Pressemitteilungen 2010


Zeitungstexte stammen von der PNP - Passauer Neuen Presse

PNP 06.08.2010
Das Fest war ruhig, rauschend und ein bisschen schmerzhaft
Die Pichelsteiner-Bilanz nach den sechs tollen Tagen

Regen. Noch in der Nacht auf Donnerstag rollten die ersten Lastzüge der Schausteller vom Platz, die Tierzuchthalle war gestern um 14 Uhr schon wieder Tierzuchthalle und nicht mehr Riesenparty-Zone, überall wird aufgeräumt und bilanziert nach sechs Tagen Pichelsteinerfest. Der Bayerwald-Bote hat sich umgehört unter den Verantwortlichen.
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Der Präsident: Überglücklich
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Walter Fritz ist ja nicht unbedingt der Mann, der zu euphorischen Ausbrüchen neigt, aber gestern sprudelten die Superlative nur so aus dem Mund des Pichelsteiner-Präsidenten, als er über das Pichelsteinerfest 2010 sprach. „Wir sind mehr als zufrieden, es war einfach grandios“, sagt er zu den sechs Tagen, „es lag kein Schatten über dem Fest.“ Das sprichwörtliche Pichelsteiner-Wetterglück hatten in diesem Jahr Festzug und Gondelfahrt, der Tag der Wirtschaft und die Landwirtschaftskundgebung waren sehr gut besucht; und dass die Fieranten auf den Festplätzen auch kein schlechtes Geschäft gemacht haben, zeigt die Tatsache, dass am letzten Festtag der Käse und der Fisch ausgegangen sind.
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Die Polizei ist „sehr zufrieden“
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Acht Körperverletzungen, zwei Beleidigungen, eine Trunkenheitsfahrt und sechs betrunkene Jugendliche - das sind die nackten Zahlen der Polizei. Erster Polizeihauptkommissar Manfred Buchinger, Leiter der Polizeiinspektion Regen, ist mit dieser Bilanz sehr zufrieden, wie er sagt. „Vom subjektiven Eindruck ist in diesem Jahr weniger vorgefallen als im vergangenen Jahr“, meint er. Die Regener Polizisten haben am und um das Fest starke Präsenz gezeigt, wurden von Beamten des Einsatzzugs Straubing verstärkt. Möglicherweise sei auch der Ordnungsdienst in der Tierzuchthalle, der einen guten Job gemacht habe, für das ruhige Fest mitverantwortlich, so Buchinger.
Einen Spezialeinsatz bescherte der Polizei der Tanzboden. Der wurde in der Nacht auf Sonntag fast überrannt von den Besuchern. Der Wirt wandte sich an die Polizei, um der anstürmenden Masse Herr zu werden. Die kam und half.
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Die Bürgermeisterin will nachjustieren
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„Es ist doch wunderschön, wie glücklich die jungen Leute hier sind “, meint Bürgermeisterin Ilse Oswald und spricht damit die Stimmung in der Tierzuchthalle an. Die kennt sie nicht nur aus Erzählungen. Sie gehört am Pichelsteinermittwoch zu denen, die in der Tierzuchthalle auf den Bänken tanzen. Das Fest findet sie „einfach wunderbar“, bestätigt wurde ihr das auch von den Delegationen der Regener Partnerstädte Roth und Eschwege. Besonders die Eschweger nahmen alle Vergnügungen des Fests bis in die Morgenstunden mit.
Als Bürgermeisterin ist Ilse Oswald aber auch dafür verantwortlich, dass die große Feier trotz aller Ausgelassenheit in geordneten Bahnen verläuft. Und nicht erst seit dem Unglück bei der Loveparade in Duisburg weiß man, wie gefährlich Menschen in Massen sich selber werden können. „Wir müssen die Zufahrten für Rettungsfahrzeuge verbessern“, hat sich Oswald vorgenommen.
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Die Sanis waren gut beschäftigt
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113 Festbesucher mussten die Dienste des BRK-Rettungsdiensts in Anspruch nehmen. 93 chirurgische Versorgungen (Schnittverletzungen, Platzwunden, Prellungen, Knochenbruch usw), neun interne Versorgungen ( Kreislaufkollaps usw.), fünf Insektenstiche und sechs jugendliche Alkohol-Opfer stehen in der Statistik von Alfred Aulinger, dem Leiter des Rettungsdiensts beim BRK-Kreisverband.
Dramatisch waren zwei Wiederbelebungen, beide waren erfolgreich. Der Rettungsdienst (Rettungswagen mit Notarzt) wurde 14 Mal angefordert, neun Mal wurde der Transport zur Weiterbehandlung in ein Krankenhaus notwendig. „Im Vergleich zu 2009 war es ein etwas ruhigeres Fest, es waren zum größten Teil Bagatellfälle, die uns beschäftigt haben“, sagt Aulinger, der glaubt, dass die gute Arbeit des Sicherheitsdiensts und die Polizeipräsenz dazu beigetragen haben.
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Das Maß der kaputten Maßkrüge
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Festwirt Sepp Falter kann anhand einer Zahl ziemlich genau belegen, dass das Pichelsteinerfest 2010 ein recht ruhiges und ordentliches Fest gewesen ist. „So 600 bis 700 kaputte Maßkrüge in der Tierzuchthalle, das ist noch in Ordnung“, sagt er - und erzählt von dem Fest, bei dem einmal an die 3000 Krüge zerdeppert worden sind.
Großes Thema war natürlich dieses Mal das Rauchverbot, „hat keinen Ärger gegeben, hat gut geklappt“, sagt Falter, dem aufgefallen ist, dass die Leute in diesem Jahr deutlich länger sitzengeblieben sind als im vergangenen Jahr, als das Fest noch in die Schulzeit fiel. Und der Bierkonsum? Die Menge ist Betriebsgeheimnis, nur so viel: „Der Konsum ist sehr konstant, die Schwankungsbreite in den vergangenen Jahren liegt immer so bei fünf bis zehn Hektoliter.“
Nach dem Fest ist vor den Festen, zum Durchschnaufen kommen die Falter-Beschäftigten kaum. Das Motorradtreffen in Zuckenried, das 60-jährige Vereinsjubiläum des TSV Lindberg, die Weißensteiner Kirwa, das Drescherfest in Gehmannsberg und das Fest der Feuerwehr Triefenried stehen am kommenden Wochenende auf dem Falter-Terminkalender.
Eine gewisse Leidensfähigkeit verlangt das Fest den Nachbarn ab. Eine besondere Erfahrung musste in diesem Jahr Wirt Kai Weghofer vom Brauereigasthof machen. Ihm haben Betrunkene die Lichterkette des Biergartens abgerissen, die Lampen aus den Fassungen geschraubt und sie dann im Pichelsteinerbrunnen versenkt.

PNP 05.08.2010
Am Biertisch gibt es keine Hierarchie
Rodenstockler sind täglich auf dem Pichelsteinerfest - auch beim Tag der Senioren

Regen. Riesenandrang gestern beim Tag der Senioren auf dem Pichelsteinerfest. Allein etwa 650 Gäste holten sich Marken für Maß und Gickerl, wahlweise Würstl, bei Kurt Fiederling und Helmut Pfeffer ab, noch einmal 110 Mahlzeiten gingen ins Altenheim. Zwei Drittel der Senioren wählten das Huhn, was um halb eins zu Wartezeiten von 20 Minuten führte. Die heitere Stimmung konnte das nicht trüben. Schließlich kommen die meisten Gäste schon seit Jahren her und freuen sich, bei Volksmusik und Bier ihre Bekannten wiederzusehen.
Wie die Runde am Tisch gegenüber der Bühne, zusammen 378 Jahre alt, darunter drei, die die Markerl-Grenze überschritten haben. Seit Jahrzehnten kommen die ehemaligen Rodenstock-Mitarbeiter (früher abteilungsweise, jetzt privat abteilungsübergreifend) zum Pichelsteinerfest. Hans Vornehm mit Frau Maria, Hermann Köstlmeier, Johann Streidl und ihr ehemaliger Chef Ernst Gläsener, ein hörbarer Niedersachse. Nur der Personalchef fehlt heute.
Streidl und Gläsener kennen sich seit 1954, noch aus ihrer Münchener Zeit bei Rodenstock. „Als junger Bua war er scho a Preiß“, sagt Streidl über Gläsener mit leisem Bedauern. Ansonsten haben sie ihn offensichtlich perfekt integriert, genauso wie den Zwieseler Köstlmeier. Blechmusik, das wär noch schöner, meint der mit einem Blick aufs Bavaria-Duo. Kein Wunder, schließlich war er bis zu seinem 75. Ausbilder beim Spielmannszug. Maria Vornehm zückt derweil einen Mini-Ventilator und hält ihn ihrem Gegenüber unter die Nase: „Des tuat guat!“. Das und zwei, drei Maß halten sie frisch bei der Hitze. Von nachmittags um drei bis gegen halb zehn Uhr abends sind sie alle da, jeden Pichelsteinfesttag, und immer an diesem Tisch, den ihnen mittlerweile die Bedienungen frei halten. Außer am Montag, wenn es das Pichelsteiner gibt.
Drei Generationen sitzen am anderen Ende des Saals an einem Tisch: Frieda Palm aus Regen, 63, ihr Mann Horst, 77, Schwiegertochter Steffi Weyermann, 39, und Enkel Mathilda, 1 1/2 , und Ferdinand, 3. Später geht‘s noch zu den Fahrgeschäften, Horst Palm, der 50 Jahre in München lebte, ist vom Oktoberfest einiges gewohnt und wird mit den Enkeln mindestens einmal Kettenkarussell fahren. Steffi Weyermann kam vor viereinhalb Jahren aus Köln nach Nebelberg. Ihre Schwiegermutter Frieda „verkleidete“ sie mit einem ihrer umgenähten Dirndl als Bayerin, erzählt sie lachend. Zwei Radlermaß hat sie damals getrunken - und keine weiteren Erinnerungen mehr an den Abend. Es gebe hier so einen Spruch, die Starken überleben, um die Schwachen ist‘s nicht schad. Den habe sie sich oft anhören müssen. Mittlerweile hat sie ein Gefühl für die Mentalitätsunterschiede bekommen und nimmt‘s als Rheinländerin mit Humor. Und überhaupt - in puncto Karneval müsse sie hier dafür noch einige „Entwicklungshilfe“ leisten.

PNP 04.08.2010
„Wir wollen die Öko-Kuh“
Dr. Martin Grupp hält bei der Bauernkundgebung ein flammendes Plädoyer für die Rasse Fleckvieh

Regen. Ein bisschen traurig sehen sie schon aus, die Fleckvieh-Kühe, die in dem kurzen Video durch die karge afrikanische Savanne stapfen. Der Streifen flimmerte gestern Nachmittag über die Leinwand im Regener Faltersaal. Er sollte zeigen, zu welch famosen Anpassungsleistungen die Rinder der Rasse „Fleckvieh“ imstande sind. Denn auch hier, in Namibia, haben die Rinder bayerischer Herkunft Fuß gefasst. Könnten Fleckvieh-Rinder dem Vortrag des Zucht-Experten Dr. Martin Grupp folgen, ihnen würde ganz warm ums Rinderherz, mit einer solchen Begeisterung spricht Grupp von den Eigenschaften des Fleckviehs, vom Mehrfachnutzen, denn das Fleckvieh gibt Milch und Fleisch und Haut - und ist noch dazu klimafreundlich: Pro Fleckvieh-Kuh springt mehr Milch und Fleisch heraus als bei anderen Rassen.
Dass Grupp das Fleckvieh so preist, hängt damit zusammen, dass er Geschäftsführer der Bayern Genetik GmbH ist, und die GmbH verdient ihr Geld unter anderem damit, weltweit Fleckvieh-Samen an die Züchter zu bringen.
Die Landwirtschafts-Kundgebung im Rahmen des Pichelsteinerfests verlangt von den Besuchern traditionell etwas Geduld, denn vor das Hauptreferat haben die Organisatoren die Grußworte gesetzt. Und in der Summe erreicht das, was Bürgermeisterin Ilse Oswald, Landrat Heinz Wölfl, MdB Ernst Hinsken, BBV-Bezirkspräsident Walter Haidl und BBV-Kreisobmann Josef Pletl zu sagen haben, locker den Umfang des Hauptreferats. Dass der Hauptorganisator, Leitender Landwirtschaftsdirektor Josef Steinhuber, die Grußwortredner auf Kürze eingeschworen hatte, das fruchtete nur bei der Bürgermeisterin und beim Landrat.
„Da könnte einem ja Angst werden“, meinte ein Zuhörer bei Grupps Vortrag auch. Denn der skizzierte eindrucksvoll den Strukturwandel in der (bayerischen) Landwirtschaft. Der Bestand an Fleckvieh ist in Bayern in den vergangenen Jahren um 47 Prozent zurückgegangen, beim Braunvieh sogar um 64 Prozent. Die Zahl der Milchviehbetriebe in Niederbayern hat sich zwischen 2007 und 2009 um 8,37 Prozent verringert. „Die Freigabe des Milchmarkts wird den Strukturwandel noch beschleunigen“, prophezeite Grupp. Der Landkreis Regen gehört in Bayern noch zu denen, „in die Milch fließt“, wie er sagte. Die Milchquote nimmt immer noch zu. Noch nicht erreicht ist allerdings ein Milchpreis von 35 Cent/Kilo. Das ist der Preis, den die Milchbauern unbedingt bekommen müssten, um an der Landwirtschaft auch etwas zu verdienen, wie Grupp sagte. Gegenwärtig dümpelt der Milchpreis um die 30 Cent pro Kilo, hat sich freilich gegenüber dem Tiefstpreis von rund 21 Cent leicht erholt, wie MdB Ernst Hinsken sagte.
Dass Dr. Martin Grupp alles andere als ein Lückenbüßer war, das bestätigte BBV-Kreisobmann Josef Pletl dem Referenten. Ursprünglich war der niedersächsische Agrar- und Umweltminister Sander als Referent vorgesehen. Er musste wegen Erkrankung absagen, Josef Steinhuber gelang innerhalb kürzester Zeit, einen Ersatz-Redner zu verpflichten. Und der schaffte es innerhalb von 45 Minuten, alle Zuhörer im sehr gut gefüllten Saal zu Fleckvieh-Fans zu machen.

PNP 04.08.2010
Treue geht durch den Magen
Herbert Geiger wird von den Pichelsteinern geehrt

Regen. Sie gehört zum Volksfestbesuch wie der Schaum zum Bier, die Fischsemmel. Und dafür, dass es auf dem Pichelsteinerfest mit der Fischsemmel-Versorgung immer gut klappt, dafür sorgt Herbert Geiger aus Ruhmannsfelden. Seit mittlerweile 50 Jahren. Dieses Jubiläum haben die Pichelsteiner bei der gestrigen Schausteller-Brotzeit in der Festhalle für eine Ehrung Geigers genutzt. Der hat den Fischsemmel-Stand von seiner Mutter übernommen. Die war gleich beim ersten Pichelsteinerfest nach dem Krieg mit dabei. Mittlerweile stehen in den beiden Fischsemmel-Ständen von Herbert Geiger schon die nächsten beiden Generationen und helfen mit. Das Pichelsteinerfest ist auch das einzige Fest, auf dem sie mit ihrem Stand vertreten sind.
Einen Trend beobachten die Experten in Sachen Fisch: Die jungen Leute bevorzugen die Lachssemmel, da hat die Semmel mit dem Rollmops keine Chance.
Eine Schrecksekunde hat es drei Tage vor Festbeginn für Pichelsteiner-Platzmeister Willy Schicker gegeben. Das Fahrgeschäft G-Force, es wäre die Attraktion auf dem Festplatz gewesen, musste wegen eines technischen Defekts absagen. Hektisch und erfolgreich bemühte sich Schicker um Ersatz, konnte eine Simulatoranlage für den freien Platz gewinnen.
Als neue Gäste auf dem Festplatz konnte Pichelsteiner-Präsident Walter Fritz auch die beiden Betreiber der Festküchen begrüßen. Auf dem Festplatz I bekocht Franz Kagerbauer (Franzl’s Grillstube, Bodenmais) die Gäste, auf dem Festplatz II Michael Geiger aus Böbrach. Beide sind mit dem bisherigen Verlauf des Fests sehr zufrieden, wie sie sagten.

PNP 04.08.2010
Dieses Fest schmeckt auch den Kleinen
Am Dienstagnachmittag gehört das Pichelsteinerfest den Kindern

Regen. Die Profis sind mit Regenschirmen ausgestattet. Zumindest aber mit Käppis. Die aufgespannten und umgedrehten Schirme und die Kopfbedeckungen werden am Kindertag auf dem Pichelsteinerfest zweckentfremdet - als Auffangbecken für die Guatl, die beim Bonbonregen auf den Festplatz niederprasseln.
„Geh, die mog eh koana!“, versucht eine Mutter ihren Sohn in seiner Sammelwut etwas zu bremsen. Ohne Erfolg: Blitzschnell lädt der Bub seine süße Beute in Mamas Hand- und Jackentasche ab und stürzt sich mit seinem Freund gleich wieder ins Getümmel. Schließlich mischen sich unter die herabregnenden Zuckerl traditionell ja auch Chips für die Fahrgeschäfte. Und die stehen bei den jungen Besuchern besonders hoch im Kurs.
Deutlich ruhiger hat gestern für viele kleine Besucher der Kindernachmittag begonnen - beim Kasperltheater in der Festhalle. Danach gab es aber kein Halten mehr. Die Kleinen nahmen das Kinderkarussell in Beschlag und winkten mit leuchtenden Augen und vor Aufregung roten Backen ihren wartenden Eltern oder Großeltern zu. Digitalkameras hielten die Fahrt für die Ewigkeit fest.
Auf dem kleinen Festplatz beginnt der Festbesuch traditionell für die Familie der vierjährigen Elisabeth aus Regen. Ein paar Runden auf einem Pferd sind für sie der schönste Auftakt. Dann geht es gleich zum Karussell. Die fünf Kreitmayr-Geschwister aus Langdorf versüßen sich derweil ihren Festbesuch mit Softeis. Dann wollen alle Autoscooter fahren, auch die erst zweijährige Mara Lucie.

PNP 03.08.2010
Auf, auf zum Mahl!

Regen. Montagmittag, nochmal geht’s mit Musik vom Rathaus Richtung Festhallen, Ausmarsch zum Pichelsteinermahl, und mit dabei natürlich auch die Pichelsteiner-Komitee-Mitglieder, die dieses Mal ein ehemaliges Mitglied ganz spontan wieder in ihre Reihen aufnahmen, den ehemaligen Regener Stadtpfarrer Eberhard Eibl. Mitmarschiert sind (von links): Stadtpfarrer Josef Ederer, Karlheinz Stern, Helmuth Pfeffer, Heinrich Schiller, Eberhard Eibl, Hermann Keilhofer, Roland Pongratz, Martin Schnierle und Kurt Fiederling.
Gesehen wurden beim Ausmarsch auch Richard Erdmann, Bürgermeister in Regens Partnerstadt Roth, der Landrat von Hildesheim, Rainer Wegner, Regierungspräsident Heinz Grunwald, Landrat Heinz Wölfl, Pfarrkirchens Bürgermeister Georg Riedl, MdL Alexander Muthmann, stellvertretender Landrat Willi Killinger und Randolf Rodenstock, Präsident der Vereinigung der der Bayerischen Wirtschaft.

PNP 03.08.2010
Bei Innovationen ist der Mittelstand mehr als mittelmäßig
Geschäftsführer von Mesutronic und Rehau beim Tag der Wirtschaft - Chef der Wirtschaftsjunioren fordert verlässliche Rahmenbedingungen

Regen. Das Erfolgsgeheimnis klingt simpel: Innovationen sind es, die dem Mittelstand Wettbewerbsvorteile sichern. Wie das in der Praxis aussieht, erfuhren die Gäste gestern beim Tag der Wirtschaft auf dem Pichelsteinerfest von Karl-Heinz Dürrmeier und Albert Dirnberger, Geschäftsführer der Firmen Mesutronic, Kirchberg, bzw. Rehau, Viechtach. Arbeit und Ziele der Wirtschaftsjunioren stellte ihr Kreis- und Bezirksvorsitzender Stefan Stoiber aus Regen vor.
Dem Redner-Trio sowie Moderator Pichelsteiner-Präsident Walter Fritz hörten viele namhafte Gäste zu, unter ihnen MdL Alexander Muthmann, Ex-MdL Josef Niedermeier, Randolf Rodenstock, Präsident der Bayerischen Wirtschaft, Franz Prebeck, Präsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Rainer Wegner, Landrat aus Hildesheim und die bayerische Bierkönigin Franziska Sirtl aus Olching.
Unternehmen, vor allem Mittelstand und Familienbetriebe bringen die Wirtschaft voran, steht für Bürgermeisterin Ilse Oswald außer Frage. „Sie nach Kräften zu unterstützen ist unser Auftrag“, sagte sie.
Eine gute Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und öffentlicher Hand sei selbstverständlich, pflichtete Landrat Heinz Wölfl ihr bei. „Wir werben seit Jahren niederbayernweit die höchsten Fördermittel ein“, stellte Wölfl heraus.
„Innovation verschafft dem Mittelstand Wettbewerbsvorteile“, steht für Karl-Heinz Dürrmeier außer Frage. Ein 90-Mann-Betrieb wie die Mesutronic könnten Neuerungen schneller umsetzen als träge Großbetriebe und schneller auf einen veränderten Markt reagieren. Dass diese Strategie funktioniert, habe sich schon bei Gründung der Firma vor 18 Jahren gezeigt, als der Markt für derlei Produkte eigentlich gesättigt war.
Die Mesutronic macht den Großteil ihres Millionen-Umsatzes nicht in Deutschland, sondern im nicht-europäischen Ausland, vor allem in den USA und China. Ihre Kunden kommen aus vier Branchen: Holz-, Kunststoff-, Textil- und Food-bzw. Pharma-Industrie. Letztere war besonders krisenresistent und bescherte 2009 als einziger Bereich ein Umsatzplus. Kurzarbeit war bei Mesutronic wesentlicher Bestandteil des Krisenmanagements. Aber: „Seit April geht es steil bergauf - als hätte jemand einen Schalter umgelegt“, sagte Dürrmeier. Im Mai freute sich die Mesutronic über die höchsten Auftragseingänge ihrer Firmengeschichte.
Ein älteres und viel größeres Kaliber unter den erfolgreichen Mittelständlern im Landkreis präsentierte Albert Dirnberger. Das Kunststoffunternehmen Rehau hat 170 Standorte in 50 Ländern. In Viechtach sind rund 850 Mitarbeiter beschäftigt. Das Erfolgsgeheimnis: Innovative Verarbeitungstechniken und Vor-Ort-Präsenz. Der Markt sei vielversprechend für Systemlösungen für energieeffizientes Bauen wie für Wassermanagement, für Wärmepumpen, Flächenheizungen und -kühlanlagen. Technisch ausgefeilte, hochwertige und energieeffiziente Produkte wie etwa Kunststoff-Rohrverbindungen oder gedämmte Rohre, finden ihre Abnehmer, auch wenn Konkurrenten billigere anbieten, weiß Dirnberger aus Erfahrung.
Die Zahl der Unternehmer steigt, aber die der sozialversicherungspflichtigen Jobs im Landkreis sinkt - diese Entwicklung gibt Stefan Stoiber, Chef der Wirtschaftsjunioren, zu denken. Auch ein persönliches Erlebnis motiviert den 33-Jährigen, sich einzubringen: Bei seinem jüngsten Klassentreffen erschreckte ihn, dass nur sechs von 28 Kameraden aus seiner Realschul-Klasse im Landkreis Regen leben. „Unternehmer brauchen verlässliche Rahmenbedingungen“, stellte er klar. Schneller Internet-Zugang etwa müsse eine Selbstverständlichkeit sein. Ein nachahmenswertes Service-Angebot kennt er aus Passau: Dort arbeiten Kommunen und Landratsamt als „Investoren-Team“ zusammen, um potenziellen Unternehmensgründern in der bürokratischen Abwicklung zu helfen.

PNP 03.08.2010
Sie geben alles für die perfekte Party

Regen. Um kurz nach vier sitzen Stefan Schimetschke und Stephan Dorn von „Trixi und die Partylöwen“ an einer Bierbank links der Bühne in der Tierzuchthalle und warten. Es spielt die Neue Stadtkapelle Regen. Blasmusik in Tracht. Johann „Jojo“ Hainz, der Bandjüngste, und Rudi Schwarz sind irgendwo auf dem Festgelände unterwegs. Ihre vier Techniker sind schon seit Mittag in Regen, laden die ganze Lichtmaschinerie, Kabel, Boxen ab. Jetzt muss nur noch die Blaskapelle abrücken. Offiziell spielt die bis um fünf. Frontfrau Corinna Schwarz, alias Trixi, ist noch nicht da. Sie sitzt bei ihrem Friseur, der ihre platinblonden Haare bearbeitet. Vorne sind sie lang genug, um sie mit viel Chemie nach oben und in elegantem Schwung nach hinten zu ziehen.
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Backstage ist da,
wo sonst die Kühe stehen
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Mittlerweile sind die Männer backstage. Das ist weniger glanzvoll, als es klingt: Es ist da, wo der Ausschank ist und im Tierzuchthallen-Alltag die Kühe stehen. Daneben sitzen die Musiker und diskutieren die Set-Liste, einen Stapel Papiere, auf dem Titel, Tonart und das Namenskürzel von dem Bandmitglied stehen, das das Lied singt. Die Liste steht eigentlich. Die Auswahl hat sich bewährt, das passt. Die Band „Trixi und die Partylöwen“ aus dem Regensburger Umland gibt es zwar erst seit letztem November, alle fünf sind aber schon mehrere Jahre im Geschäft, drei von ihnen unter anderem als „Heckflossen“ - bis auf den Benjamin, Jojo, der die Partymusik-Branche aber schon seit Kindesbeinen kennt, weil sein Vater Partymusiker ist.
„Das ist ein interaktives Spiel“, sagt Schlagzeuger Stephan. Die Kunst der Setliste, „das ist wie bei einer Erlebnisgeschichte“. Nur dass die einen Höhepunkt hat und dann der Spannungsbogen zum Schluss sanft abgefedert wird. Anders die perfekte Setliste. Gitarrist Stefan fährt mit dem Finger durch die Luft, steil nach oben: Auf dem Höhepunkt ist Schluss. So soll es sein. 150 Lieder haben sie im Repertoire, 70 davon werden sie heute Abend spielen. „Alles von unseren eigenen Händen und Füßen in dem Augenblick erzeugt“, wie Stephan sagt. Keine Konserve, kein Computer. In vier Sets à einer Stunde, dazwischen jeweils zehn Minuten Pause. Ein Block „gute Laune“, ein Block Schlager, ein Block Party und am Ende Rock.
Inzwischen ist Trixi gekommen und strahlt. Hellblondes Haar, die besagte Tolle steht fast senkrecht, schneeweiße Zähne im Kontrast zur dunkelbraunen Haut, an der wohl nicht nur die Sonne schuld ist, überm Arm ein weißes Oberteil. Eben war sie nebenan in der Falterhalle, wo sie vor ein paar Wochen beim Fußballerjubiläum spielten. Nach dem Auftritt hatte sie das Kleidungsstück in einer Ecke vergessen. Jetzt wollte sie nachfragen, ob es irgendwo aufgetaucht sei. „Da kommt mir die Putzfrau schon entgegen mit dem Top, frisch gewaschen und gebügelt! So nett! Ich hätte nicht geglaubt, dass ich das wieder bekomme.“ Die Leute seien ja so freundlich hier in Regen. Überhaupt, das Pichelsteinerfest - mit all den Gruppen und Vereinen, die ihre buntbemalten Tische reserviert haben, das ist schon etwas Besonderes für die Musiker. Dass da Leute einen Teil ihres Jahresurlaubs für die Festtage hernehmen, um zusammen zu feiern. Da muss die Stimmung einfach gut sein, das ist ihnen die Band schuldig. Außerdem: „Mit Freunden auf der Bühne zu stehen ist einfach Wahnsinn,“ sagt Rudi.
Die Blechbläser haben aufgehört, ein wenig später als geplant. Techniker und Musiker eilen Richtung Bühne, die Kapelle räumt das Feld, ein fliegender Wechsel. Instrumente auf die Bühne, Scheinwerfergerüst hochkurbeln, verkabeln. Jojo hat drei Freunde dabei, die mit anpacken. 18.10 Uhr, Soundcheck. Rudi und Stefan hängen sich Bass und Gitarre um, Jojo stellt sich hinters Keyboard, Stephan nimmt am Schlagzeug Platz. Trixi vor dem Mikrofon, das in der Mitte der Bühne steht. Gegenüber, am anderen Ende der Halle, stehen die Jungs von der Technik am Mischpult. Als die Details stimmen, kommt das Gesamtbild. „Willkommen zum Soundcheck“, sagt Stefan, „I Gotta Feeling“ von den Black Eyed Peas, in der Tierzuchthalle wippen die ersten Füße.
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Es riecht nach Menschen, Schweiß und Pommes
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Nach dem Soundcheck bleiben zehn Minuten für Currywurst mit Pommes und Klamottenwechsel. Wer will, kann alles sehen. Im Backstage-Bereich gibt es keine Umkleide. Die Männer stellen sich hinter einen Stapel Gerüste, da ist wenigstens die Sicht auf den Unterleib verdeckt. Es gibt wohl wenig, was die Bandmitglieder voneinander noch nicht gesehen haben. „Also!“, soll heißen: Los geht‘s. 19.05 Uhr, die Männer betreten als erste die Bühne.
„Einen wunderschönen guten Abend“, ertönt Stefans sonorer Bass, geölt wie die Stimme eines Radiomoderators. „Wir sind die Partylöwen - und wir warten auf unsere wunderbare... Frontfrau... Trixi.“ In die ersten Takte von Tina Turners „Simply the best“ hinein stürmt Trixi auf die Bühne, ganz in weiß. „Seid ihr schon gut drauf?“. Es ist helllichter Tag, die Halle maximal zwei Drittel besetzt, viele sind mit ihrem Abendessen beschäftigt. Dementsprechend gedämpft fällt die Antwort aus. Trixi und ihre Mannen sind allerdings von der ersten Sekunde an voll da. Da prallen zwei Energiefelder aufeinander. Die Band, die lacht, tanzt, klatscht - und die überwiegend jungen Zuschauer, die noch ziemlich schüchtern sind. Sonntagabend in der Tierzuchthalle ist kein einfacher Tag. Viele sind gezeichnet von zwei Tagen Pichelsteinerfest. Es herrscht ein stetiges Kommen (mit Essen) und Gehen (um Essen zu holen). Unter dem blauweißen Stoffbahnenhimmel riecht es nach Menschen, Schweiß und Pommes.
Irgendwann macht es klick, überall stehen Leute auf und steigen auf die Bänke. Auf der Bühne glänzen die Gesichter vor Schweiß, das „Hoihoihoi“ zum „Zickezackezickezacke“ kommt wie aus der Pistole. Die Ansagen und Pausen zwischen den einzelnen Nummern werden immer kürzer, um 20.50 Uhr beugen sich die ersten beiden mutigen Jungs über das Gitter und küssen Trixi galant die Hand. Pausen, Kleidungswechsel, zweimal pro Set ein Prosit „mit dem guten Falter-Bier“. Langsam kommen die Neonröhren überm Stoffhimmel zum Einsatz. Die Halle hat eine Akustik wie eine Kirche, sie hallt, sagen die Musiker. Die Beleuchtung ist so, wie man sich eine Tierzuchthalle vorstellt. Zumindest rund um die Bühne sorgt die Lichtanlage für Partyatmosphäre. Der Rest kommt von ein paar hundert jungen Leuten, die sich amüsieren wollen, und der Band. Die ist mittlerweile nicht mehr zu sehen hinter all den Leuten, die vor ihr auf den Bänken stehen, hinter all den erhobenen Händen. „Raus mit den Luftgitarren!“ - und auf den „Highway to Hell“. Im Publikum ziehen die ersten Jungs ihre T-Shirts aus, die sauber gebügelten Dirndl sind durchgeschwitzt. Reini wird 25 und wünscht sich ein Lied. Die Verliebten tauschen Zungenküsse aus, in den Gängen tanzen die Leute. Kurz nach Mitternacht ist Schluss. „Regen, ihr wart‘s spitze. Servus, gute Nacht, das war‘s von Trixi und den Partylöwen.“

PNP 02.08.2010
Der lange Marsch für die Bundeswehr
Pichelsteiner-Festzug unter dem Motto „50 Jahre Garnison Regen“

Regen. „Is ja unglaublich, was mit der Bundeswehr alles zusammenhängt“, meinte eine Zuschauerin beim Pichelsteiner-Festzug gestern Nachmittag staunend. Das Handwerk und die Sportvereine, die Gemeinden, Feuerwehr und Rettungsdienste - alle haben mit der Bundeswehr zu tun. Ziemlich eindrucksvoll hat der Festzug - gestaltet von Pichelsteiner-Künstler Manfred Homolka - gezeigt, wie integriert die Bundeswehr in der Region ist. Da marschierten die aktiven Soldaten hinter den Reservistenverbänden, die Abordnungen der Patengemeinden neben „ihren“ Kompanien, die Regener Priester (evangelisch und katholisch) neben dem Standortseelsorger.
Fünf Blaskapellen, vier Spielmannszüge, der Zehnerzug der Brauerei Falter, 23 Festwägen, zwei Kutschen für die Ehrengäste, 28 Fussgruppen, der Herold, der Brauwagen und der kleine Brauwagen von Michael Traiber - das formierte sich zu einem langen Zug unter strahlend blauem Himmel - und am Stadtplatz, an dem die Zuschauer dicht an dicht standen, wurde auch nicht mit Applaus gespart.
Groß war dieses Mal auch die Beteiligung von Bürgermeistern. Georg Bruckner (Viechtach), Rita Röhrl (Teisnach), Thomas Müller (Bayerisch Eisenstein), Eberhard Kreuzer (Zwiesel) und Otto Probst (Langdorf) waren dabei. Wobei Otto Probst Wert darauf legte, dass der Langdorfer Patenschaftswagen der einzige war, der vierspännig gefahren wurde, von Max Genosko aus Kohlnberg.
Gut eine Stunde dauerte es, bis der Zug an den Zuschauern vorbeigerollt war; und wie immer war es ein richtiges Spektakel, als Baptist Falter mit dem Zehnerzug am Stadtplatz auftauchte. Kurz blieb das Gespann stehen, und dann ging es in einem Rutsch rum um den Platz. Viele „Ahhs“ und „Ohhs“ im Publikum und viel Applaus.

PNP 02.08.2010
Eine Masse Musik

Regen. Das war ein Trommeln, ein Pfeifen und ein Blasen am Samstagabend auf dem Regener Stadtplatz, als sich vier Spielmanns- und Fanfarenzüge zum gemeinsamen Konzertieren zusammenfanden. Aus allen Richtungen marschierten die Züge zum Stadtplatz. Neben dem Feuerwehr-Spielmannszug Regen waren der Spielmannszug „Werratal“ aus Eschwege dabei, der Fanfarenzug Eschwege sowie der Spielmannszug Sarstedt aus dem Landkreis Hildesheim.
Klassisch die Sarstedter und die Regener, mit dem starken Gebläse der Fanfarenzug und südamerikanisch mit der Rhythmusgruppe die Werrataler - es war ein abwechslungsreiches Standkonzert. „Zum Schluss mischen wir uns“, sagte Regens Spielmannszug-Chef Otto Gabauer. Und da zeigten die Spielmannszügler, dass sie auch in Sachen Marschausbildung ganz schön was drauf haben. Im Gleichschritt und exakt lösten sie sich aus ihren Formationen und mischten sich, bis unter dem Kriegerdenkmal ein ganz großer und bunter Zug entstanden war. Großer Applaus von den Zuhörern.

PNP 02.08.2010
Kutscher für die Königin
Die Bayerische Bierkönigin Franziska Sirtl zu Gast

Regen. Nein, auf dem Brauwagen sei sie noch nie mitgefahren, sagte Franziska Sirtl gestern vor dem Festzug. Eine Premiere für die Bayerische Bierkönigin, die sich auf dem Kutschbock sichtlich wohl fühlte. Gelenkt wurde das Gefährt von Thomas Falter. Manfred Homolka hatte auf die Schnelle noch ein Schild gemalt, damit die Zuschauer auch wussten, wer da neben Thomas Falter auf dem Kutschbock sitzt. Auch für ihn war die Fahrt gestern eine Premiere. Denn zur Aufstellung kutschierte er das Vierergespann erstmals durch den gesperrten Umgehungstunnel.

PNP 02.08.2010
Spaß, Stimmung, Romantik: Alles ist im Fluss
Gondelfahrt der Pichelsteiner am Samstagabend unter dem Motto „Einfach himmlisch“

Regen. Bloß gut, dass die Regener Wasserwacht so gut ausgerüstet ist und auch ein spezielles Flachwasser-Motorboot in ihrer Flotte hat. Denn so konnte Wasserwachtler Andreas Weichselgartner und sein Team am Samstagabend eine der Pichelsteiner-Gondeln an den Haken nehmen und flussaufwärts ziehen. Es war die Festkoch-Gondel, die etwas Schlagseite hatte, im flachen Regenfluss aufging und dann Probleme bekam, wieder Fahrt aufzunehmen. Hinter ihr stauten sich die anderen Gondeln wie Autos am Inntal-Dreieck nach Ferienbeginn. Und die Zuschauer auf Höhe der OMV-Tankstelle hatten ein bisschen mehr Muße als nötig, um sich die prächtigen
Aufbauten genauer anzusehen.
Die etwas schleppende Fahrt flussaufwärts ist aber schon die einzige Kritik an der Gondelei, die den Titel „Einfach himmlisch“ zurecht führte. Witzige Ideen hatten Edwin Stoletzky und seine Helfer, wie das Himmelbett, das sie schräg auf eine Gondel montiert hatten. Himmlisch, dieser Schlaf unter den bunten Fontänen der Wasserspiele. Genauso wie der Bierhimmel, der flussabwärts glitt - und sich flussaufwärts mühte. Vor dem Portal, verziert mit hunderten von Kronkorken, stand Petrus, und wer könnte den besser verkörpern als Manfred Homolka. Dem Festzugmacher Homolka schneidern die Gondler jedes Jahr eine Rolle auf den Leib.
Der Mann am Mikro, der den Zuschauern die Feinheiten der Gondelfahrt näherbrachte, war Günther Arend, und die musikalische Gestaltung trug zum ersten Mal die Handschrift von Roland Pongratz, der mottogemäß genau die richtigen Stücke ausgesucht hatte. Vom „Mann im Mond“ bis zu „Mia san vom Woid dahoam“.
Prominente Gäste hatte die Gondelfahrt in diesem Jahr. Von der Sparkasseninsel aus verfolgten Alexander Heppe, neuer Bürgermeister von Regens Partnerstadt Eschwege, das Spektakel, außerdem auch Rainer Wegner, Landrat von Hildesheim, mit dem der Landkreis Regen schon seit vielen Jahren partnerschaftlich verbunden ist.
Die sahen nicht nur viel Gaudi auf den Gondeln, sondern auch, wie groß der Einsatz und der Zusammenhalt unter den Pichelsteinern und ihren Helfern sein muss, damit die diese große Gemeinschaftsleistung stemmen können. Und sie sahen auch, dass die Pichelsteiner Wetterglück haben. Dieses Mal brauchten die Gondler nicht zu zittern. Ein makelloser Himmel wölbte sich über der Stadt, und in einem fast schwarzen Blau schimmerte der Abendhimmel über dem Regenfluss.

PNP 31.07.2010
Der spritzige Pichelsteiner-Auftakt
Bürgermeisterin Ilse Oswald wartet zu lange mit dem zweiten Schlag und verspritzt Festbier

Regen. Nach der Analyse war ihr klar, wo der Fehler gelegen hatte. „Zu lange gewartet mit dem zweiten Schlag“, sagte Bürgermeisterin Ilse Oswald und versuchte, ihre Brille von den Bierspritzern zu reinigen. Das Zögern vor dem zweiten Schlag bescherte einen Pichelsteinerfest-Auftakt, der so spritzig wie schon lange nicht mehr war. In einer kräftigen Fontäne schoss das Festbier aus dem Fass, bis Oswald den Schwall mit zwei kräftigen Schlägen stoppte - und dann hatte sie alle Hände voll zu tun, um die Krüge zu füllen, denn Pichelsteinerkomitee und Stadtratsmitglieder standen schon bereit, und alle waren durstig.
Von einem „ganz schönen Gefühl“, sprach ein Mann, der zum ersten Mal in den Reihen der Pichelsteiner beim Ausmarsch dabei war, Roland Pongratz. Auch er angetan mit dem neuen Hemd der Pichelsteiner, das am Kragen „Pichelsteiner e.V.“ eingestickt hat, auf dass man auch weiß, zu welchem Komitee der Träger des Hemds gehört.
Bei der Aufstellung auf der Rathausauffahrt gibt es kleinere Diskussionen: Wer muss/darf in die Ehrenkutsche, auf dessen Bock Egon Probst und Tochter die Zügel in der Hand halten? „Die Ehrenmitglieder“, bestimmt Heinz Wölfl schließlich. Und weil man einem Landrat nicht widerspricht, klettern die Ehrenmitglieder Kurt Fiederling und Manfred Homolka sowie Ehrenpräsident Karlheinz Stern in die Kutsche. „Aber am Sonntag gehe ich beim Festzug“, sagt Stern noch, genießt die Fahrt um den Stadtplatz dann aber augenscheinlich doch.
Die etwas größere Kutsche, das Brauereigespann, lenkt Thomas Falter. Nur die wenigsten wissen, dass Thomas Falter in dieser Woche die letzten Prüfungen erfolgreich abgeschlossen hat, er ist jetzt Braumeister - und weil Pichelsteinerfest-Auftakt ist, konnte er gestern nicht dabei sein, als in München die Meisterbriefe verliehen worden sind.
Den optischen Höhepunkt des Ausmarschs bilden wieder die Köche-Kinder, die für ihren ersten Auftritt schon sehr stimm- und textsicher sind. Sylvia Winner-Schönberger und Christine Arend haben sie in den vergangenen Wochen für den Auftritt trainiert.
Die Schützen und die Burgfreunde, die Theatergruppe „Schwarzer Leberkas“, Stadtkapelle und Spielmannszug sowie die Moizerlitzer sorgen dafür, dass der Ausmarsch nicht nur lang, sondern auch schön bunt ist.
Ein außergewöhnlicher Auftakt war es auch in anderer Hinsicht: Ein Mann, und zwar ein ganz besonderer, fehlte: Sepp Falter - das wurde vielen gestern schmerzlich bewusst.

PNP 31.07.2010
Diese Halle ist tierisch gefragt
Für viele junge Besucher beginnt das Pichelsteinerfest mit Warten
Regen. Ohne die richtige Taktik kein perfekter Start ins Pichelsteinerfest. Denn wie sichert sich der junge Mensch in Feierlaune einen der begehrten Plätze in der Tierzuchthalle? Vorne herum oder durch den Hintereingang?
Um 18 Uhr öffnet die Halle. Die meisten gehen den traditionellen Weg und stellen sich vor dem Haupteingang zwischen Festküche und Fischstand auf. Um fünf Uhr nachmittags reicht die Schlange bereits gut zwei Meter über die Küche hinaus. Das sieht zwar noch ganz harmlos aus, hat es aber in sich. Denn eine unrepräsentative Umfrage hat ergeben, dass die meisten der Wartenden gleich für ihren halben Freundeskreis mit anstehen. Die ganz vorne, so munkelt man, müssen so gegen halb vier gekommen sein. Vielleicht auch schon um drei. Zu ihnen gibt es kein Durchkommen mehr. Der guten Stimmung tut das keinen Abbruch. Schließlich ist das Weißbierzelt um die Ecke schon in Betrieb und auch die kulinarische Versorgung ist sichergestellt. Viele halten es wie Mathias Wittenzellner aus Kaikenried und nutzen die Wartezeit zum Weißbiertest. Er ist zusammen mit etwa einem Dutzend Freunden („drei Autos voll“) angerückt. Ihre Mission: Sich und den später nachkommenden Kaikenrieder Schützen einen Platz in der Halle sichern. „Da kommen noch 20 Leute“, schätzt Wittenzellner. Weil Weißbierzeltwirt Franz Tanzer während des Pichelsteinerfests sein Lokal in Kaikenried zusperrt, reisen er und seine Freunde ihm solidarisch nach: „Es hilft ja nix.“ „Schee is“, aber eins will er noch loswerden: Dass „Saxndi“ erst um acht spielen, wenn die Halle um sechs öffnet, sei „sauber z‘spät“.
Christina Kern aus Fahrnbach und Theresa Mader aus Kirchberg sind mit dem Bus um viertel vor fünf gekommen, um einen Platz zu kriegen. Auch sie sind nicht allein - und fröhlich, weil sie in diesem Jahr mit guten Noten den Abschluss an der Realschule geschafft haben. „Als ich klein war, bin ich daheim aufs Heimatfest gegangen“, sagt Christina. Auf das Pichelsteinerfest geht sie seit etwa drei Jahren mit Freunden. Anfangs sei der Autoscooter ihr Ziel gewesen. Mittlerweile wollen sie in der Partyhalle auf den Bänken tanzen. Die beiden Mädchen tragen wie die meisten hier moderne Tracht. Den Rest des Jahres bleibt die, zumindest bei Theresa und Christina, im Schrank.
Um die Ecke, gegenüber des Toilettenwagens, versucht um dieselbe Zeit ein kleines Häuflein sein Glück am Hintereingang. Beide Pforten, heißt es, werden gleichzeitig öffnen. Ob die Hintertürchen-Taktik aufgegangen ist, stand allerdings bei Redaktionsschluss noch nicht fest.


PNP 30.07.2010
Und es klingt: guad!
Seit Mai sind die Macher der Gondelfahrt mit den Vorbereitungen beschäftigt - Am Samstag um 20.45 Uhr geht der Zug auf dem Regenfluss los

Regen. Dieses Mal hatten sie es, das Wetterglück, die Musiker des Blasorchesters der Stadt Regen. Gestern Abend hat das Ensemble unter der Leitung von Matthias Köckeis wieder den musikalischen Auftakt für das Pichelsteinerfest bestritten. Nicht in einer Bierhalle, sondern unterm Dach des Kurpark-Pavillons spielten die Blasmusiker (im Bild die Reihe der Tieftöner). Die Zuhörer (so viele wie noch nie) saßen wie im Biergarten unter Kastanien, genossen die Musik und die eine oder andere Falter-Halbe und wurden von Bürgermeisterin Ilse Oswald schon einmal ins Programm des Pichelsteinerfests eingeführt. Heute, Freitag, um 16 Uhr geht’s mit dem Ausmarsch los.

PNP 28.07.2010
Wenn Kronkorken den Weg zum Bierhimmel weisen
Seit Mai sind die Macher der Gondelfahrt mit den Vorbereitungen beschäftigt - Am Samstag um 20.45 Uhr geht der Zug auf dem Regenfluss los

Regen. Immer und immer wieder nimmt Edwin Stoletzky die Acryl-Tube, drückt ein kleines Batzerl auf einen Kronkorken und presst den dann auf die weiße Wand. Prüfender Blick, nächstes Batzerl, nächster Kronkorken. Es geht wohl gut eine Stunde so dahin, bis Stoletzky mit seinem Werk zufrieden ist.
Das Werk ist ein ganz kleiner Ausschnitt der Pichelsteiner-Gondelfahrt, die am Samstag ab 20.45 Uhr den Regenfluss verzaubern soll. Das Kronkorken-Ornament verziert den Eingang zum Bayerischen Bierhimmel, eines der Motive der Gondelfahrt 2010.
„Ach, deshalb hat er so viele Kronkorken gebraucht“, sagt später Pichelsteiner-Präsident Walter Fritz, als er von der Stoletzky’schen Fitzel-Arbeit erfährt.
Vielleicht liegt es an seinem erlernten Beruf, er ist Maler, dass sich Stoletzky stundenlang so in die feinen Details verbeißen kann - die dann in wenigen Minuten an den Zuschauern der Gondelfahrt vorbeirauschen. „Des muaß scho sei“, meint er lapidar, und seine Mitarbeiter in der Halle in der Oleumhütte wissen um seine Detailversessenheit.
Alex Sommer, Fred Freudenstein und Renate Hanke, die „Mutter der Gondelfahrer“, sind mit ihm seit Mai fast täglich am Werken, um die insgesamt 13 großen Motiv-Gondeln herzurichten. „Wir nehmen zu“, sagt er zu der Tatsache, dass Renate Hanke sich auch ernährungstechnisch vorbildlich um die Arbeiter kümmert.
„Einfach himmlisch“ haben sich die Pichelsteiner in diesem Jahr als Motto für die Gondelfahrt gegeben. Deshalb steht jetzt auch dieses Flugzeug im Weg. „Hat fast fünf Meter Spannweite“, sagt Stoletzky über das Modell, das eine Herausforderung in Sachen Leichtbau war. Die Holzkonstruktion ist ausgesägt, damit sie leichter wird. Im Flugzeuginneren befindet sich der Motor, der den Propeller antreibt. Die Gondelfahrt-Tüftler haben dazu eine Bohrmaschine im Flugzeugrumpf versteckt.
Himmlisch sind auch Sternzeichen, denen eine Gondel gewidmet wird. Groß präsentiert wird das Sternzeichen Löwe. Nicht, weil das das Sternzeichen von Stoletzky ist, sondern weil das Pichelsteinerfest in die Löwen-Zeit fällt. Stoletzky ist Schütze: „Der Schütze ist ein phantasievoller, weit offener Mensch, ein Idealist mit ausgeprägtem Ehrgefühl“, heißt es in einem Horoskop, das wie geschrieben scheint für den Chef der Gondelfahrer.
Der war 1974 zum ersten Mal aktiv bei der Gondelfahrt dabei, als achtjähriger Bub. Seit seiner Lehrzeit ist er dann richtig intensiv reingewachsen in das Pichelsteinergeschäft. Heute gehört die Vorbereitungszeit für Stoletzky zum Jahresablauf. Seine Prognose für des Wetter am Gondelfest-Abend: „Wird scho.“ Er selbst wird im Eröffnungsboot sitzen. Rudern muss er nicht mehr. Hätte auch gar keine Zeit, denn er hat die Videokamera in der Hand, um die Fahrt zu dokumentieren. Und wenn er die eine Gondel ganz nah heranholt, dann werden später auf dem Film vielleicht auch die Kronkorken zu sehen sein.

PNP 24.07.2010
Pichelsteinerfest: Redner-Ersatz für Tag der Landwirtschaft gefunden
Thomas Grupp, Chef der neuen Bayern-Genetik GmbH, spricht

Regen. Josef Steinhuber, Vize-Präsident der Pichelsteiner und Leiter des Landwirtschaftsamts, war gestern erleichtert. Der Tag der Landwirtschaft am Pichelsteinerfest ist gerettet. Nach der Absage des erkrankten niedersächsischen Landwirtschaftsministers Hans-Heinrich Sander, der als Festredner vorgesehen war, war Steinhuber sofort auf die Suche gegangen. „Wir haben einen Ersatz, einen sehr guten“, vermeldete er gestern: Dr. Thomas Grupp wird am Pichelsteinerdienstag im Faltersaal sprechen. Grupp ist ein Experte in Sachen Züchtung, und er ist der Geschäftsführer der Bayern-Genetik GmbH, die zum Jahresende 2009 gegründet worden ist. „In Bayern daheim - in der Welt zuhause - unsere Chancen bei Milch und Fleisch“ ist der Titel des Vortrags. Die Bayern-Genetik GmbH ist von der niederbayerischen Besamungsgenossenschaft mit Sitz in Landshut und der Prüf- und Besamungsstation München-Grub e.V. gemeinsam im Dezember 2009 gegründet worden, damit ist das größte Besamungsunternehmen Europas entstanden. Es hat aktuell 29 000 Besamungskunden.

PNP 23.07.2010
Neuer Redner für Pichelsteiner-Kundgebung gefunden

Regen. Hektische Betriebsamkeit hat im Pichelsteiner-Komitee die Absage des Redners am Tag der Landwirtschaft, des niedersächsischen Landwirtschaftsministers Hans-Heinrich Sander (FDP) ausgelöst. Eine Erkrankung verhinderte Sanders Auftritt beim größten Volksfest im Bayerischen Wald. Am Freitag konnte Komitee-Mitglied Josef Steinhuber einen Ersatz präsentieren: Thomas Grupp, den Chef der zum Jahresanfang gegründeten Bayern-Genetik GmbH. „In Bayern daheim - in der Welt zuhause - unsere Chancen für Milch und Fleisch“ ist das Thema des Vortrags den Grupp am Dienstag, 3. August, bei der Kundgebung in Regen halten wird.  

PNP 23.07.2010
Pichelsteinerfest: TSV-Biergarten kann öffnen
Zum letzten Mal an diesem Ort mit längerer Öffnungszeit

Regen. Die Verhandlungen sind abgeschlossen, die Vereinbarungen unterzeichnet, auch bei diesem Pichelsteinerfest wird der TSV-Biergarten an der Regenpromenade offen sein, wie Martin Wisbauer von der Stadtverwaltung gestern auf Anfrage bestätigt hat.
Nachdem es Beschwerden eines Anliegers gegeben hat, hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Streit wegen der verlängerten Öffnungszeiten des Biergartens gegeben. Bereits im vergangenen Jahr wurden sie zurückgefahren. „Bei diesem Pichelsteinerfest wird der Biergarten die selben Öffnungszeiten wie beim Pichelsteinerfest 2009 haben“, so Wisbauer. Das heißt: Freitag und Samstag bis um 1.30 Uhr, Sonntag bis um 24 Uhr, Montag bis um 1 Uhr, Dienstag bis um 24 Uhr, Mittwoch bis um 1 Uhr.
Allerdings hat sich der TSV auch dazu verpflichtet, sich für den Biergarten einen anderen Platz zu suchen. Wenn der Biergarten am bisherigen Platz bleibt, wäre beim Pichelsteinerfest 2011 im TSV-Biergarten an allen Tagen um 24 Uhr Schluss. Nach der Lärmschutzverordnung der Stadt beginnt die Sperrzeit für „öffentliche Vergnügungen, die im Freien oder in Räumen veranstaltet werden“, um 23 Uhr, während des Pichelsteinerfests um 24 Uhr.

PNP 23.07.2010
Tag der Landwirtschaft: Referent ausgefallen
Niedersächsischer Landwirtschaftsminister erkrankt

Regen. Leitender Landwirtschaftsdirektor und Vize-Pichelsteiner-Präsident Josef Steinhuber muss umplanen. Am Mittwoch hat Hans-Heinrich Sander (FDP), Landwirtschaftsminister von Niedersachsen, aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Er war als Festredner beim Tag der Landwirtschaft beim Pichelsteinerfest vorgesehen. Jetzt hofft Steinhuber auf den Staatssekretär des niedersächsischen Ministers. „Aber auch wenn der aus terminlichen Gründen nicht kann, werden wir einen attraktiven Tag der Landwirtschaft auf die Beine stellen“, ist sich Steinhuber sicher.

PNP 21.07.2010
Alles hört auf sein Kommando
Manfred Homolka und die Pichelsteiner-Festzuggestalter widmeten sich dem Jubiläum „50 Jahre Garnison Regen“

Regen.„Gell, akribisch bin i scho“, sagt Manfred Homolka in Richtung Franziska Ulrich. Die nickt und streicht nochmal kurz über den grünen Stoff. Hinter dem Stoff steckt wenig Ansehnliches, ein rostiges Fahrwerk von einem groben Wagen, mit dem vielleicht vor kurzem noch Erdreich oder ein Stapel Bretter kutschiert worden ist. Aber am 1. August rollt dieser Wagen, an dem Franziska Ulrich jetzt den Stoff geradestreicht, beim Pichelsteinerfestzug mit. Und weil Manfred Homolka akribisch ist, schaut er ganz genau hin, ob das grüne Tuch den Unterbau des Wagens wirklich ganz verdeckt. Und ob es auch einem Windstoß widersteht.
Franziska Ulrich ist zum ersten Mal dabei bei den Festzugmachern, und fast hat der Besucher draußen in der Halle in Oleumhütte den Eindruck, als wären die Herren der Wagen ein bisschen froh, dass sich dieses Mal eine Frau um den Stoff kümmert.
„Nein, glaube nicht; eine Frau hat bei uns bis jetzt noch nie mitgearbeitet“, sagt Homolka, der Chef der Festzuggestalter, seine rechte Hand ist Erwin Ertl. Jetzt sitzt Homolka auf einem Stuhl vor einem Wagen und pinselt das Wort „Katastrophen“ in großen Buchstaben und in den Farben Schwarz, Rot und Gold auf die mit Styropor beklebte Seitenwand. Ja, auch um Katastrophen wird es beim Pichelsteinerfestzug 2010 gehen. Er widmet sich dem Thema „50 Jahre Garnison Regen“, und da darf die Hilfe der Bundeswehr bei diversen Katastrophen wie der Schneekatastrophe oder dem Hochwasser nicht fehlen. Überhaupt: Manfred Homolka hat für diesen Festzug viel geschrieben. Kurze Erläuterungen für jeden Wagen, schnell zu erfassen. Schließlich habe ein Zuschauer oft nicht mehr als 30 Sekunden, bis der Wagen wieder vorbei ist. Und es gibt ja so viel zu sehen: Die Rösser, die winkenden Kinder auf den Wagen, die Aufbauten, die Kutscher auf dem Bock . . .
„Läuft gut“, sagt Homolka zum Fortschritt der Arbeiten. Im Mai haben sie begonnen, in diesen Tagen wird nur noch der Feinschliff an den 21 Themenwagen gemacht, die letzten Aufbauten zusammengeschraubt, wie zum Beispiel das Dach des Schneekatastrophen-Hauses, auf dem kleine Bundeswehrsoldaten, aus Styropor geschnitzt, herumklettern werden.
Fast fertig ist schon der weiße Winterwald, durch den die Biathleten hetzen - die Bundeswehr und der Wintersport ist natürlich auch ein Thema, genauso wie die Verbundenheit der verschiedenen Kompanien mit ihren Partnerstädten und Gemeinden, die groß präsentiert werden. Klar, die Pichelsteiner denken da auch strategisch: „Wir werden die Partnergemeinden natürlich auch alle zum Festzug einladen“, sagt Pichelsteiner-Präsident Walter Fritz, der regelmäßig in der Oleumhütte vorbeischaut, wenn die Festzug- und Gondelfahrt-Gestalter hier im Fast-Verborgenen werkeln.
„Nein, hätte ich mir nicht vorstellen können“, sagt Manfred Homolka 2010, „dass ich das jetzt schon im 37. Jahr mache.“ 1973 am zweiten Weihnachtsfeiertag war es, da hat er zum ersten Mal begonnen, an einem Festzug mitzuarbeiten. Malermeister Fritz Biller wollte damals nicht mehr, Homolka sprang ein - und machte seine Sache so gut, dass er seitdem dabei ist, mittlerweile als Ehrenmitglied der Pichelsteiner. „Dass das mein letzter Festzug ist, das sage ich jetzt schon nicht mehr; glauben würde es mir sowieso keiner mehr“, meint er, nachdem er das Aufhören schon etwas zu oft angekündigt hat.
Am Sonntag, 1. August, wenn sich der Festzug um 13.30 Uhr in Bewegung setzt, wird sich Manfred Homolka wieder bei den Pichelsteinern einreihen und ziemlich am Ende des Zugs marschieren. Mit der Gewissheit, dass das, was vor ihm in Richtung Stadtmitte rollt, auch dieses Mal wieder etwas ganz Besonderes geworden ist.

PNP 19.07.2010
Wenn Tonnen Technik durch die Luft fliegen
Das THW hat die Wasserspiele für das Pichelsteinerfest installiert

Regen. Der große Regen kam zu spät, zu spät für die Männer vom THW, die am Samstag die Apparaturen der Pichelsteiner-Wasserspiele im Regenfluss installiert haben. In der Nacht auf Sonntag kam der große Regen, und ein paar Stunden später transportierte der Regenfluss allerhand Holz und Gras mit sich. Das Material wurde von den Einbauten aufgehalten und wand sich um die Auftriebskörper, um die drehbaren Arme der Wasserspiele.
Folge des nächtlichen Hochwassers: Bevor die Pichelsteiner-Wasserspieler an die Feinarbeit gehen können, müssen sie erst einmal saubermachen. Es muss ja nicht sein, dass auch ein paar tote Fische in dem labyrinthischen Metall-Durcheinander hängengeblieben sind. „Haben wir aber alles schon gehabt“, brummt Helmuth Pfeffer, Senior-Chef der Wasserspieler. Jetzt steht er am Ufer und schaut kritisch auf das, was die 27 THW-Mitglieder treiben, die unter der Leitung von Uwe Resch dafür sorgen, dass die fünf Einbauten im Fluss an den richtigen Ort gelangen.
Das wichtigste Gerät für diese Aufgabe kommt von der Firma Holzbau Schiller (Kirchberg), der Schwerlastkran. Der 40 Meter lange Ausleger hievt die bis zu 3,8 Tonnen schweren Geräte locker von den Transportanhängern, hebt sie über die Uferbepflanzung und setzt sie ganz sanft aufs Wasser. Der Mann, der das alles im Griff hat, ist Sepp Stadler, „sieben oder acht Mal“, sagt er habe er das schon gemacht.
Morgens um 7 Uhr haben sich die THWler bereitgemacht, da verzog sich das morgendliche Gewitter gerade. Ein THW-Lkw nach dem anderen mit den schweren Wasserspielen im Schlepp rollte vom Richtplatz zum Platz vor der Tierzuchthalle. Routiniert wurden die
Einbauten für die „Luftfahrt“ vorbereitet, nach der Reihe
wurden sie in den Fluss gehoben und im Wasser sofort an den
Haken genommen. Per Seilwinde, die auf der Sparkasseninsel stationiert war, wurden
sie auf Position gezogen, mit Drahtseilen am Ufer befestigt.
Interessierte Beobachter der Aktion waren auch Pichelsteiner-Präsident Walter Fritz und Bürgermeisterin Ilse Oswald, Pichelsteiner-Schriftführer Martin Vanek dokumentierte die Arbeit der Wasserspieler.
Am Nachmittag waren das Einsetzen und das Fixieren der fünf Wasserspiel-Elemente erledigt, Strom- und Druckluft-Leitungen waren angeschlossen. Aber: Nach der Arbeit ist für die Wasserspiel-Mannschaft vor der Arbeit. Ab dem heutigen Montag geht es um die Feinarbeit. Anlagen austarieren, verbogene Düsen richten, den einen oder anderen der 300 Scheinwerfer ersetzen, die Steuerung überprüfen . . . Fachmann für die Elektrik und Elektronik ist seit vielen Jahren Elektromeister Georg Wenig, der in den nächsten Tagen viele Stunden zwischen der Steuerzentrale auf der Sparkasseninsel und den Wasserspielen zubringen wird, und der dafür sorgt, dass die 123 Kilowatt Anschlussleistung umgewandelt werden in bunte Wasserspiel-Romantik.

PNP 17.07.2010
In diesem Jahr ist die Vorfreude aufs Pichelsteinerfest königlich
Die erste Bayerische Bierkönigin kommt zum Festzug und zum Pichelsteineressen
Regen. Erst im vergangenen Jahr ist sie gekürt worden, die erste Bayerische Bierkönigin. Franziska Sirtl heißt die Regentin, die vom Bayerischen Brauerbund ausgerufen worden ist. Die Regener werden die 27-Jährige, die aus einer Olchinger Gastronomenfamilie stammt, kennenlernen. Sie kommt zum Pichelsteinerfest (30. Juli bis 4.August), wie Pichelsteiner-Präsident Walter Fritz bei der letzten Sitzung des Komitees berichtete. Die Vertreterin des bayerischen Bier-Adels wird am Festzug am Pichelsteinersonntag, 1. August, teilnehmen sowie am Pichelsteiner-Mahl am Montag.
Der Präsident konnte zwei Frauen in den Reihen der Pichelsteiner begrüßen, die kein unwichtiges Amt ausüben werden: Christine Arend und Sylvia Winner-Schönberger werden sich künftig um die starke Truppe der Köche-Kinder kümmern. Sie lösen Kristina Falter ab, die diese Aufgabe in den vergangenen Jahren erfüllt hat. Ihr dankte Fritz mit einem Blumenstrauß.
Eine kleine Änderung ergibt sich in diesem Jahr bei der Aufstellung des Festzugs, der das Motto „50 Jahre Garnison Regen“ hat. Die Aufstellung erfolgt nicht auf der sogenannten Panzerstraße, sondern auf der Bundesstraße 11 in Richtung Zwiesel. Die Panzerstraße soll wegen der B 11-Baustelle möglichst lang für den Umleitungsverkehr freigehalten werden.
Ein Mann, der erst seit wenigen Wochen im Pichelsteiner-Komitee dabei ist, das ist Roland Pongratz. Und bei der letzten Sitzung vor dem Fest war er, der sich in Sachen Musik auskennt wie kein zweiter, schon ein gefragter Mann. „Welche Musik für die Wasserspiele?“, wurde er von den „Wasserspielern“ der Pichelsteiner gefragt. Pongratz wird in seinen Archiven kramen. Die letzten Vorbereitungen auf das Fest laufen, und akribisch fragte Fritz bei allen Verantwortlichen den Stand ab. Einer, der seine Arbeit schon fast ganz abgeschlossen hat, ist Hermann Keilhofer. Er ist verantwortlich für die Festbeleuchtung. Und weil die EU ja Zug um Zug die Glühbirnen verbieten wird, hat er noch einmal groß eingekauft. 3000 Lamperl liegen auf Lager. „So zehn bis zwölf Jahre müssten wir da noch auskommen“, meint Keilhofer. Und dann? Von einer Umstellung auf LED-Lichter hält Keilhofer (noch) nichts. „Zu technisch, zu kalt“, meint er zum LED-Licht.
Eine Innovation bei diesem Pichelsteinerfest hat sich nicht das Komitee ausgedacht, sondern der Bürger: Das absolute Rauchverbot, das auch für Festzelte und Festhallen gilt, tritt am 1. August in Kraft. Das bringt die Kuriosität mit sich, dass an den ersten beiden Tagen auf dem Fest noch geraucht werden darf, ab Sonntag nicht mehr (außer im Brauerei-Innenhof). „Es wird schon irgendwie klappen, ich hoffe auf die Vernunft der Besucher“, meint Walter Fritz.
Auf die hofft auch Manfred Buchinger, Chef der Regener Polizei, die beim Fest besonders gefordert ist. „Wir sind bereit; und wenn es nötig ist, dann bekommen wir Verstärkung durch den Einsatz-Zug“, so Buchinger.

PNP 13.07.2010
Starke Gratulation der Pichelsteiner
Auftritt des Brauereigespanns in Regens Partnerstadt Roth

Regen/Roth. Die Pichelsteiner waren beim großen Jubiläumsfestzug „950 Jahre Roth“ mit dem Vierergespann der Brauerei Falter, dem Brauereiwagen, Pichelsteinerkoch mit Baldachin, Köchegruppe sowie dem Komitee dabei. Präsident Walter Fritz überbrachte die Glückwünsche der Pichelsteiner. Er bedankte sich für die jahrzehntelange Treue durch gegenseitige Besuche und überreichte an den 1. Bürgermeister der Kreisstadt Roth, Richard Erdmann, ein von Künstler Manfred Homolka angefertigtes Glasgeschenk. Erdmann freute sich über die starke Teilnahme der Regener und bestätigte: „Die Regener können stolz sein auf ihre Pichelsteiner. Sie haben mit ihrem grandiosen Auftritt den Festzug sehr bereichert und die Blicke der Zuschauer auf sich gezogen.

PNP 16.06.2010
Militärischer Festzug, himmlische Gondelfahrt

Regen. Zur Sitzung des Pichelsteiner-Komitees konnte Präsident Walter Fritz neben den Komiteemitgliedern auch die Ehrenmitglieder Kurt Fiederling, Alfons Limböck und Manfred Homolka, ferner Oberstleutnant Markus Kreitmayr sowie Bürgermeisterin Ilse Oswald begrüßen. Als neues Mitglied wurde Roland Pongratz ins Komitee aufgenommen.
Walter Fritz berichtete über die Ergebnisse der Vorbeitungstreffen und die Besprechung mit den Patengemeinden und Patenkompanien. Weil der Festzug das 50-jährige Bestehen der Garnison in den Mittelpunkt stellt, soll die Bundeswehr am Standort Regen in diesem Jahr noch stärker als bisher in die Abläufe einbezogen werden. Künstler Manfred Homolka hatte Skizzen parat, mit denen er die Mottovorschläge für die Motivwägen ausführlich erklärte. Ideenvorschläge gab es auch für die Gondelfahrt und deren Motto „einfach himmlisch“, vorgestellt von Edwin Stoletzki. Der „Tag der Wirtschaft“ wird sich mit der Situation des regionalen Mittelstandes auseinandersetzen. Dabei werden zwei Unternehmen aus dem Landkreis ihr Leistungsspektrum und -potential präsentieren. Zudem berichten die Wirtschaftjunioren über ihre Aktivitäten auf diesem Sektor. Der „Tag der Land- und Forstwirtschaft“ wird vom Thema Umweltschutz geprägt sein.
Platzmeister Willi Schicker stellte die Belegung der Festplätze 1 und 2 vor. Berichtet wurde auch über den Vorbereitungsstand der Wasserspiele durch die Arbeitsgruppe um Helmut Pfeffer sowie der Illumination, die durch Komiteemitglied Hermann Keilhofer bewerkstelligt wird.
Neben den weiteren Programmpunkten wie Alten- und Kindertag, Feuerwerk sowie der Gestaltung des Programmheftes befasste sich das Komitee mit dem Rother Jubiläumsfestzug am 4. Juli, an dem die Pichelsteiner mit einer stattlichen Abordnung teilnehmen. Neben dem Vierer- Gespann mit Brauereiwagen der Brauerei Falter wird auch eine Köchegruppe mit Festkoch, Baldachin und einigen Kindern sowie eine Abordnung des Pichelsteiner-Komitees nach Franken reisen, um der Partnerstadt die Ehre zum 950-jährigen Stadt-Bestehen zu erweisen.