soldaten des Bataillons, die bei einem heimtückischen Anschlag beim Einsatz in Afghanistan ihr Leben lassen mussten.

„Das Jubiläum 50 Jahre Garnisonsstadt hat den Festzug besonders geprägt und durch die zahlreiche Teilnahme von Soldaten des Bataillons sowie gesellschaftlicher Gruppen wurde die herzliche Verbindung zwischen der Bundeswehr und der Bevölkerung in unserer Region betont“, blickte Fritz auf das Pichelsteinerfest 2010 zurück. Schriftführer Martin Vanek ergänzte die Ausführungen mit Auszügen aus den Protokollen. Kassier Otto Pfeffer gab Rechenschaft über die Finanzen und wies darauf hin, dass bei den Ausgaben künftig die Bremse zu ziehen sei, da die Einnahmemöglichkeiten voll ausgeschöpft sind und allgemeine unvermeidbare Kostensteigerungen in vielen Bereichen den Spielraum einengen. Der Bericht der Kassenprüfer bescheinigte dem Kassier einwandfreie Kassenführung.

Platzmeister Willy Schicker berichtete über seine steten Bemühungen, die Attraktivität des Festes zu steigern und die Platzressourcen optimal auszuschöpfen. Josef Steinhuber bedankte sich im Namen des Komitees beim 1.Präsident Walter Fritz für sein Engagement und die umsichtige Führung. Präsident Walter Fritz zollte zum Abschluss seinen Leuten große Anerkennung für ihre Arbeit, die in der Bevölkerung eine hohe Wertschätzung hat. In den Dank schloss er ein die Vorstandschaft, ferner die einzelnen Arbeitsgruppen, deren Verantwortliche und Helfer. Ferner gab es Dankesworte an die 1. Bürgermeisterin Oswald für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und allen Einrichtungen und an Familie Falter mit gesamten Personal sowie auch dem Festplatznachbarn, Familie Holz-Schiller.

In ihrem Grußwort würdigte die Bürgermeisterin den persönlichen Einsatz der Komiteemitglieder und aller Helfer für das Heimatstadt. „Das Pichelsteinerfest hat mit seinen Attraktionen und Rahmenveranstaltungen eine sehr große überregionale Ausstrahlung“ sagte sie. Anschließend übernahm sie die Wahlleitung. Auf Vorschlag des Ehrenmitglieds Kurt Fiederling wurde die bisherige Vorstandschaft auch in der Neuwahl wieder einmütig bestätigt.

Die Sorgen des Pichelsteinerkomitees, dass wegen des anstehenden Stadtplatzumbaues eventuell der Festzug beeinträchtigt werden könnte, wurden durch Erläuterungen der Bürgermeisterin Oswald über den geplanten Bauablauf zerstreut.